€uro am Sonntag News

Ökonomenbarometer: Deutschlands Volkswirte schöpfen Hoffnung
14.08.2009 14:00:00

Experten glauben das Schlimmste überstanden, warnen aber vor verfrühtem Optimismus – Rente mit 69 Jahren gilt als unausweichlich.

Klicken Sie hier, um die ausführlichen Antworten der Volkswirte einzusehen. (pdf-Datei)

von Thomas Schmidtutz

Angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten sehen Deutschlands führende Volkswirte wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Das ist das Ergebnis des Ökonomen-Barometers für den Monat August von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv. Danach stieg die Einschätzung der aktuellen Lage um rund 16 Prozent auf 23 Punkte. Der Erwartungswert legte gar um 28 Prozent auf 23 Punkte zu. Dies ist der höchste Stand seit Oktober 2008. Die steigende Zuversicht deckt sich mit den aktuellen Daten.

So war zuletzt etwa der Auftragseingang in der Industrie überraschend stark gestiegen. Erst am Donnerstag hatte das Statistikamt Destatis für das zweite Quartal zudem einen überraschenden Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gemeldet. Es war das erste Plus seit einem Jahr. Damit hat Deutschland die Trendwende schneller geschafft, als viele Beobachter erwartet hatten. Die Zahlen belegten, „dass der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung hinter uns liegen dürfte“, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. „Die Rezession ist vorbei“, erklärte auch Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Bank of America.

Die Mehrheit der Volkswirte sieht indes keinen Anlass zu Euphorie: So erklärten 59 Prozent der Experten, die Unternehmensgewinne würden bis Jahresende nicht deutlich steigen. 35 Prozent sehen dagegen eine spürbare Aufwärtsentwicklung auf der Gewinnseite. „Die Krise ist keineswegs überwunden“, warnte etwa Professor Joachim Scheide, Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. „Angesichts der voraussichtlich zunehmenden Arbeitslosigkeit ist keine Verbesserung des privaten Verbrauchs und damit auch keine nennenswerte Erholung der Wirtschaft zu erwarten“, sagte auch Jochen Intelmann, Chefvolkswirt der Haspa. „Die Frühindikatoren dürften sich zum Jahresende wieder eintrüben.“ Derzeit sei „zu viel Optimismus am Markt. Das Enttäuschungspotenzial groß“, so Intelmann.


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