€uro am Sonntag News
08.01.2009 15:24:00
Die in den USA veröffentlichte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel zwar besser als erwartet aus, konnte dem Ölpreis aber dennoch nicht helfen. Unmittelbar vor der Bekanntgabe notierte der nächstfällige Kontrakt auf WTI signifikant im Plus, kurz danach drehte er markant ins Minus. Obwohl Analysten einen Anstieg der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe um 63.000 erwartet hatten, nutzte der überraschende Rückgang um 24.000 dennoch nicht. Problem: Die Gesamtzahl der Arbeitslosen übertraf mit 4,611 Millionen das Niveau der Vorwoche um 101.000. Außerdem stellte die Zahl den höchsten Stand seit November 1982 dar. Damit geht der Markt weiterhin von einer extremen Wirtschaftsschwäche aus, ohne Aussicht auf eine Erholung oder zumindest Stabilisierung. Morgen veröffentlicht das US-Arbeitsministerium weitere Daten zum Arbeitsmarkt. Dann wird die Zahl der Jobs (ohne Landwirtschaft) bekanntgegeben. Analysten befürchten derzeit einen weiteren Rückgang um 525.000 Stellen. Nach Entwarnung sieht dies keineswegs aus. Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten und der Russland/Ukraine-Konflikt haben erst einmal ausgedient. Selbst die Tatsache, dass mittlerweile auch aus dem Libanon Raketenangriffe auf Israel durchgeführt wurden, ließ den Ölpreis „kalt“. Am Donnerstagnachmittag notierte der nächstfällige Future auf WTI deutlich im Minus. Bis gegen 15.00 Uhr (MEZ) fiel er um 1,18 auf 41,45 Dollar, während der Kontrakt auf Brent um 0,34 auf 45,52 Dollar nachgab.
Gold gefragter als Silber
Während sich der Goldpreis am Donnerstagnachmittag um ungefähr ein Prozent verteuert hat, trat der Silberpreis auf der Stelle. Dies macht wieder einmal klar, dass Silber eindeutig stärker von der konjunkturellen Entwicklung abhängt als dies beim Gold der Fall ist. Die Sorge um die Zukunft des Finanzsystems und des Dollars als Weltleitwährung führt zu einem steten Gold-Interesse verängstigter Investoren.
Der am aktivsten gehandelte Kontrakt auf Gold mit Fälligkeit im Februar stieg bis gegen 14.45 Uhr (MEZ) um 8,40 auf 850,10 Dollar pro Feinunze an, während der entsprechende Kontrakt auf Silber um 0,005 auf 11,10 Dollar zurückfiel.
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