Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.
Schwierige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen hinterlassen vor allem in Europa zuletzt in steigendem Ausmaß auch Spuren in der Realwirtschaft. Neben der seit den Krisenjahren 2008 und 2009 immer noch nicht wieder zu alter Stärke zurückgekehrten Bau- und Bauzulieferindustrie leiden inzwischen auch Teile der Automobilindustrie sowie des Energiesektors unter einer zunehmenden Nachfrageschwäche. Diese kann auch durch eine weiterhin zufriedenstellende Entwicklung im Maschinenbau, der Luftfahrt und der Eisenbahninfrastruktur nicht kompensiert werden. Ganz spezifische Herausforderungen zeichnen sich in diesem Umfeld für die europäische Stahlindustrie ab. „Die durch strukturelle Überkapazitäten gekennzeichnete Branche ist weit von der zu Jahresbeginn 2012 erhofften Erholung entfernt“, analysiert Eder. „Die massive Unterauslastung in Europa führt vor allem im Bereich der Massenstähle in Verbindung mit stark volatilen, tendenziell jedoch sinkenden Rohstoffpreisen zu wertvernichtenden Preiskämpfen“. Eine verstärkte Volatilität der chinesischen und brasilianischen Wirtschaftsentwicklung sowie anhaltende Zweifel an der Krisenresistenz der Finanzmärkte tragen zur Jahresmitte 2012 ebenfalls nicht dazu bei, das Vertrauen in eine positive Wirtschaftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf zu stärken.
Vor diesem Hintergrund erweist sich einmal mehr die konsequente Downstream-Strategie des voestalpine-Konzerns in Verbindung mit dem Anspruch auf Technologie- und Qualitätsführerschaft als Schlüssel zur Differenzierung. „Die heute für zwei Drittel des Konzernumsatzes verantwortlichen drei Verarbeitungsdivisionen kompensieren mit ihrer seit mehreren Quartalen weitgehend stabilen Ergebnisentwicklung in hohem Ausmaß die Volatilität der Steel Division“, so Eder rückblickend. Für das Ergebnis bedeutet dies, dass trotz des schwierigen Umfeldes im Stahlbereich für das Geschäftsjahr 2012/13 aufgrund der Downstream-Stärke des Konzerns „aus heutiger Sicht wieder ein operatives Ergebnis in etwa auf dem Niveau des abgelaufenen Jahres“ zu erwarten. Letztlich wird die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf aber durch die schon hinlänglich bekannten makroökonomischen Themen Schuldenkrise, Kapitalmarktvolatilität und Finanzmarktskepsis sowie das Wachstumstempo der Schwellenländer bestimmt bleiben.
Update 7.08.2012: Die Lage in Europa wird unverändert von den ungelösten Themen Schulden- und Eurokrise dominiert, das konjunkturelle Sentiment bleibt damit weiterhin gedrückt. Zusätzlich leidet die europäische Stahlindustrie mehr denn je unter massiven strukturellen Überkapazitäten insbesondere im Bereich Flachprodukte, die in Verbindung mit einer anhaltend schwachen Nachfrage bei gleichzeitig weiter sinkenden Rohstoffpreisen unverändert wertvernichtende Preiskämpfe zur Folge haben. Einmal mehr bestätigt sich im aktuellen Konjunkturumfeld daher die Richtigkeit der seit Jahren verfolgten, konsequenten Politik des Konzerns in Richtung einer Verlängerung der Wertschöpfungskette in anspruchsvollen Nischenbereichen bis hin zu den Endkunden. „Mit dieser Strategie haben wir uns vom Stahlhersteller zu einem führenden Verarbeitungs- und Technologiekonzern in zukunftsträchtigen Marktsegmenten entwickelt. Eine langjährige Innovationsausrichtung im weitesten Sinn trägt gerade in schwierigen Zeiten Früchte“, hält Eder fest und weist zur Untermauerung darauf hin, dass die Verarbeitungsdivisionen aktuell schon über zwei Drittel des Umsatzes und fast 80 Prozent des operativen Ergebnisses erwirtschaften.
Die sowohl vom Umsatz als auch dem Ergebnis her vergleichsweise stabile Entwicklung dieser drei Verarbeitungsdivisionen sollte auch aus heutiger Sicht die schon zu Beginn des Geschäftsjahres angekündigte Wiederholung des bereinigten operativen Vorjahresergebnisses (EBIT) von rund 900 Mio EUR ermöglichen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres nicht zu einer zusätzlichen Verschärfung des konjunkturellen Umfeldes, etwa im Wege einer Eskalation der Eurokrise oder eines nachhaltigen Konjunktureinbruches in den Schwellenländern, kommt. „Aus heutiger Sicht ist eine Vollauslastung aller wesentlichen konzernalen Produktionskapazitäten für die nächsten Monate gesichert. Die Frage einer Einführung von Kurzarbeit an wesentlichen Konzernstandorten stellt sich daher nicht“, so Eder abschließend.
Update 7.11.2012: Mit einem EBITDA von 730 Mio. EUR und einem EBIT von 441 Mio. EUR liegt der voestalpine-Konzern im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres auch exakt im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen für 2012/13, nämlich einem operativen Ergebnis (EBITDA) von rund 1,5 Mrd. EUR und einem Betriebsergebnis (EBIT) von etwa 900 Mio. EUR. Im Hinblick auf die in den vergangenen Monaten massiv gewachsene Unsicherheit in Bezug auf eine weitere Verschlechterung des konjunkturellen Umfeldes sieht sich der Vorstand – nach einer entsprechenden Vorwarnung bereits im letzten Quartalsbericht – veranlasst, die Ergebniserwartung sowohl für EBITDA als auch EBIT um jeweils 100 Mio. EUR zurückzunehmen, sodass aus aktueller Sicht für das Geschäftsjahr 2012/13 von einem operativen Ergebnis (EBITDA) von etwa 1,4 Mrd. EUR und einem Betriebsergebnis (EBIT) von rund 800 Mio. EUR auszugehen ist.
Update 7.02.2013: Trotz unverändert schwierigem generellen Umfeld ist aus heutiger Sicht von einem operativen Ergebnis (EBITDA) von rund 1,4 Mrd. EUR sowie einem Betriebsergebnis (EBIT) von etwa 800 Mio. EUR auszugehen, gemäß Halbjahresbericht veröffentlichte Ergebniserwartung 2012/13 damit unverändert.