03.08.2011 - Ausgabe 31/11
Herstatt
Die Zocker vom Rhein
"Geldanlegen darf kein Glücksspiel sein." Mit diesen Wor ten warb die Herstatt-Bank
Herstatt
Die Zocker vom Rhein
"Geldanlegen darf kein Glücksspiel sein." Mit diesen Wor ten warb die Herstatt-Bank um Kunden. Doch die Realität war eine andere: Mit riskanten Devisen-Spekulationen hatten Herstatt-Händler um ihren Chef Dany Dattel die Bank ruiniert. 1974 waren 1,2 Milliarden Mark perdu. Es kam zu Tumulten vor der Zentrale der Kölner Bank. Der Inhaber Iwan Herstatt versuchte Dattel zum Alleinschuldigen zu machen. Dabei ist es möglich, dass auch er nicht ganz unschuldig ist. Herstatt war auch die erste große Probe für deutsche Einlagensicherung. Die Kunden erhielten einen Großteil ihrer Ersparnisse zurück. (hm)
Noa Bank
Pleite einer Gutmenschenbank
Hohe Zinsen kassieren und nebenbei noch Gutes tun, weil die Bank das Geld als Kredite an regionale Unternehmen und Biobauern vergibt. Klingt super und entsprechend blendend liefen die Tagesgeld-und Festgeldkonten der Noa Bank. Die Bafin war von Anfang an kritisch, die Kunden weniger. 2010 standen 180 Millionen Euro an Einlagen, aber kaum Eigenkapital in den Büchern. Zudem war der Bankenaufsicht unklar, wie die Zinsen von bis zu drei Prozent bezahlt werden sollten. Die Bank wurde geschlossen, die Kunden bekamen ihr Geld wieder. Teils aus der Konkursmasse, teils von der Einlagensicherung. (hm)
Weserbank
Zu klein zum Mitspielen
Die kleine Bank aus Bremen mit 2800 Kunden wollte mit den Großbanken mitspielen. Eine Filiale in Frankfurt sollte das Tor zum internationalen Investmentbanking sein, wo der Vorstand gigantische Gewinne einfahren wollte. Die Risiken wollte niemand so recht sehen. Die ersten Meldungen über eine kommende Finanzkrise reichten, um die kleine Bank in den Ruin zu treiben. Im Frühjahr 2008 wurde die Weserbank geschlossen. Die Kunden kamen mit dem Schrecken davon. Zwar waren zig Millionen Euro futsch, aber die Einlagensicherung sprang ein. (hm)