25.08.2010 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 34/10

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Großer Online-Broker-Test

Wo aktive Privatanleger am schnellsten und günstigsten handeln können
von Georg Pröbstl

Das war klar. Nachdem Beate Uhse am Freitag vor einer Woche nach Börsenschluss überraschend einen Umsatzeinbruch für das zweite Quartal von 20 Prozent und einen Verlust von 6,9 Millio­nen Euro gemeldet hatte, konnte die Aktie am folgenden Montag nur in eine Richtung laufen: nach unten. Zwar zeigte sich die erste Notierung der Aktie zu Wochenbeginn mit einem Rückgang von sechs Prozent noch vergleichsweise stabil, doch im Lauf der ersten Handelsstunden ging es, wie von vielen Börsianern erwartet, richtig zur Sache. Im Vergleich zum ersten Kurs lag das Minus bereits eine Stunde später bei 16 Prozent. Am Ende des Tages stand dann immer noch ein Kursverlust von über acht Prozent im Buch.

Das Dumme an der Sache: Wie konnte man vom offenkundig bevorstehenden Kursverfall profitieren? Denn Put-Optionsscheine oder -Zertifikate gibt es auf diese Aktie nicht. Die gute Nachricht: Trotz fehlender Derivate konnten Anleger am Debakel des Flensburger Erotikkonzerns verdienen. Konkret via Leerverkauf – also den Verkauf von Aktien, die man noch gar nicht im Depot hat. „Leerverkäufe“, denken jetzt viele Anleger, „die sind doch verboten.“ Jein. Ursprünglich war zwar ein Verbot vorgesehen. „Doch das erlassene Gesetz erlaubt nun auch ungedeckte Leerverkäufe, allerdings nur, wenn die Position am selben Tag wieder geschlossen wird“, weiß Ingo Hillen, Vorstand beim Broker Sino AG. Eigentlich war das Thema Leerverkauf – im Fachjargon Short Selling – in Deutschland bis vor einigen Jahren eher ein Randgebiet für versierte Börsianer – insbesondere wegen fehlender Durchführbarkeit in der Praxis. Denn kaum ein Broker hatte das in seinem Angebot. Da jedoch immer mehr Anleger auf Short Selling setzen wollen, bieten inzwischen einige Onlinebroker ihren Kunden in Deutschland diese Handelsmöglichkeit an.

Die verschiedenen Broker lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Zum einen sind das diejenigen, die ihre Leistungspalette eher an den Bedürfnissen der Day- und Heavy Trader ausrichten. Zum anderen die Broker, die zwar auch für sehr aktive Bör­sianer geeignet sind, die ihr Angebot aber vor allem auf die Normal- und Gelegenheitsbörsianer zugeschnitten haben.

Während Anleger bei Letzteren alles für die Ausführung normaler Trades finden, setzen Vieltrader dagegen nicht nur auf die Verfügbarkeit des Short Selling, sondern wollen auch andere Alternativen wie zum Beispiel die Möglichkeit, eine Aktie auch über Landesgrenzen hinweg handeln zu können. Diese Cross-Border-Geschäfte sind etwa für Arbitrage-Deals wichtig – also den günstigen Kauf einer Aktie in einem Land und den Verkauf des Papiers zu einem höheren Kurs in einem anderen Land. „Damit können Anleger von Kursdifferenzen zwischen verschiedenen Ländern und Börsen profitieren“, erklärt David Pieschel, Manager beim Broker Vitrade.

Diese spezialisierten Broker für sehr aktive Börsianer haben hinsichtlich ihrer Handelssysteme in aller Regel auch für den Profi-Trader viel zu bieten. Besonders sticht hier der diesjährige Testsieger Sino he­raus. Der Düsseldorfer Broker ist auf sehr aktive – semi- oder gar vollprofessionelle – Börentrader fokussiert. Was „Heavy Trader“ bedeutet, veranschaulicht die Zahl der abgewickelten Orders. Im Jahr sind das bei jedem der etwa 600 Sino-Kunden im Durchschnitt etwa 2100 Trades.

Das Handelssystem der Rheinländer bietet alles, wovon Händler träumen: Neben einer langen Reihe an Börsenplätzen, wo zu Realtime-Kursen gehandelt werden kann, sind das Profiwerkzeuge beim Ordern wie Iceberg-Orders, diverse Limit-Zusätze oder One-Click-Trading, das die sekundenschnelle Ausführung vieler Orders zu unterschiedlichen Preisen ermöglicht. Wie das Ranking zeigt, sind CortalConsors, Vitrade, Interactive Brokers oder Lynx dem Sieger dicht auf den Fersen und damit ebenfalls gut für Heavy Trader geeignet. Daneben fällt die österreichische Daytradeaustria auf. Der Broker ist aufs US-Geschäft spezialisiert und hat eine attraktive Gebührenstruktur. Die Maximalgebühr liegt bei den Wienern im US-Aktienhandel bei 14,95 Dollar je Order zuzüglich Börsenspesen. Apropos Spesen: Viel­trader haben bei allen Anbietern hinsichtlich der Provision einen mehr oder weniger großen Verhandlungsspielraum. Aber auch ohne Sonderrabatt: Ein Xetra-Geschäft auf Beate Uhse im Volumen von 5000 Euro kostet bei keinem der elf Broker mehr als 17,49 Euro Provision.

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