Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.
Auf Grundlage des prognostizierten Verkehrsanstiegs in Frankfurt sowie der Beteiligungsflughäfen wird der Umsatz des Fraport- Konzerns im Geschäftsjahr 2011 über 2,3 Mrd € liegen. Neben den verkehrsmengenbedingten Mehreinnahmen werden sich auch die Erhöhungen der Flughafen-Entgelte steigernd auswirken. Positive Effekte werden darüber hinaus aus höheren R etail- und Parkierungserlösen generiert. A ufgrund der Bilanzierung gemäß IFRIC 12 wird sich auch die geplante stärkere Bautätigkeit in den Mehrheitsbeteiligungen Lima sowie Varna und Burgas erhöhend auf den berichteten Umsatz auswirken. Durch entsprechende Gegenpositionen im Sachaufwand wird dieser Effekt insgesamt jedoch EBITDA-neutral sein.
Bedingt durch den im Verhältnis zum Umsatz unterproportionalen Kostenanstieg wird das Konzern-EBITDA 2011 zwischen 10 % und 15 % ansteigen. T rotz höherer Abschreibungen, die unter anderem aus der anteiligen Erfassung der zum Winterflugplan 2011 / 2012 in Betrieb gehenden neuen Landebahn resultieren werden, wird das Konzern-EBIT deutlich steigen, aber unter 500 Mio € liegen.
Das Finanzergebnis des Fraport-Konzerns wird sich trotz der höheren Netto-Verschuldung einerseits aufgrund des Wegfalls der negativen Einmal-Effekte aus der Marktbewertung von
Derivaten in 2010 sowie andererseits durch eine höhere Aktivierung von Bauzeitzinsen verbessern. Das Konzern-Ergebnis 2011 wird geringfügig unter dem Niveau des Jahres 2010 liegen, bereinigt um die Rückstellungsauflösung im Zusammenhang mit der steuerlichen Außenprüfung der Jahre 1999 bis 2002 wird das Konzern-Ergebnis jedoch deutlich über dem des Jahres 2010 liegen. Bei planmäßiger Entwicklung der Erträge in 2011 wie auch aufgrund der langfristig positiven Ertragsaussichten beabsichtigt der Vorstand, die Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2010 zu halten. Der Wertbeitrag des Fraport-Konzerns wird in 2011 auf dem Niveau des Jahres 2010 liegen.
Die positiv erwartete Verkehrsentwicklung wird sich in 2011 auch in den Segmenten des Fraport-Konzerns widerspiegeln. In allen vier Segmenten wird daher von einem A nstieg des Umsatzes, EBITDAs sowie EBITs ausgegangen. Dabei wird das Segment Aviation zusätzlich zu dem A nstieg der Verkehrsentwicklung von den Entgeltanhebungen profitieren. Das Segment Retail & Real Estate wird neben verkehrsmengenbedingt höheren Umsätzen aus dem R etail- und P arkierungsgeschäft, Erlöse aus Grundstücksverkäufen auf dem Mönchhof-Gelände erzielen. Z usätzlich zu dem Umsatzanstieg durch den Ende 2010 geschlossenen neuen Bodenabfertigungsvertrag mit der Deutschen Lufthansa wird das Segment Ground Handling von einer stabileren Kostenbasis aufgrund des Zukunftsvertrags 2018 profitieren. Das Segment External Activities & Services, dessen Ertrags- und A ufwandsseite durch die Bilanzierungsvorschrift IFRIC 12 beeinflusst sein wird, wird insbesondere durch die anhaltend positive Entwicklung in Antalya und Lima profitieren. Negativ werden sich dagegen höhere P ersonalkosten aufgrund des neuen Servicebereichs „Zentrales Infrastrukturmanagement“ in Frankfurt auswirken. Während die Wertbeiträge in den Segmenten R etail & R eal Estate sowie External A ctivties & Services positiv bleiben werden, werden diese in den Segmenten Aviation und Ground Handling unverändert im negativen Bereich liegen.
