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Aktien-Profi: Auf Dividende setzen

08.02.2012 - Ausgabe 05/12
Seit gut einem Jahr ist Dominic Rossi globaler Aktienchef bei Fidelity Global Investment. In Krisenzeiten setzt der Brite auf solide und dividendenstarke Unternehmen.

von Ralf Ferken

Dominic Rossi ist seit 25 Jahren im Investmentmanagement tätig. In €uro am Sonntag gibt der Brite Anlegern einen Ausblick auf das weitere Börsenjahr.

€uro am Sonntag: Welche Chancen bietet das Börsenjahr 2012?
Dominic Rossi: Es dürfte erneut unruhig werden. Die Probleme in Griechenland oder Italien könnten eskalieren. Die Franzosen und US-Amerikaner wählen jeweils einen neuen Präsidenten. Zudem sind viele Anleger bei Aktien inzwischen zögerlich, weil die Kurse seit dem Jahr 2000 so oft eingebrochen sind. Das schreckt potenzielle Aktienkäufer ab.

Aber die Notenbanken pumpen Geld ins Finanzsystem. Das stützt die Kurse doch.
Die Liquidität der Notenbanken nährt die Aktienrally. Zudem gibt es in den USA erste Anzeichen für eine Erholung. Und man sollte nie unterschätzen, wie innovativ die US-Unternehmen sind. Beides spricht für Aktien.

Sind Aktien zurzeit preiswert?
Gemessen an den üblichen Kennzahlen wie Kurs-Gewinn- und Kurs-Buch-Verhältnis sowie Dividendenrendite sind sie billig, und sie könnten es noch einige Zeit bleiben. Seit dem Jahr 1970 betrug das Kurs-Gewinn-Verhältnis des MSCI World im Schnitt 18. Heute liegt es bei 13. Diesen Rückgang halte ich wegen der ­Finanzkrise für gerechtfertigt.

Aber die Unternehmen erzielen hohe Gewinne. Das ist eine Trieb­feder für höhere Kurse.
Es gibt gute Gründe dafür, dass die Margen der Unternehmen so hoch bleiben. Denn wir sehen eine Verschiebung der Machtverteilung von den Arbeitnehmern hin zu den Unternehmen. In fast allen Industrieländern — mit Ausnahme Deutschlands — ist die Arbeitslosigkeit stark gestiegen. Die Arbeitnehmer können daher kaum höhere Löhne durchsetzen. Zudem zahlen die Unternehmen niedrige Steuern.

Welche Titel mögen Sie derzeit am liebsten?
Aktien profitabler Unternehmen, die dank guter Bilanzen finanziell autark und deshalb nicht auf den ­Kapitalmarkt angewiesen sind.

Können Sie Firmen nennen, die in dieses Raster passen?
Zum Beispiel Coca-Cola, Nestlé, Unilever oder Vodafone. Diese Firmen haben solide Bilanzen und zahlen seit Jahren konstant eine Dividende. Aktuell liegt ihre Dividendenrendite bei vier Prozent.

Das klingt langweilig. Wo bleibt da die Kursfantasie?
Seit 30 Jahren schauen Anleger vor allem darauf, wie stark die Unternehmen wachsen. Heute ist es aus unserer Sicht aber sinnvoller, stärker auf die regelmäßigen Ausschüttungen zu achten.

Und wenn die Unternehmen künftig weniger ausschütten?
Damit rechne ich nicht. Der Markt verlangt derzeit nach hohen Dividendenrenditen. Zudem haben viele Unternehmen starke Bilanzen und schütten bislang keinen übermäßig großen Anteil ihres Gewinns aus.

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