Fresenius Medical Care Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht

Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.

Im Geschäftsjahr 2008 wollen wir unseren Umsatz weiter erhöhen: Er soll gegenüber 2007 um mehr als 7 % auf über 10,4 Milliarden US-Dollar steigen. Für die Geschäftsregion Nordamerika gehen wir von einem Umsatzwachstum von 4 % aus, in Europa sollten wir um deutlich mehr als 10 % zulegen, und für Asien-Pazifik rechnen wir mit einem Umsatzplus von mindestens 15 %. Damit dürften die Steigerungsraten in allen Regionen erneut über dem geschätzten erwarteten durchschnittlichen Marktwachstum von 5 % liegen. Diese positive Entwicklung wollen wir im Jahr 2009 fortsetzen: Das währungsbereinigte Umsatzwachstum dürfte zwischen 7 % und 9 % liegen und damit auch das geschätzte durchschnittliche Marktwachstum von 5 % übertreffen.

Im Geschäftsjahr 2008 wollen wir einen Jahresüberschuss zwischen 805 und 825 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Dies entspricht einem Zuwachs von 12 % bis 15 % gegenüber 2007. Zum Zeitpunkt der Drucklegung des Geschäftsberichts erwarten wir keine Einmaleffekte, die auf den Jahresüberschuss im Jahr 2008 wesentlichen Einfluss nehmen könnten. In Übereinstimmung mit den Zielen unserer Wachstumsstrategie GOAL 10, die wir hier ausführlich erläutern, soll der Jahresüberschuss langfristig zulegen und wird damit auch im Jahr 2009 um mehr als 10 % wachsen.

Der Gewinn je Aktie soll ebenfalls zweistellig steigen. Für das Geschäftsjahr 2008 gehen wir dabei - parallel zum Jahresüberschuss - von einem Wachstum von mehr als 12 % aus. In 2009 sollte der Gewinn je Aktie entsprechend um mehr als 10 % zulegen.

Wir werden unsere langfristige, ergebnisorientierte Dividendenpolitik fortsetzen. Die Dividende wurde seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1996 und - vorbehaltlich der Beschlussfassung durch die Hauptversammlung am 20. Mai 2008 - elf Mal in Folge erhöht. In dieser Zeit ist die Dividende je Stammaktie von 0,17 Euro auf 0,54 Euro für das Geschäftsjahr 2007 gestiegen; das entspricht einer durchschnittlichen Dividendenerhöhung von rund 11 % pro Jahr. Wir wollen diese Dividendenkontinuität für die Jahre 2008 und 2009 beibehalten. Die Ausschüttungsquote soll in beiden Jahren konstant bei knapp einem Drittel des Jahresüberschusses und damit auf Vorjahresniveau bleiben.

Wir streben an, für Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen im Geschäftsjahr 2008 etwa 10 % des Umsatzes aufzuwenden. Für Investitionen sind 2008 zwischen 650 und 750 Millionen US-Dollar, für Akquisitionen zwischen 150 und 250 Millionen US-Dollar vorgesehen. Im Geschäftsjahr 2009 sollen etwa 8 % vom Umsatz in Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen fließen. Wir planen, die Mehrheit dieser Mittel wie in den Vorjahren nach Nordamerika und Europa - und damit in unsere größten Geschäftsregionen - fließen zu lassen. Neben der ständigen Modernisierung unserer Dialysekliniken sowie Produktionsanlagen sollten die erhöhten Investitionen insbesondere für das weitere Wachstum unseres Geschäfts investiert werden. So soll die starke Nachfrage nach unseren Dialyseprodukten durch die Erweiterung unserer weltweiten Produktionskapazitäten gedeckt werden. Das Geschäft mit Dialysedienstleistungen soll durch die Eröffnung neuer Kliniken erweitert werden. Weitere Investitionen dienen der Rationalisierung der Produktion und der verbesserten Verwaltung von Patientendaten sowie der Leistungsabrechnung. Darüber hinaus beabsichtigen wir, weiter gezielt zu akquirieren und unser weltweites Geschäft zu stärken. Dazu wollen wir Dialysekliniken erwerben und das Leistungsangebot im Bereich der Dialysemedikamente gemäß unserer Wachstumsstrategie ausbauen.

