31.08.2011 - Ausgabe 35/11
Stefan Görres, Direktor am Institut für Pflegeforschung in Bremen Eine verpflichtende private Zusatzvorsorge ist der falsche,
Stefan Görres, Direktor am Institut für Pflegeforschung in Bremen Eine verpflichtende private Zusatzvorsorge ist der falsche, weil das Risiko individualisierende Weg der Pflegereform. Jenseits jeder Ideologie entspricht eine solidarische Finanzierung den immer häufiger von Bürgern vermissten und zu Recht eingeklagten universell gültigen Werten einer zukunftsfähigen Humangesellschaft.
Carola Reimann (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit Experten warnen vor unverhältnismäßig hohen Bürokratiekosten bei geringen Beiträgen. Geringverdiener können keine höheren Extrabeträge aufbringen. Zudem sind kapitalgedeckte Zusatzversicherungen mit weiteren Risiken behaftet -Stichwort Finanzkrise. Profitieren werden am Ende nur die privaten Versicherungen!
Willi Zylajew (CDU), Mitglied im Gesundheitsausschuss Aufgrund der starken Jahrgänge 1949 bis 1969 müssen wir in der Pflegeversicherung vorsorgen. Von einer paritätisch finanzierten Beitragserhöhung sollte ein bestimmter Betrag pro Versichertem einer individuellen Rücklage zugeführt werden, solidarisch finanziert über Beitragsprozente und persönlich gesichert.
Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund Eine private Zwangszusatzversicherung ist unsinnig, weil die notwendige Verbesserung der Pflegeleistungen so gar nicht finanziert werden kann. Sie ist auch unsozial, weil die Versicherten die Kosten allein tragen müssten. Wir brauchen eine Bürgerversicherung. Entscheidend ist, dass die Arbeitgeber mit im Boot bleiben.