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Siemens Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht
Ausrichtung des Konzerns für die kommenden drei Geschäftsjahre: Fit42010 Siemens wird sich in den nächsten drei Jahren auf die Umsetzung des Strategie-programms Fit42010 konzentrieren. Dieses Programm gibt Ziele für Geschäftswachstum und -entwicklung, Ertrag, Profi tabilität sowie weitere Finanzziele vor. Darüber hinaus setzt Fit42010 Ziele für die organisatorische Entwicklung und das Erreichen einer Führungsrolle im Bereich der unternehmerischen Verantwortung. Fit42010 ist eine konsequente Weiterentwicklung unseres Strategieprogramms Fit4More, das wir im Geschäftsjahr 2007 erfolgreich abgeschlossen haben. Wir haben unsere Profi tabilitätsziele in den meisten operativen Bereichen angehoben, neue Finanzziele für den Konzern ergänzend aufgenommen, und wir wollen die Organisationsstruktur des gesamten Unternehmens stärker fokussieren.
Im Geschäftsjahr 2007 haben wir unsere externe Kommunikation hinsichtlich finanzieller Leistungsfähigkeit, neuer Ziele und Erwartungen erweitert. In den kommenden zwei Geschäftsjahren soll unser Umsatz mindestens doppelt so stark wachsen wie das weltweite BIP. dass wir für das Erreichen dieser kurzfristigen Ziele gut aufgestellt sind. Diese Erwartung stützen wir auf die Auftragseingänge im Wert von etwa 84 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2007, was einem Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Verhältnis) von 1,16 entspricht.
Wir erwarten, dass das Ergebnis der Bereiche (Operatives Geschäft) in den kommenden zwei Jahren mindestens doppelt so stark wie unser Umsatz wächst. Effekte aus dem unten beschriebenen Programm zur Senkung der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten haben wir für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 bislang nicht quantifi ziert. Ungeachtet dieser Effekte erwarten wir einen Anstieg des Ergebnisses der Bereiche (Operatives Geschäft) im Geschäftsjahr 2009 im Zuge des Strategieprogramms Fit42010, das für die operativen Bereiche höhere Zielbänder vorsieht. Insbesondere für den Bereich Med, der im Geschäftsjahr 2007 große Übernahmen abgeschlossen bzw. angekündigt hat, haben wir die Margenerwartungen für 2010 angehoben. Wir gehen davon aus, dass das Ergebnis der Bereiche (Operatives Geschäft) von diesen sowie weiteren tief greifenden Portfolioänderungen, die wir bei anderen Bereichen in den vergangenen Jahren durchgeführt haben, profitiert. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass wir für das Erreichen der kurzfristigen Ziele für das Ergebnis der Bereiche (Operatives Geschäft) gut aufgestellt sind, da alle Bereiche im Geschäftsjahr 2007 teilweise oder durchgehend die aktuellen Zielbänder einhalten konnten. Wir werden weiterhin unsere Ergebnis-Performance im Operativen Geschäft und die Margen unserer erfolgreichsten Mitbewerer genau beobachten. Ebenso berücksichtigen wir gesamtwirtschaftliche Tendenzen, um unsere Profi tabilitätsziele adäquat festzulegen.
Im Geschäftsjahr 2007 war das Ergebnis der Bereiche (Operatives Geschäft) der wichtigste Wachstumstreiber für den Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten. Wir gehen davon aus, dass dies auch in den kommenden zwei Geschäftsjahren der Fall sein wird. Weiterhin erwarten wir, dass sich der Beitrag des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) aufgrund eines Gewinns aus dem Verkauf von SV im Geschäftsjahr 2008 deutlich positiv auswirken wird. Wir erwarten, dass diese Transaktion im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 abgeschlossen wird. Wir erwarten für Siemens im Geschäftsjahr 2008 einen deutlichen Anstieg des Gewinns je Aktie für fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten gegenüber dem Geschäftsjahr 2007. Einige mögliche Effekte aus den Compliance-Vorgängen auf das Ergebnis in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 lassen sich noch nicht quantifi zieren und können einen wesentlichen Einfl uss auf unser geplantes EPS haben.