Vorschau 2012
Bedingt durch die nachhaltig positiven Wachstumsprognosen rechnet Fraport im Geschäftsjahr 2012 mit einem weiteren Anstieg des Konzer -Umsatzes und -EBITDA s. Unterstützt wird der erwartete Zuwachs durch die stufenweise Erhöhung der Start- und Landekapazität nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn in Frankfurt sowie der Anpassung der Flughafen- Entgelte am Standort. Die Eröffnung des Flugsteigs A-Plus dürfte einen ersten positiven Effekt auf die R etail-Erlöse des Geschäftsjahres haben. Aufgrund der erstmaligen Abschreibung des Flugsteigs A-Plus sowie insbesondere der ganzjährigen Abschreibung der Landebahn Nordwest wird das Konzern-Ergebnis belastet. Durch die Inbetriebnahme der Landebahn in 2011 sowie des Flugsteigs A-Plus entfällt die Möglichkeit der Aktivierung von Fremdkapitalzinsen während der Bauphase. Die aufwandsmäßige Erfassung der Z insen wird das Konzern-Ergebnis 2012 zusätzlich belasten. Insgesamt wird mit einem Konzern- Ergebnis in etwa auf dem Niveau von 2011 gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2012 strebt der Vorstand bei derzeit erwarteter Geschäftsentwicklung an, die Dividende je A ktie stabil zu halten. Der Wertbeitrag 2012 wird unter dem Niveau von 2011 erwartet.
Die positiven Wachstumsprognosen, die Erhöhung der Startund Landekapazität sowie die weitere Anpassung der Flughafen- Entgelte wird im Segment Aviation in 2012 zu steigenden Umsätzen und einem A nstieg des EBITDAs führen. H öhere A bschreibungen werden aufgrund der erstmaligen A bschreibung des Flugsteigs A -Plus sowie der ganzjährigen A bschreibung der Landebahn Nordwest zu einem Rückgang des Segment- EBITs führen. Der Wertbeitrag wird weiterhin im negativen Bereich liegen.
Steigende Passagierzahlen sowie die Eröffnung des Flugsteigs A-Plus werden zu einem A nstieg des Umsatzes und EBITDAs im Segment Retail & Real Estate führen. Trotz höherer Belastungen aufgrund der A bschreibung des Flugsteigs A -Plus wird das Segment-EBIT über dem Wert von 2011 erwartet. Der Wertbeitrag wird unverändert im positiven Bereich liegen.
Im Geschäftsjahr 2012 wird sich insbesondere die positive Verkehrsentwicklung im Zusammenhang mit der Erhöhung der Start- und Landekapazität in Frankfurt positiv auf das Segment Ground Handling auswirken. Umsatz, EBITDA und EBIT sollten daher über dem Wert des laufenden Geschäftsjahres liegen. Der Wertbeitrag wird jedoch im negativen Bereich bleiben.
Im Segment External Activities & Services wird von einer insgesamt positiven Entwicklung in 2012 ausgegangen. Eine gute Entwicklung in den Beteiligungen in Antalya, Lima sowie in Varna und Burgas wird zu einem Anstieg des Umsatzes, EBITDAs und EBITs gegenüber 2011 führen. Der Wertbeitrag wird weiter im positiven Bereich erwartet.
Die Vermögens- und Finanzlage des Fraport-Konzerns wird auch im Geschäftsjahr 2012 von anhaltenden Investitionen in den Standort Frankfurt geprägt sein. Nach Inbetriebnahme der Landebahn in 2011 wird der Investitionsschwerpunkt 2012 auf der Modernisierung und Erweiterung des bestehenden Flughafen- Geländes liegen. A ufgrund geplanter Z uführungen zu den Gewinnrücklagen wird das Eigenkapital auch in 2012 ansteigen. Ein erwarteter negativer Free Cash Flow wird zu einem weiteren Rückgang der liquiden Mittel in 2012 führen. Die Gearing Ratio wird aufgrund des im Verhältnis zum Eigenkapital überproportionalen Anstiegs der Netto-Verschuldung in 2012 über dem Wert von 2011 liegen.
Update: „Für das Gesamtjahr 2011 halten wir an der Jahresprognose fest“, bestätigte Schulte den Ausblick. So soll der Umsatz auf mehr als 2,3 Milliarden Euro steigen, für das EBITDA im Konzern wird mit einem Plus von zehn bis 15 Prozent gerechnet. Aufgrund einer hohen Rückstellungsauflösung im Geschäftsjahr 2010 geht der Vorstand davon aus, dass das Konzernergebnis in diesem Jahr geringfügig unter dem Wert von 2010 liegen wird. Bereinigt um diesen Effekt ist jedoch ein deutlicher Anstieg des Gesamtjahresergebnisses zu erwarten.
Update 2: Angesichts dieser Geschäftsentwicklung bekräftigte Schulte den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011: „Die Zahlen der ersten drei Quartale bestätigen uns in dem prognostizierten Ausblick für 2011. Wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr ein Passagierwachstum in Frankfurt im oberen Bereich der angekündigten Bandbreite zwischen 4 und 7 Prozent. Der Konzernumsatz wird auf mehr als 2,3 Milliarden Euro steigen, und beim EBITDA erwarten wir ebenfalls einen Anstieg im oberen angekündigten Bereich zwischen 10 und 15 Prozent.“