10.03.2010 - Ausgabe 10/10
Die Börsen haben eine spannende Woche hinter sich. Die Probleme Griechenlands waren das alles beherrschende Thema. Dass
JOACHIM SPIERING
Die Börsen haben eine spannende Woche hinter sich. Die Probleme Griechenlands waren das alles beherrschende Thema. Dass die Aktienmärkte in diesem Umfeld so deutlich zulegten, muss aber schon verwundern. Auch wenn es momentan so aussieht, als sei die Rettung des Schluderstaats auf einem guten Weg, gewonnen ist noch nichts. Zumal die allgemeine Schuldenproblematik der Industrieländer uns noch lange beschäftigen wird - insbesondere als Hemmnis für weiteres Wachstum. Dass die starke Börsenwoche von extrem dünnen Volumina begleitet wurde, macht die Sache rein börsentechnisch nicht besser. Denn in der Regel ist es ein schlechtes Zeichen, wenn sich keine Anschlusskäufe einstellen. Anleger sollten sich also hüten, vorzeitig in Euphorie zu verfallen.
Dazu passt, dass die M.M.-Warburg-Bank ihre Wachstumsprognosen für Deutschland in diesem Jahr nach unten korrigiert hat. Nachdem das vierte Quartal klar schwächer ausfiel als geschätzt, wird nun nur noch ein Plus von 1,9 statt 2,3 Prozent erwartet.
Für den Aktienmarkt bleiben die Warburg-Banker gleichwohl verhalten optimistisch. Sie betrachten den DAX als günstig, erwarten keine größere Korrektur und sehen das Kurziel zum Ende des Jahres bei 6100 Punkten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch Experten, die ein deutlich skeptischeres Szenario für möglich halten, Aktien durchaus als interessantes Investment sehen. Begründung: Dividendenpapiere seien schließlich Anteile am Produktionsvermögen und somit reale Werte, worauf es in diesen Zeiten besonders ankomme. Bereits eine Dividendenrendite von drei, vier oder fünf Prozent sei angesichts einer Inflationsrate von weniger als einem Prozent interessant, meint die Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Wichtig sei aber, dass die Firmen international präsent sind und an den Wachstumschancen in den Schwellenländern teilhaben können. Und dass die Dividenden nachhaltig erzielt werden.
Die Deutsche Telekom, die sich gerade mit einer Dividendengarantie bis 2012 ausgestattet hat, gilt übrigens trotz der hohen Rendite nicht gerade als Musterbeispiel: Der Konzern schüttet jetzt schon mehr aus, als er netto verdient. Da passt es ins Bild, dass die jüngste Akquisition der Bonner ausgerechnet eine griechische war: der ehemalige Staatskonzern OTE.
Aussichtsreich sind auch Aktien jener Unternehmen, die sich unabhängig von der allgemeinen Lage auf einem Wachstumspfad befinden - weil sie von einer Sonderkonjunktur in einer Branche profitieren oder weil sie herausragende Produkte herstellen, für die es ausreichend Abnehmer gibt. Aktuell zähle ich dazu die Medizintechniker Drägerwerk und Eckert & Ziegler, den Dämmstoffspezialisten Steico oder - etwas riskanter - den Turnaroundwert Jenoptik. In den USA sieht die Aktie von SanDisk hochinteressant aus. Der Hersteller von Flashspeichern profitiert von einer immer stärkeren Nachfrage.
S&P500
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will sein Internetunternehmen zwar an die Börse bringen, hat damit aber keine Eile. Über den Wert von Facebook, das inzwischen 400 Millionen Nutzer hat, wird derweil schon heftig spekuliert. Einige Experten sehen ihn bei 40 Milliarden Dollar.
Das schwere Erdbeben in Chile hat die Kupferpreise kräftig nach oben getrieben. Das südamerikanische Land ist der weltweit größte Kupferproduzent. Medienberichten zufolge musste die Produktion in zahlreichen Kupferminen wegen des Erdbebens zeitweise ausgesetzt werden.