Neben unseren Wachstums- und Profi tabilitätszielen haben wir im Rahmen von Fit42010 neue Finanzkennzahlen eingeführt. Der Free Cash Flow zeigt, wie erfolgreich wir Zahlungsmittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen erzielt haben. Im Geschäftsjahr 2007 konnten wir den Free Cash Flow im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 erwarten wir, dass zwei Kernelemente des Free Cash Flow im Fokus der Unternehmensleitung stehen werden: Net Working Capital (kurzfristige Vermögensgegenstände abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten) und Sachanlageinvestitionen. Zwei große, im Geschäftsjahr 2007 angekündigte Portfoliotransaktionen werden den Cashfl ow im Geschäftsjahr 2008 deutlich beeinfl ussen. Zu diesen gehört zunächst die Übernahme von Dade Behring für etwa 7 Mrd. USD (ca. 5 Mrd. EUR). Wir haben diesen Übernahmepreis zum Abschluss der Transaktion im November 2007 gezahlt. Die zweite Portfoliotransaktion ist der Verkauf von SV zu einem vorläufi gen Preis von ca. 11,4 Mrd. EUR. Wir erwarten den Abschluss dieser Transaktion im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2008.
Wir investieren fortlaufend in ein nachhaltiges Wachstum, indem wir unsere Technologien durch FuE weiterentwickeln, unsere Organisation schlanker und leistungsfähiger gestalten und unserer unternehmerischen Verantwortung gerecht werden. Im Geschäftsjahr 2007 investierten wir 4,7% unseres Umsatzes in FuE. Etwa 70% dieser 3,4 Mrd. EUR waren auf unsere drei größten und umsatzstärksten Bereiche ausgerichtet: A&D, PG und Med. Die Geschwindigkeit der technologischen Weiterentwicklung in den jeweiligen Branchen ist sehr hoch und erfordert kontinuierliche Innovation. In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 beabsichtigen wir, die FuE-Ausgaben im Vergleich zu 2007 anzuheben.
Damit Siemens noch schneller, flexibler und fokussierter agieren kann, haben wir für das Geschäftsjahr 2008 die Implementierung einer neuen Organisationsstruktur angekündigt. Diese wird aus drei Sectors bestehen, von denen sich jeweils einer auf einen wichtigen Wachstumstreiber der Weltwirtschaft konzentriert: Industrie (Industry), Energieerzeugung (Energy) und Gesundheitswesen (Healthcare). Der Sector Industry wird grundsätzlich aus den Geschäftsaktivitäten bestehen, die derzeit in den Bereichen A&D, I&S, SBT, TS und Osram zu fi nden sind. Der Sector Energy wird sich prinzipiell aus den Geschäftsaktivitäten von PG und PTD zusammensetzen. Der Sector Healthcare wird aus den derzeitigen Geschäftsaktivitäten von Med bestehen. Jeden Sector wird ein CEO leiten, der auch Mitglied des Vorstands der Siemens AG sein wird. Ferner wird jeder Sector einen CFO haben, der an den CFO von Siemens berichtet. Jedes Geschäftsgebiet unterhalb der Sectorebene wird ebenfalls ein CEO leiten, der dem Sector-CEO untersteht. Ebenso unterstehen die CEOs der Business Units, die innerhalb eines Geschäftsgebiets strukturiert sind, dem CEO des Geschäftsgebiets. In gleicher Weise wie bei den CEOs, wird es eine entsprechende separate Reportinglinie für die CFOs für die Einheiten unterhalb der Sectors geben. Die Bekanntgabe der neuen Sector-CEOs ist für Ende November 2007 geplant. Unsere weltweiten Regionalgesellschaften werden die neue Struktur unterstützen, wobei den globalen Sectorunternehmen ein klares „Vorfahrtsrecht“ im Engagement für nachhaltige und positive Wachstumschancen eingeräumt wird. Alle drei Sectors werden durch Organisationen mit Querschnittsfunktion unterstützt, die IT-Services (SIS) und Finanzdienstleistungen (SFS) bereitstellen.
