| Kurse + Charts + Realtime | News + Analysen | Fundamental | Unternehmen | zugeh. Wertpapiere | Einfügen in | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurs + Chart | Chart (groß) | News + Adhoc | Bilanz | Termine | Zertifikate | Depot |
| Times + Sales | Analysechart (Java) | Analysen | GuV | Profil | Optionsscheine | Watchlist |
| Börsenplätze | Chartvergleich | Research Statis. | Vergleich | Insidertrades | Knock-outs | myfinanzen |
| Orderbuch | Stuttgart Realtime | RSS Feed | im Forum | Fonds | ||
| Historisch | Realtime Push | Ausblick | IR-Daten | |||
RWE Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht
Der Umsatz wird 2008 voraussichtlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Diese wie auch die nachfolgenden Prognosen basieren auf einer Wechselkursannahme für das britische Pfund von 0,70 £/€. Maßgeblich für den Umsatzanstieg sind Strompreisanpassungen, mit denen wir steigende Beschaffungskosten an unsere Kunden weitergeben. Außerdem erwarten wir positive Mengeneffekte aus der Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Biblis. Gegenläufig wirken die Kürzungen unserer deutschen Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur.
Das Ergebnis des RWE-Konzerns wird voraussichtlich weiter auf hohem Niveau liegen. Wir gehen davon aus, zwei negative Effekte kompensieren zu können: die Verschärfung der Rahmenbedingungen im CO2-Emissionshandel und weitere regulatorische Kürzungen unserer deutschen Netzentgelte. In Summe dürften diese beiden Faktoren gegenüber dem Vorjahr zu einer Ergebnisbelastung von rund 1,5 Mrd. € führen. Beim EBITDA und beim betrieblichen Ergebnis erwarten wir, mindestens das Niveau von 2007 erreichen zu können. Beim Nettoergebnis rechnen wir mit einem Anstieg um mehr als 10 %. Hier war der Vorjahreswert durch Einmaleffekte geprägt. Das um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis – die Bezugsgröße für die Bemessung der Dividende – wird voraussichtlich ebenfalls um über 10 % steigen. Wie bereits erläutert, werden wir unser bis 2010 laufendes 600-Mio.-€-Effizienzsteigerungsprogramm im Jahresverlauf aufstocken. Für 2008 erwarten wir aus den Maßnahmen einen Ergebnisbeitrag von rund 100 Mio. €. Der Schwerpunkt ist die Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer regulierten deutschen Strom- und Gasnetzaktivitäten. Außerdem wollen wir die technische Verfügbarkeit unseres Kraftwerksparks erhöhen. Bei der neuen RWE Supply & Trading erwarten wir einen Abschluss unter Vorjahresniveau, denn wir gehen nicht davon aus, an das außergewöhnlich hohe Handelsergebnis von 2007 anknüpfen zu können. Im Gas-Midstream-Geschäft werden wir nach den Anlaufverlusten aus dem vergangenen Jahr voraussichtlich zulegen, die Gewinnzone aber wohl noch nicht erreichen.
RWE Power wird das betriebliche Ergebnis weiter steigern. Wir rechnen mit einem Plus von mehr als 10 %. Insbesondere die in Vorjahren stark gestiegenen Strompreise am deutschen Großhandelsmarkt werden sich positiv in den Erträgen niederschlagen. Für 2008 hat RWE Power die deutsche Erzeugung bereits zu über 90 % am Markt platziert. Daneben erwarten wir positive Mengeneffekte, nachdem inzwischen beide Blöcke des Kernkraftwerks Biblis wieder den Betrieb aufgenommen haben. Andererseits werden massive Belastungen aus dem CO2-Emissionshandel auf uns zukommen. Der deutsche Allokationsplan für den Zeitraum von 2008 bis 2012 sieht eine wesentlich knappere kostenfreie Zuteilung von Emissionsberechtigungen vor. Wir gehen davon aus, dass RWE Power in diesem Zeitraum durchschnittlich etwa 40 % der in Deutschland benötigten CO2-Zertifikate am Markt einkaufen oder – so weit wie möglich – über CDM/JI-Projekte beschaffen muss. Die prozentuale Unterausstattung mit Emissionsrechten wird 2008 voraussichtlich noch deutlich über dem Fünf-Jahres-Durchschnittswert liegen und in der Folgezeit sinken. Weitere Ergebnisbelastungen erwarten wir für das laufende Jahr durch höhere Brennstoffpreise bei Steinkohle und Gas sowie gestiegene Sach- und Personalkosten. RWE Dea wird ihr betriebliches Ergebnis aus heutiger Sicht um über 10 % steigern. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass wir höhere Gas- und Ölpreise realisieren können. Allerdings rechnen wir auch mit steigenden Förder- und Betriebskosten.
