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Infineon Technologies Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht
Unsere derzeitige Planung sieht für das Geschäftsjahr 2008 für Infineon ohne Qimonda, bestehend aus den Segmenten Automotive, Industrial & Multimarket, Communication Solutions, Sonstige Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen & Eliminierungen im Vergleich zu 2007 einen Anstieg der Umsätze von bis zu zehn Prozent vor. Wir gehen davon aus, dass die Umsätze im Segment Automotive, Industrial & Multimarket im Geschäftsjahr 2008 gegenüber 2007 leicht fallen werden. Dabei erwarten wir weiterhin gesundes Wachstum im Bereich Industrieelektronik wenn auch leicht abgeschwächt durch den Effekt der Dekonsolidierung unserer Hochspannungs-Bipolar-Aktivitäten. Im Bereich Automobilelektronik erwarten wir eine stabile Entwicklung. Allerdings werden die Umsätze im Bereich Sicherheitslösungen & ASIC wahrscheinlich fallen. Das liegt zum einen an geringeren Verkäufen von ICs für Festplatten aufgrund schwacher Nachfrage unseres Hauptkunden in diesem Bereich. Zum anderen wird der Umsatz im Chipkartenbereich aufgrund der geplanten Reduzierung der Aktivitäten bei SIM-Karten wahrscheinlich rückläufig sein gegenüber dem Geschäftsjahr 2007. Insgesamt hat auch der unvorteilhaftere Planungsansatz für den Wechselkurs des US-Dollar zum Euro gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 einen negativen Effekt auf die Umsatzentwicklung im Segment Automotive, Industrial & Multimarket. Für das Segment Communication Solutions erwarten wir im Geschäftsjahr 2008 stark steigende Umsätze gegenüber dem Geschäftsjahr 2007. Unser Wachstum wird getrieben hauptsächlich durch starke Nachfrage nach unseren Mobilfunkprodukten. Weiterhin werden Konsolidierungseffekte die Umsatzentwicklung positiv beeinflussen. So werden wir das DSL-Geschäft für Teilnehmerendgeräte von TI, dessen Übernahme am 31. Juli 2007 abgeschlossen wurde, für das gesamte Geschäftsjahr 2008 konsolidieren. Weiterhin haben wir die Übernahme der Mobilfunkaktivitäten von LSI zum 24. Oktober 2007 abgeschlossen und erwarten daraus einen Umsatzbeitrag von zwischen €200 Millionen und €250 Millionen im Geschäftsjahr 2008. Der Umsatz der beiden Segmente Sonstige Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen & Eliminierungen wird per Saldo wahrscheinlich vernachlässigbar sein.
Für das Geschäftsjahr 2007 lag das berichtete Ebit von Infineon exklusive Qimonda bei minus €49 Millionen. In diesem Ebit waren außerordentliche Gewinne in einer Gesamthöhe von €53 Millionen enthalten. Davon entfielen €29 Millionen auf eine Anpassung von Rückstellungen für Personalkosten und €20 Millionen auf den Verkauf unserer Tochtergesellschaft Sci-Worx sowie den Verkauf unserer POF-Aktivitäten. Ebenso waren in diesem Ebit außerordentliche Verluste in einer Gesamthöhe von minus €181 Millionen enthalten. Wesentliche Bestandteile dieser Summe waren ein Betrag von minus €84 Millionen aus dem Verkauf von Qimonda-Aktien sowie ein Betrag von minus €80 Millionen für diverse Restrukturierungsmaßnahmen, beispielsweise in unserer Fertigung ALTIS in Frankreich oder zur Verschlankung unserer F&E-Aktivitäten, sowie eine Abschreibung auf Vermögensgegenstände. Wir erwarten eine Ebit-Marge von etwa 10 Prozent vor außerordentlichen Gewinnen oder Verlusten für das Geschäftsjahr 2009 (ohne Qimonda) und planen, im Geschäftsjahr 2008 deutliche Fortschritte in Richtung dieses Ziels zu machen. Im Segment Automotive, Industrial & Multimarket lag das berichtete Ebit im Geschäftsjahr 2007 bei €300 Millionen. Dieser Betrag enthielt außergewöhnliche Gewinne in Höhe von €20 Millionen hauptsächlich aus dem Verkauf unserer POF-Aktivitäten sowie außerordentliche Aufwendungen in Höhe von €4 Millionen hauptsächlich für Abschreibungen auf Vermögensgegenstände. Wir erwarten im Geschäftsjahr 2008 ohne Berücksichtigung etwaiger außerordentlicher Gewinne oder Verluste ein Ebit leicht unter dem Vorjahreswert. Positive Ebit-Effekte erwarten wir aus generellen Produktivitätsverbesserungen sowie vom derzeit stattfindenden Ausbau unserer Produktionskapazitäten im Werk Kulim in Malaysia. Diese werden voraussichtlich von negativen Effekten aus der