Im Zuge der Verschlankung unserer Organisationsstruktur beabsichtigen wir, unsere Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten bis 2010 um 10 bis 20% zu reduzieren. Dieses Ziel wollen wir erreichen, indem wir die allgemeinen Verwaltungskosten der neuen Organisationsstruktur optimieren und darüber hinaus die Effizienz unserer Vertriebs- und Marketingaufwendungen weltweit erhöhen. Im Geschäftsjahr 2007 betrugen die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten 12,103 Mrd. EUR bzw. 16,7% des Umsatzes. Programme zur Erreichung dieser Zielsetzung werden wir im Geschäftsjahr 2008 aufstellen.
Siemens kann hinsichtlich der unternehmerischen Verantwortung eine lange Tradition vorweisen, die sich bis zum Unternehmensgründer Werner von Siemens zurückverfolgen lässt. Nachdem im Geschäftsjahr 2007 in einigen unserer Geschäftsaktivitäten Fälle von Fehlverhalten unserer Mitarbeiter aus früheren Jahren aufgedeckt wurden, hat die Unternehmensleitung besonderes Augenmerk auf die Lösung rechtlicher und behördlicher Problemfälle gelegt und die Grundsätze der Unternehmensführung gestärkt. Wir werden diese Anstrengungen im Geschäftsjahr 2008 unvermindert fortsetzen. Mit Beginn des Geschäftsjahrs 2008 haben wir einen neuen Vorstandsposten geschaffen, in dessen Verantwortungsbereich alle rechtlichen und Compliance bezogenen Vorgänge fallen.
Wir werden den Verpflichtungen gegenüber unseren Mitarbeitern, unseren Interessensgruppen und der Umwelt auch in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 nachkommen. In diesem Zusammenhang haben wir quantitative Ziele zur weiteren Reduzierung der Umweltbelastung durch unsere weltweiten Produktionssysteme beschlossen. Auf normalisierter Basis, unter Berücksichtigung von Geschäfts wachstum, beabsichtigen wir, in der Zeit von 2006 bis 2011 unsere Treibhausgasemissionen um 20%, den Wasserverbrauch um 20% und nicht wiederverwertbare Abfälle um 15% zu reduzieren. Außerdem wollen wir die Berichterstattung zu Umweltthemen, die unser Unternehmen betreffen, als integralen Bestandteil von Fit42010 ausbauen.
In den kommenden zwei Jahren ergeben sich nach unserer Einschätzung zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten für Siemens. Auf globaler Ebene werden diese Möglichkeiten durch die ständigen Innovationsprozesse in weltweiten Wachstumsbranchen geschaffen. Wenn die Marktakzeptanz unserer Innovationen unsere Erwartungen übersteigt, wenn regionale oder nationale Wirtschaften schneller wachsen als prognostiziert oder wenn in bestimmten Branchen eine größere Nachfrage entsteht als angenommen, können unser Geschäft und unsere Ergebnisse noch stärker wachsen als oben angegeben. Chancen dazu bestehen in jedem der drei oben aufgeführten Sectors. Da Fertigungsindustrien zunehmend auf Informationstechnologien setzen, um ihre Prozesse zu steuern, liefert uns insbesondere die Übernahme von UGS durch A&D neue Chancen, denn durch diese Akquisition erhalten wir führende Konzepte im Bereich der PLM-Software (PLM: Produktlebenszyklus-Management). Der steigende Ölpreis begünstigt unser Windenergiegeschäft, das seine Umsätze, Gewinne und Produktionskapazität derzeit rapide ausbaut. Dank der neuen Akquisitionen von Med können wir nun beginnen, Krankenhäusern, Kliniken und Labors das weltweit am stärksten integrierte Portfolio an medizinischen Diagnoselösungen anzubieten.