Für RWE Energy sieht unsere Prognose einen Ergebnisanstieg im einstelligen Prozentbereich vor. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass normale Witterungsverhältnisse herrschen und unser Gasabsatz damit über Vorjahresniveau liegt. Die aktuellen Kürzungen unserer deutschen Strom- und Gasnetzentgelte durch die Bundesnetzagentur stellen eine erhebliche Belastung dar. Um die Auswirkungen auf das Ergebnis zu begrenzen, plant RWE Energy umfangreiche Kostensenkungen mit Schwerpunkt auf Deutschland. Außerdem wollen wir unsere Ertragslage im Strom- und Gasvertrieb verbessern. Dafür setzen wir weiterhin auf unsere wertorientierte Absatzstrategie. Gleichzeitig wollen wir Kundenverluste in allen Marktsegmenten begrenzen, indem wir innovative Produkte entwickeln. Das Spektrum reicht von Fixpreisangeboten an Privatkunden mit mehrjähriger Vertragslaufzeit über das Portfoliomanagement bis hin zu Kraftwerksauktionen für Industrieunternehmen und Stadtwerke. Außerdem werden wir unsere Internet-Vertriebstochter eprimo ausbauen.
RWE npower wird das Vorjahresergebnis aus heutiger Sicht nicht erreichen können. Wir gehen davon aus, dass steigende Brennstoffkosten – insbesondere bei Kohle – zu rückläufigen Margen in der Stromerzeugung führen werden. RWE npower muss im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich etwa 25 % der benötigten CO2-Zertifikate am Markt zukaufen. Bei den Personalkosten rechnen wir mit einem Anstieg, insbesondere weil unsere Kraftwerksinvestitionen zu einem erhöhten Mitarbeiterbedarf führen. Im Strom- und Gasvertrieb bleibt das Marktumfeld schwierig, insbesondere wegen des anhaltend intensiven Wettbewerbs und der zuletzt gestiegenen Einkaufspreise. Wir haben zu Jahresbeginn als erster Versorger in Großbritannien die Preise für Haushaltskunden angehoben, und zwar um durchschnittlich 12,7 % im Strom- und 17,2 % im Gasgeschäft. Voraussichtlich werden deutlich höhere Gastransportkosten dämpfenden Einfluss auf die Vertriebsmargen haben. Außerdem erwarten wir steigende Belastungen durch ein staatliches Programm, das die britischen Versorger dazu verpflichtet, Energiesparmaßnahmen bei Haushaltskunden zu fördern.
Unser Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2008 wird sich voraussichtlich an einer Ausschüttungsquote von 70 bis 80 % orientieren. Dies gilt allerdings nur dann, wenn wir die Mehrheit der Aktien von American Water im Jahresverlauf erfolgreich am Markt platzieren können; ansonsten bliebe es bei der regulären Quote von 50 bis 60 %. Bemessungsgrundlage für die Ausschüttungsquote ist das um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis.
Die Sachanlageinvestitionen werden wir 2008 deutlich aufstocken. Den stärksten Zuwachs planen wir bei RWE Power. Im laufenden Jahr wollen wir mit dem Bau der Steinkohle-Doppelblöcke in Hamm und im niederländischen Eemshaven beginnen. Für beide Projekte laufen derzeit die Genehmigungsverfahren. Die Arbeiten am Gaskraftwerk in Lingen und am Braunkohle-Doppelblock in Neurath sind bereits weit fortgeschritten. Die Inbetriebnahme dieser Anlagen ist für 2009 bzw. 2010 vorgesehen. Die Kosten für Kraftwerkskomponenten sind zuletzt deutlich angestiegen. Durch die frühzeitige Sicherung von Komponenten konnten wir den Preisanstieg für unsere Großprojekte dämpfen. Unsere UpstreamGlossar-Tochter RWE Dea wird verstärkt in die Gasförderung investieren, besonders in Nordafrika. Auch RWE Energy hat das Investitionsbudget aufgestockt. Rund 80 % der Mittel setzen wir im Netzgeschäft ein. Weitere Mittel fließen in Gasspeicherprojekte. RWE npower wird ebenfalls mehr investieren. Unsere wichtigsten Vorhaben in Großbritannien sind die neuen Gaskraftwerke in Staythorpe und Pembroke. Außerdem bauen wir Offshore-Windkraftanlagen an der walisischen Küste. In Summe dürften die Sachinvestitionen des RWE-Konzerns (ohne American Water) 2008 eine Größenordnung von 6 Mrd. € erreichen. Gegenüber 2007 wäre das ein Plus von mehr als 70 %.