Für das Geschäftsjahr 2008 rechnen wir mit einer effektiven Steuerquote zwischen 38 % und 39 %, die auch im Geschäftsjahr 2009 nicht überschritten werden soll. Langfristig wollen wir sie auf unter 38 % senken.

Die Zielbandbreite für den operativen Cash Flow in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 beträgt 10 % bis 12 % vom Umsatz. Dazu soll ein weiterhin fokussiertes Management des Umlaufvermögens beitragen. Bei einem prognostizierten Umsatz von 10,4 Milliarden US-Dollar würde der operative Cash Flow zwischen ungefähr 1,0 und 1,25 Milliarden US-Dollar liegen.

Fresenius Medical Care orientiert sich in seiner langfristigen Finanzplanung am Debt / EBITDA -Verhältnis, das zum Ende des Jahres 2007 bei 2,84 lag. Im Geschäftsjahr 2008 wollen wir das Debt / EBITDA-Verhältnis weiter reduzieren und streben bis zum Jahresende einen Wert von unter 2,8 an, den wir im Jahr 2009 weiter reduzieren wollen.

Mit den nur teilweise genutzten bilateralen und syndizierten Kreditlinien sowie dem Forderungsverkaufsprogramm verfügen wir über einen ausreichenden zusätzlichen Finanzierungsspielraum, den wir auch in den kommenden Jahren beibehalten werden. Unser Ziel ist, dass die zugesicherten und nicht genutzten Kreditfazilitäten mindestens 10 bis 15 % unseres Finanzierungsportfolios betragen. Unsere Finanzierungsaktivitäten werden in den nächsten Jahren auch darauf ausgerichtet sein, nachrangige Finanzierungsinstrumente zu reduzieren. So wurden beispielsweise die im Februar 2008 fälligen nachrangigen genussscheinähnlichen Wertpapiere des Capital Trust II und II nicht durch die Ausgabe von neuen nachrangigen Wertpapieren finanziert, sondern durch die Nutzung bestehender erstrangiger Kreditfazilitäten. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass wir den Anteil von klassischen Bankfinanzierungen zugunsten von Kapitalmarktfinanzierungen reduzieren werden. Mittelfristig verfolgen wir außerdem das Ziel, dass unser Finanzierungsportfolio ausschließlich aus erstrangigen unbesicherten Finanzverbindlichkeiten besteht. Durch die in 2007 vorgenommenen Kapitalmarkttransaktionen ist der Refinanzierungsbedarf des Jahres 2008 bereits komplett abgedeckt. Auch in den Jahren 2009 und 2010 besteht nur ein begrenzter Refinanzierungsbedarf, der aus dem Cash Flow und gegebenenfalls aus bestehenden Kreditfazilitäten abgedeckt werden kann. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir auch künftig über eine angemessene Finanzierung verfügen werden, um unsere Ziele erreichen und das weitere Wachstum des Unternehmens begleiten zu können.

Wir wollen auch künftig weltweit wachsen, den Absatz unserer Dialyseprodukte steigern und mehr Patienten mit unseren Dienstleistungen versorgen. Fresenius Medical Care rechnet daher mit weiter steigenden Mitarbeiterzahlen speziell in den Dialysekliniken und Produktionsstätten. Zum Ende des Geschäftsjahres 2008 werden wir voraussichtlich über 65.000 Mitarbeiter (Durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) beschäftigen. Damit würde die Zahl der Mitarbeiter gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 um etwa 6 % steigen. Auch für das Jahr 2009 erwarten wir ein Belegschaftswachstum auf über 68.000 Beschäftigte. Dabei soll der Umsatz wieder stärker steigen als die Zahl der Mitarbeiter. Entsprechend unserer Wachstumsstrategie sehen wir besonders vielversprechende Möglichkeiten in Asien und Osteuropa; deswegen werden die Mitarbeiterzahlen dort zum Teil kräftig zulegen. Dennoch erwarten wir keine wesentlichen Änderungen bei der weltweiten Verteilung unserer Mitarbeiter - die meisten unserer Beschäftigten werden auch künftig in Nordamerika tätig sein. Unverändert hoch bleibt unser Engagement bei der Ausbildung von Jugendlichen in Deutschland. Wir wollen auch in den kommenden Jahren über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden und tragen dadurch wie bisher unserer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung.

