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Mega-Zinsen sorgen für Mega-Ärger

08.02.2012 - Ausgabe 05/12

Die Neuauflage des Bankenrettungsfonds Soffin (Soffin II) durch den Bundestag vor einer Woche sorgt für neuen Zündstoff

Die Neuauflage des Bankenrettungsfonds Soffin (Soffin II) durch den Bundestag vor einer Woche sorgt für neuen Zündstoff zwischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken auf der einen und Privatbanken auf der anderen Seite. So hat der Bundesverband der Volksund Raiffeisenbanken (BVR) die Berliner Soffin-Gremien zu Regulierungsschritten gegen die Commerzbank und die IKB aufgefordert. "Wir erwarten, dass die Finanzmarktstabilisierungsanstalt FMSA und das Finanzmarktgremium des Bundestags jetzt den staatlich gestützten Instituten Auflagen aufgeben, um wettbewerbsverzerrende Zinsgestaltungen zu unterbinden", sagte der Gruppenleiter Geschäftspolitik beim BVR, Daniel Selle. Dass der Wettbewerbsaspekt beim Soffin II eine größere Rolle spiele, sollte schon jetzt bei bereits staatlich gestützten Instituten berücksichtigt werden.

Derartige Häuser wie Commerzbank und IKB seien mit nicht marktgerechten Konditionen im Privatkundengeschäft unterwegs, beklagt Selle. "Sie versuchen also, solide wirtschaftenden Instituten mit Staatshilfe Privatkunden abzuwerben."

Laut der Zeitschrift "Finanztest" bietet die IKB derzeit für Festgeld mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren rund vier bis 4,2 Prozent Zinsen. Die Commerzbank hat unter anderem einen Staffelzinssparbrief über sechs Jahre mit einer Durchschnittsrendite von 3,5 Prozent im Angebot. Solche Offerten, sagt Selle, lägen weit über den in der aktuellen Bundesbankstatistik genannten durchschnittlichen Marktzinssätzen von 1,2 bis 1,8 Prozent für fünfjährige Wertpapiere. "Durch die Angebote entsteht eine Schieflage im Marktzinsgefüge zulasten nicht staatlich gestützter Institute wie der Genossenschaftsbanken."

Der Sparkassenverband DSGV argumentiert ähnlich und kritisiert unter anderem das "Begrüßungsgeld" von 50 Euro für Neukunden der Commerzbank und das Zinsniveau der IKB. "Die ist schließlich auch mit unserer Unterstützung gerettet worden", sagte ein DSGV-Sprecher. Dass auch die den Sparkassen nahe stehenden Landesbanken staatlich gestützt wurden, will man dort nicht gelten lassen.

Die Commerzbank weist die Kritik zurück: "Mit Angeboten wie 2,3 Prozent Zinsen für ein Jahr oder 50 Euro Giro-Startguthaben gewinnen wir Kunden und Geschäft", sagte eine Sprecherin. "Wenn Wettbewerber das kritisieren, zeigt das, dass wir alles richtig machen. Die Diskussion zeigt, dass es für einige Institute zunehmend schwerer wird. Das liegt schlicht daran, dass ein Institut, das vor allem mit einem Girokonto Geld verdient, mit einem Null-Euro-Girokonto sein eigenes Geschäft kannibalisieren würde. Ihm würde damit eine Säule der Ertragsstruktur wegbrechen. Wir als Commerzbank sind auf der Angebotsseite breiter aufgestellt."

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