unvorteilhaften Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und US-Dollar im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 sowie aus regulären Preissenkungen für unsere Kunden überkompensiert werden. Im Segment Communication Solutions belief sich das berichtete Ebit des Geschäftsjahres 2007 auf minus €160 Millionen. Der in diesem Ebit enthaltene Saldo aus außerordentlichen Gewinnen und Verlusten war vernachlässigbar klein. Im laufenden Geschäftsjahr werden wachsende Liefervolumina von Mobilfunk-Plattformen, unter anderem auch für neue Kunden, zu einem positiven Effekt auf das Ebit führen. Weiterhin erwarten wir nach wie vor, im Bereich Mobilfunk im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008 ein ausgeglichenes Ebit zu erzielen. Insgesamt sind wir im Segment Communication Solutions für das Geschäftsjahr 2008 bestrebt, trotz erheblicher negativer Effekte aus der Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und US-Dollar im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 ein positives Ebit vor außerordentlichen Gewinnen und Verlusten zu erreichen. Diese Prognose berücksichtigt bereits den Effekt der Konsolidierung des von TI übernommenen DSL-Geschäfts für Teilnehmerendgeräte sowie der von LSI übernommenen Mobilfunkaktivitäten. Für beide Bereiche zusammen erwarten wir laufende Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände als Folge der Akquisition der beiden Geschäfte im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen Euro Bereich pro Jahr, die in unserer Ebit-Prognose enthalten sind. Das berichtete Ebit der Segmente Sonstige Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen & Eliminierungen in Summe lag für das Geschäftsjahr 2007 bei minus €189 Millionen. In diesem Ebit waren außergewöhnliche Gewinne von €25 Millionen enthalten, die im wesentlichen aus einer Anpassung von Rückstellungen für Personalkosten resultierten. Weiterhin waren in diesem Ebit außerordentliche Aufwendungen in einer Gesamthöhe von minus €173 Millionen enthalten, von denen minus €84 Millionen aus dem Verkauf von Qimonda-Aktien sowie minus €80 Millionen aus diversen Restrukturierungsmaßnahmen, beispielsweise in unserer Fertigung ALTIS in Frankreich oder zur Verschlankung unserer F&E-Aktivitäten, sowie einer Abschreibung auf Vermögensgegenstände resultierten. Gegenwärtig erwarten wir für die Segmente Sonstige Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen und Eliminierungen zusammen vor Einbeziehung etwaiger außerordentlicher Gewinne und Verluste ein Ebit von rund minus €50 Millionen. Über das Geschäftsjahr 2008 hinaus zielen wir, wie oben dargestellt, im Geschäftsjahr 2009 auf eine Ebit-Marge vor außerordentlichen Gewinnen und Verlusten von 10 Prozent für Infineon ohne Qimonda ab. Wir gehen davon aus, dass sowohl das Segment Automotive, Industrial & Multimarket wie auch das Segment Communication Solutions die Ebit-Marge gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 weiter ausbauen kann. Im Segment Communication Solutions werden nach den Übernahmen der Aktivitäten für DSL-Teilnehmerendgeräte von TI und Mobilfunk von LSI weiterhin Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen Euro Bereich pro Jahr anfallen. Für Sonstige Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen & Eliminierungen erwarten wir per Saldo einen Verlust vergleichbar mit dem des Geschäftsjahres 2008.
Für die Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Communication Solutions verfolgen wir eine differenzierte Fertigungsstrategie. Gemäß dieser Strategie werden wir weiterhin in eigene Produktionskapazitäten für Spezialprozesse investieren, besonders im Bereich der Leistungshalbleiter. Im Gegensatz dazu planen wir in der Standardhalbleiterfertigung, der so genannten CMOS-Technologie, keine Investitionen in eigene Produktionskapazitäten für Strukturgrößen ab 65-Nanometer. Wir rechnen mit Investitionen in das Anlagevermögen zwischen €400 Millionen und €500 Millionen für das Geschäftsjahr 2008. Für die Folgejahre erwarten wir Beträge um €500 Millionen pro Jahr. Der Abschreibungsaufwand wird sich im Geschäftsjahr 2008 zwischen €550 Millionen und €600 Millionen bewegen. In den folgenden Geschäftsjahren rechnen wir mit weiter rückläufigen jährlichen Abschreibungen.
