ThyssenKrupp Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht

Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.

Falls sich die Konjunktur wie erwartet entwickelt, gehen wir für 2007/2008 und 2008/2009 von einer insgesamt positiven Geschäftsentwicklung aus. Risiken können sich aus der Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere der Euro-/US-Dollar-Parität, sowie der Energie- und Rohstoffkosten ergeben. Nach derzeitigem Stand planen wir für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von insgesamt rund 53 Mrd €. Mittelfristig soll der Umsatz auf 60 Mrd € steigen. Längerfristig, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nordamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, liegt unser Umsatzziel in der Größenordnung von 65 Mrd €. Für 2007/2008 planen wir ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von über 3 Mrd €. Mittelfristig wollen wir ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von nachhaltig 4 Mrd € erreichen. Auf längere Sicht, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nordamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, erwarten wir 4,5 bis 5,0 Mrd €.

Nach jetziger Planung werden wir zum 30. September 2008 mehr als 196.000 Mitarbeiter beschäftigen; dies bedeutet eine Zunahme um 3 %. Im darauf folgenden Geschäftsjahr soll die Zahl der Arbeitsplätze um weitere 2 % steigen. Das Beschäftigungswachstum dürfte allerdings fast ausschließlich im Ausland erfolgen, da unser Konzern im Zuge der Internationalisierung immer mehr Fertigungen und Service-Stützpunkte in der Nähe zu seinen Kunden aufbaut. Unser Ausbildungsangebot für Jugendliche wird auf dem gewohnt hohen Stand bleiben; wir wollen auch in den kommenden Jahren über unseren eigenen Bedarf hinaus ausbilden, um möglichst vielen Jugendlichen die Chance zu einem Start ins Berufsleben zu geben. Insgesamt wird der Personalaufwand des Konzerns 2007/2008 erneut über 9 Mrd € liegen; im darauf folgenden Geschäftsjahr könnte er weiter steigen.

Im angelaufenen Geschäftsjahr werden wir wiederum mehr als 800 Mio € ausgeben, um neue Produkte und Prozesse zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Für das darauf folgende Geschäftsjahr ist von einer weiteren Erhöhung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auszugehen. Dies zeigt die hohe Bedeutung von Innovationen für unser Unternehmen. Um das konzernweite Know-how möglichst effektiv zu nutzen, werden wir auch 2007/2008 segmentübergreifende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Form zahlreicher Projekte gezielt fördern. Ein Beispiel dafür ist InCar als Entwicklungsprojekt von Steel und Technologies zur Realisierung eines integrativen Technologieträgers. Um unsere Innovationskompetenz weiter zu stärken und die vorhandenen Potenziale auszu-schöpfen, wollen wir 2007/2008 ein neues konzernweites Innovationsprogramm starten. Dabei werden wir durch Wissens- und Erfahrungstransfer im Konzern noch systematischer Synergien nutzen. Dieser umfassende Ansatz soll die Effektivität und die Effizienz unserer Forschung und Entwicklung steigern und so dazu beitragen, die Talente und das Wissen unserer Mitarbeiter noch schneller in Innovationen zu verwandeln. Für diese Aufgaben sind hochqualifizierte Mitarbeiter besonders wichtig. Wir werden deshalb auch 2007/2008 zahlreiche neue Mitarbeiter – insbesondere mit ingenieurwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Ausbildung – für unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilungen einstellen.

Der Materialaufwand wird 2007/2008 und 2008/2009 wieder mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Hierzu tragen auch die nach wie vor hohen Rohstoffpreise bei. Außerdem hat sich der Anteil der zugekauften Güter und Dienstleistungen erhöht, weil wir nicht nur einfache Komponenten, sondern zunehmend auch komplexere Produkte und Dienstleistungen von leistungsfähigen externen Lieferanten beziehen. Versorgungsengpässe sind angesichts unserer langfristigen und internationalen Lieferantenbeziehungen nicht zu erwarten. Dies betrifft Rohstoffe ebenso wie Komponenten, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Dienstleistungen. Unterstützt durch unser strategisches Lieferantenmanagement werden wir die besten Lieferanten identifizieren und auswählen, um mit diesen langfristige Partnerschaften einzugehen.

Wir gehen davon aus, dass 2007/2008 das derzeitige Öl- und Erdgaspreisniveau weiter steigen könnte. Auch die Strombeschaffungskosten dürften zulegen. In den weiteren Jahren könnte dann Strom noch teurer werden, weil die gestiegenen Kosten für Kohle, Öl, Gas und Emissionsrechte spürbar werden. Entsprechend werden sich die Beschaffungskosten für energieintensive Produkte, z.B. Technische Gase für unsere Stahlwerke, erhöhen. Um der Verteuerung von Erdgas zu begegnen, werden wir versuchen, weiterhin langfristige Erdgasverträge abzuschließen und den Marktzugang auszubauen. Zusätzliche Kosten entstehen auch, weil in der zweiten Handelsperiode des europäischen Emissionshandels (2008-2012) die uns erteilten Emissionsrechte nicht ausreichen dürften.

Für den laufenden Umweltschutz werden wir nach jetzigen Planungen in den Geschäftsjahren 2007/2008 und 2008/2009 jeweils über 500 Mio € ausgeben. Der größte Anteil entfällt auf die Luft- und Wasserreinhaltung. Für die neuen Werksprojekte in Brasilien und den USA haben wir erhebliche Investitionen für Umweltschutzanlagen geplant, um die Umwelt dauerhaft zu entlasten. Alle Segmente werden noch stärker als bisher Reststoffe verwerten; dies senkt die Rohstoffkosten und schont die natürlichen Ressourcen. Einen Schwerpunkt bildet die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen: Dazu wollen wir überall in unseren Betrieben die Umstellung auf solche Produktionsprozesse und Anlagen weiter vorantreiben, die möglichst wenig Energie verbrauchen.

Mit rund 10,3 Mrd € liegt das vom Aufsichtsrat bewilligte Investitionsvolumen auf Grund der Investitionen in Brasilien und den USA wesentlich über dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre. Für 2007/2008 planen wir Sach- und Finanzinvestitionen von 4,9 Mrd €, die um 3,4 Mrd € höher liegen als die planmäßigen Abschreibungen. Zur Finanzierung dieser Investitionen verfügt ThyssenKrupp über ausreichend Mittel. Auch für das darauf folgende Geschäftsjahr steht die Finanzierung unseres anspruchsvollen Investitionsprogramms auf einer gesicherten Basis.





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