Für das Jahr 2008 wollen wir die konzernweite Zusammenarbeit im Beschaffungsprozess weiter optimieren und so auch überregional immer enger zusammenarbeiten. Mit Einkaufsallianzen aus verschiedenen Branchen wollen wir unser Einkaufsvolumen weiter erhöhen und damit unsere Verhandlungsposition bei Lieferanten stärken. Um den Erfolg noch genauer messen zu können, wollen wir unter anderem ein europaweites Controlling- System einführen und dadurch den kennzahlengestützten Beschaffungsprozess verbessern. Wir planen außerdem, unsere Dienstleistungen im Logistikbereich auch Dritten anzubieten. Auf diese Weise erhöhen wir die Auslastung unserer Lkw in den USA und reduzieren die Zahl der Leerfahrten. Zusätzlich wollen wir „Lean Six Sigma“ in weiteren Logistikbereichen in den USA einführen. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Rohöl und anderen Energien erwarten wir in den Jahren 2008 und 2009 keine Entspannung der Preissituation, sondern gehen von einem konstant hohen Niveau aus. Insbesondere für Strom und rohölabhängige Zwischenprodukte erwarten wir einen weiteren Preisanstieg. Andere Fertigwaren wie Kartonagen und Verpackungsmaterialien sollten relativ preisstabil bleiben.

Angesichts der bereits heute hohen Zahl der Dialysekliniken, die wir nach ISO 9001:2000 und ISO 14001: 2004 zertifiziert haben, ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Arbeit, die Zertifizierungsanforderungen auch weiterhin einzuhalten. In nahezu 250 Dialysekliniken gilt es zu gewährleisten, dass die Standards der Qualitätsmanagement-Norm jederzeit erfüllt werden. Außerdem streben wir an, mehr als 50 weitere Kliniken, vor allem in Italien und Frankreich, nach beiden Normen zu zertifizieren. Zusätzlich wollen wir das Integrierte Managementsystem (IMS) in Südafrika und Serbien einführen und zertifizieren. Unverändert hoch bleibt unser Bedarf an Mitarbeitern, die interne Audits nach den IMS-Anforderungen durchführen können, insbesondere in Osteuropa. Ihre Ausbildung werden wir auch künftig forcieren. Des Weiteren wollen wir ein umfangreiches Datenmanagementsystem in Europa installieren, um den Audit- Prozess künftig noch wirksamer zu gestalten und ein effektives Öko-Controlling zu ermöglichen. Zu einem weiter verbesserten ressourcenschonenden Einsatz von Wasser und Dialyseflüssigkeiten sollen im Geschäftsjahr 2008 neu entwickelte Handlungsrichtlinien beitragen. An der Umsetzung der übergeordneten Ziele unseres europäischen Umweltmanagementsystems werden wir im Jahr 2008 und auch danach weiter arbeiten.

Mit dem bereits im Jahr 2005 veröffentlichten GOAL 10 wollen wir im Jahr 2010 einen Umsatz von etwa 11,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Profitabilität soll dabei mit einem Wachstum des Jahresüberschusses von mehr als 10 % pro Jahr stärker steigen als der Umsatz. Insgesamt streben wir einen globalen Marktanteil von 18 % an.

Die Aussichten von Fresenius Medical Care sind auch für die kommenden Jahre positiv. Aus heutiger Sicht dürften alle Regionen zum Umsatz- und Ergebniswachstum beitragen. Im Geschäftsjahr 2008 wollen wir unsere Marktposition in sämtlichen Segmenten stärken und unsere Wachstumspläne konsequent verfolgen. Dazu gehören der Aufbau neuer Kliniken und die gezielte Akquisition von Dialysekliniken in allen Regionen, die Stärkung unserer Heimdialyseaktivitäten und ein fortgesetzt hohes Engagement im Bereich der Dialysemedikamente. Außerdem wollen wir die Verschuldungsrate von Fresenius Medical Care - gemessen am Debt / EBITDA-Verhältnis - weiter reduzieren und auf diese Weise Spielraum für zusätzliches Wachstum schaffen.





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