Der Nickelpreis steigt immer weiter. Grund: Die Nachfrage des amerikanischen und europäischen Stahlsektors nach Nickel erholt sich zusehends. Das treibt auch den Kurs des russischen Nickelproduzenten Norilsk Nickel. Die Aktie ist auf Jahressicht um fast 240 Prozent gestiegen.
Chinas Firmen suchen händeringend nach einfachen Arbeitern. Laut Presseberichten sind Millionen Stellen frei. Ursache sind die guten Geschäfte: Offiziellen Angaben zufolge sind die Exporte im Dezember vergangenen Jahres nach 14-monatiger Talfahrt erstmals wieder kräftig gestiegen.
Gewinner
Deutsche Post 8,56%
Deutsche Bank 7,90%
ThyssenKrupp 7,53%
BMW 7,42%
Commerzbank 7,31%
Verlierer
Adidas 0,30%
Beiersdorf 0,37%
RWE 0,67%
E.ON 1,09%
Deutsche Telekom 1,50%
Gewinner
Stada 11,83%
Klöckner & Co. 11,24%
Gildemeister 11,00%
Lanxess 10,52%
Heidelbg.Cement 9,41%
Verlierer
Krones -1,66%
Sky Deutschland -1,38%
Rational -0,28%
Südzucker 0,44%
Bilfinger Berger 0,50%
Gewinner / Verlierer: Verglichen wird der Parkett-Kurs (Ffm) von Freitag, 14 Uhr, mit dem Parkett-Schluss der Woche zuvor.
Gewinner
Drägerwerk Vz. 11,95%
Drillisch 10,39%
SMARTRAC 8,05%
Aixtron 7,70%
centrotherm Pv 7,65%
Verlierer
Phoenix Solar -3,43%
Carl Zeiss Meditec -2,72%
Conergy -0,41%
Pfeiffer Vacuum -0,31%
Dialog Semicon. 1,90%
Gewinner
Teleplan Int. 9,40%
KUKA 8,71%
CeWe Color 8,41%
Grenkeleasing 7,96%
Colonia Real Estate 6,95%
Verlierer
Dyckerhoff Vz. -4,29%
DIC Asset -3,70%
Arques Industries -3,59%
Wacker Neuson -3,23%
Villeroy&Boch Vz. -2,91%
Aktuelle Gewinner und Verlierer aus verschiedenen Indizes gibt es täglich unter www.wallstreet-online.de
Gewinner
ING Groep 10,37%
Soc.Generale 9,43%
Arcelor Mittal 8,87%
VINCI 8,80%
Bco Bilb.V.Arg. 7,96%
Verlierer
GDF Suez -0,28%
Anheuser-Busch Inbev -0,15%
Enel 0,63%
Telecom Italia 0,67%
RWE 0,67%
Gewinner
Walt Disney 5,25%
Coca-Cola 4,51%
DuPont 4,09%
Boeing 3,39%
Cisco Systems 3,00%
Verlierer
Pfizer -1,42%
Bank of America -1,27%
McDonald's -1,27%
JP Morgan Chase -0,65%
IBM -0,49%
Eine Übersicht über die Entwicklung an den weltweiten Aktien- und Rohstoffmärkten finden Sie auf der nächsten Doppelseite
Gewinner
SanDisk 13,34%
Amazon.com 8,85%
Sigma Aldrich 8,57%
Joy Global 8,17%
Paccar 7,48%
Verlierer
Staples -11,30%
Broadcom -1,80%
CH Robinson -1,55%
Linear Tech. -1,44%
J.B.Hunt Transport Serv. -1,33%
Gewinner
Novell 26,45%
Interpublic Grp. of Comp. 22,62%
Abercrombie & Fitch 15,45%
AK Steel 13,48%
SanDisk 13,34%
Verlierer
Staples -11,30%
AES -5,48%
Southwestern Energy -5,10%
Walgreen -3,92%
Qwest Comm. -3,29%
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