Infineons Ausgaben für Forschung und Entwicklung ohne Qimonda werden im Geschäftsjahr 2008 gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 voraussichtlich leicht steigen, getrieben vornehmlich durch die Konsolidierung der übernommenen Aktivitäten bei DSL-Teilnehmerendgeräten und Mobilfunk. Im Segment Automotive, Industrial & Multimarket ist eine leichte Erhöhung der F&E-Ausgaben zu erwarten, und zwar vornehmlich im Automobil- und Industriegeschäft. Die Einführung neuer Produkte sowie die Erweiterung des bisherigen Produktportfolios in den Bereichen Automotive Power, Sensor- und Steuerungstechnik sowie Power Management sind von großem Stellenwert im Gesamtbudget. Auch im Segment Communication Solutions werden die F&E-Ausgaben im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 steigen. Ohne den Einfluss der übernommenen Aktivitäten, würde der F&E-Aufwand sinken. Dem liegen Effizienzgewinne und Kostenreduzierungen zugrunde, die nach der Insolvenz eines wichtigen Kunden angestrengt wurden und die sich 2008 über das gesamte Geschäftsjahr hinweg auswirken werden. Rechnet man dann allerdings die F&E-Aufwendungen der übernommenen DSL-Teilnehmerendgeräte- und Mobilfunk-Aktivitäten hinzu, ergibt sich das leichte Wachstum in den F&E-Aufwendungen. Im Segment Communication Solutions konzentrieren sich unsere Forschungs- und Entwicklungsausgaben beispielsweise auf Ein-Chip- und Systemlösungen für Mobiltelefone sowie Breitbandzugänge. Ein weiteres wichtiges F&E-Thema liegt in der Prozesstechnologie, die wir in Allianzen mit mehreren Partnern und in Konsortien entwickeln, um kostengünstig eine wettbewerbsfähige Technologie-Roadmap verfolgen zu können. Über das Geschäftsjahr 2008 hinaus sind durch das angestrebte Umsatzwachstum leichte Erhöhungen der F&E-Investitionen möglich.
Die Umsätze von Qimonda ergeben sich aus der verkauften Speicherkapazität und dem Verkaufserlös pro Chip, die das Unternehmen aus seinen Produkten erzielt. Wenngleich Qimonda das Produktionswachstum durch Kapazitätserweiterungen und Prozessverbesserungen beeinflusst, so hängt das Umsatzvolumen doch davon ab, in welchem Rahmen sein Produktangebot die Nachfrage auf dem Markt trifft. Die Verkaufspreise von Qimonda hängen vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Speichermarkt ab. Diese Marktkräfte liegen außerhalb des Einflussbereichs von Qimonda. Folglich ist Qimonda auch nicht in der Lage eine verlässliche Schätzung der zukünftigen Verkaufspreise sowie des daraus resultierenden Umsatzes und Bruttoergebnisses abzugeben. Für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2008 erwartet Qimonda ein Wachstum in der Bit-Produktion von rund 5 Prozent verglichen mit dem vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2007. Dieses Wachstum wird im Wesentlichen generiert durch weitere Umstellung auf die produktiveren 80-Nanometer und 75-Nanometer Fertigungstechnologien und beinhaltet Effekte aus rückläufiger Produktion aus 200-Millimeter-Kapazitäten. Im Geschäftsjahr 2008 erwartet Qimonda, dass die Speichernachfrage weiter wachsen wird – einerseits durch die fortgesetzte hohe Nachfrage nach Speichern in Grafik-, Konsumelektronik- und Kommunikationsanwendungen sowie andererseits durch die Preiselastizität der Nachfrage sowie durch die Verwendung von Speichermodulen höherer Speicherdichte im PC-Markt. Für das Geschäftsjahr 2008 erwartet Qimonda ein Wachstum der Bit-Produktion von zirka 50 Prozent. Qimonda peilt für den Anteil der Nicht-PC-Anwendungen an den Gesamtlieferungen ein Niveau von mehr als 50 Prozent für das Geschäftsjahr an. Qimonda ist permanent bestrebt, die Kosten pro Speicher in der Produktion zu senken. So arbeitet das Unternehmen beständig an der Verkleinerung der einzelnen Halbleiterchips und zielt darauf ab, mehr der produktiven 300-Millimeter-Kapazitäten in Betrieb zu nehmen; hinzu kommen andere Kosten senkende und die Produktivität erhöhende Maßnahmen. Für das Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahrs 2008 plant Qimonda mehr als 50 Prozent der Fertigungskapazitäten auf Technologien von 80-Nanometer Strukturgröße oder darunter konvertiert zu haben. Qimonda plant, diesen Anteil bis zum Ende des zweiten Quartals des Geschäftsjahrs 2008 auf 75 Prozent zu erhöhen. Qimonda erwartet im Geschäftsjahr 2008 Investitionen in das Anlagevermögen zwischen €650 Millionen und €750 Millionen. In den folgenden Jahren zielt das Unternehmen auf Investitionen ins Anlagevermögen in einer Spanne von 15 Prozent und 25 Prozent der Umsatzerlöse ab. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2008 werden sich auf zwischen €700 Millionen und €800 Millionen belaufen; in den folgenden Jahren werden sie etwa die Höhe der Investitionen in das Anlagevermögen erreichen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung werden für das Geschäftsjahr 2008 auf zwischen €450 Millionen und €490 Millionen geschätzt. Danach werden sie im Durchschnitt des DRAM-Zyklus ungefähr 10 Prozent vom Umsatz ausmachen.













