06.01.2008 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 01/08

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Jack White flattert Millionenklage ins Haus

Anleger verlangen vom Produzenten und seiner Exfirma Schadenersatz
Marko T. Hinz

Falsche Jahresabschlüsse und erhebliche Kursverluste bei der Firma 313music JWP haben ein gerichtliches Nachspiel. Gegen das Musikproduktionsunternehmen wird die Münchner Kanzlei Rotter auf Schadenersatz klagen. Laut Anwalt Felix Weigend geht es momentan um mehr als 2,2 Millionen Euro, die von fünf privaten Investoren geltend gemacht werden. "Wir sprechen außerdem mit institutionellen Anlegern, darunter zwei Fondsgesellschaften", so Weigend gegenüber dieser Zeitung. Allein diese beiden könnten weiteren Schadenersatz in Millionenhöhe fordern. Auch der Firmengründer und ehemalige Vorstandschef Horst Nußbaum, alias Jack White, sowie dessen Sohn Frank, Exfinanzvorstand, sollen zur Kasse gebeten werden.

Hauptvorwurf: Anleger, die seit Januar 2004 in Aktien der heutigen 313music JWP investiert haben, seien durch fehlerhafte Kapitalmarktinformationen getäuscht und wegen des Kursverfalls der Aktie erheblich geschädigt worden. Der Kurs lag vor vier Jahren bei deutlich über acht Euro, am Freitagabend stand er bei einem Euro.

Nach Auffassung der Rechtsbeistände der Anleger ist vor allem Jack White für den Kurseinbruch verantwortlich. Dieser hatte sich im Februar 2006 von 1050000 Aktien zum Kurs von 8,75 Euro getrennt und damit insgesamt über neun Millionen Euro erlöst. Die Kanzlei beruft sich dabei auf Ergebnisse einer Sonderprüfung, derzufolge die Umsatz- und Ergebniszahlen der US-Tochter HoT JWP Music Inc. und damit auch die Konzernabschlüsse der Jahre 2004 und 2005 falsch waren.

Zum Zeitpunkt des Aktienverkaufs soll White von den falschen Jahresabschlüssen gewusst, jedoch weder die Organe der Gesellschaft noch die Öffentlichkeit korrekt informiert haben. Dass die AG seit August 2007 selbst in verschiedenen Veröffentlichungen diese erheblichen Fehler eingeräumt hat, vereinfache nach Ansicht der Anlegeranwälte die Erfolgsaussichten erheblich. "Auch wenn es natürlich die Pflicht zur Veröffentlichung kursrelevanter Faktoren gibt, ist dies ein Fall, wie ich ihn in dieser Klarheit selten hatte", so Weigend.

Das Büro von 313music-Chef Thomas M. Stein verweist auf Stefan Heyder von der US-Kanzlei Holme Roberts & Owen in München. Dieser bezweifelt sowohl die Grundlage der Klage als auch deren Höhe und Berechnung. "Die Begründung ist arg dünn", so Heyder. Als Schäden seien zum Beispiel die kompletten Anlagesummen genannt worden, obwohl die Aktie nicht bei null stünde. Auch Ex-Schlagersänger Jack White wollte sich nicht zur Angelegenheit äußern. Sein Anwalt war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

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