Trotz der geplanten Dividendenzahlungen im April und stark ansteigender Investitionsausgaben werden wir die Nettoschulden im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich weiter zurückführen. Ausschlaggebend dafür sind der erwartete hohe operative Mittelzufluss und unsere Annahme, bis Jahresende mindestens die Aktienmehrheit an American Water an der Börse platzieren zu können. Unsere gute Reputation als Anleihe-Emittent bietet uns jederzeit Zugang zu kurz- und langfristigen Finanzierungsquellen. Für 2008 betragen die Kapitalmarktfälligkeiten 1,6 Mrd. €.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir mit einem Anstieg des Personalstands um mehr als 1.500 Mitarbeiter. Vor allem RWE Power und RWE npower werden neue Stellen schaffen.
Wie bereits dargestellt, haben wir unserer Stromproduktion für 2008 bereits größtenteils am Terminmarkt verkauft. Dabei gehen wir grundsätzlich so vor, dass zeitgleich mit dem Abschluss eines Lieferkontrakts die zur Erzeugung benötigten Brennstoffe beschafft bzw. preislich abgesichert werden. Dies gilt auch für den Zukauf von CO2-Zertifikaten. Unsere Kosten für Gas, Steinkohle und Emissionsberechtigungen sind daher – ebenso wie unsere Stromerlöse – größtenteils noch durch frühere Preisentwicklungen auf den Terminmärkten bestimmt. Bei Braunkohle, die wir in unseren eigenen Tagebauen fördern, sind wir keinen Beschaffungspreisrisiken ausgesetzt. Die Deckung des Uranbedarfs unserer Kernkraftwerke haben wir über langfristige Bezugsverträge zu festen Konditionen gesichert. In der Kernenergie machen die Beschaffungskosten für Brennstoffe typischerweise nur einen geringen Teil der gesamten Erzeugungskosten aus. Prognosen über unsere Beschaffungskosten sind generell nur eingeschränkt möglich. So hängt der Brennstoffeinsatz in Kraftwerken stark von deren Auslastung ab. Diese wird mitbestimmt durch die Entwicklung der Spotpreise an den Strom- und Brennstoffmärkten; ebenso können ungeplante Kraftwerksstillstände eintreten. Beim Einkauf von Materialien und Dienstleistungen sehen wir auch für 2008 Einsparpotenziale. Bei der Beschaffung von Rohstoffen erwarten wir zudem Vorteile durch die Zusammenlegung von RWE Gas Midstream und RWE Trading zur neuen RWE Supply & Trading.
Wir werden unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) deutlich steigern. Für 2008 und die Folgejahre sind jeweils über 100 Mio. € veranschlagt – mit steigender Tendenz im Zeitablauf. Im Vordergrund stehen wie bisher Projekte zur Effizienzverbesserung und Emissionsreduktion in der Stromerzeugung. Mehr als zwei Drittel unseres F&E-Budgets sind dafür bestimmt. Ein Meilenstein ist 2008 die Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Braunkohlevortrocknung am Standort Niederaußem. Die im vergangenen Jahr begonnenen Kooperationen mit Partnern aus der chemischen Industrie und dem Anlagenbau rund um Verfahren zur Abtrennung des Kohlendioxids vom Rauchgas wollen wir ausbauen. Mit dem Start der RWE Innogy haben wir zugleich die Weichen gestellt für eine Intensivierung der F&E-Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien. Auch auf dem Gebiet der Stromnetze sind wir aktiv. Unsere Maßnahmen richten sich hier auf eine Reduzierung der Spannungsverluste, intelligente Netznutzung und innovative Energiemessung. Ferner wollen wir einen Beitrag dazu leisten, Know-how auf dem Gebiet der Kernenergie langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Damit halten wir die Option auf Nutzung dieser klimaschonenden Technologie in einem sich wandelnden energiewirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld offen.













