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Rudolf Hickel: "Die Finanzkrise wird den Abschwung verschärfen"
08.10.2008 14:49:00

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, betonte heute in einem ZDF-Interview, die Finanzmarktkrise habe sich noch nicht negativ auf die Realwirtschaft ausgewirkt. Dieser These widerspricht Rudolf Hickel, Finanzprofessor und Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen, im Interview mit Euro am Sonntag Online entschieden. „Ich bin doch sehr überrascht über die Aussagen meines Kollegen Klaus Zimmermann, der die Wirkungen der Finanzmarktkrise auf die Produktionswirtschaft derart runterspielt“, sagte Hickel.

Finanzmarktkrise wird den Abschwung massiv verschärfen

Der Finanzexperte ist davon überzeugt, dass die Finanzkrise den Abschwung massiv verschärfen wird. Zum einen übertrügen die Banken ihre Risiken in Form höherer Zinsen bei der Kreditvergabe und einer schärferen Bonitätsprüfung auf die Unternehmen – vor allem auf mittlere und kleinere. Zudem hätten die Unternehmen in ihren Bilanzen auch Aktien, die wertberichtigt werden müssten.

Hickel nannte auch zwei konkrete Beispiele: „Warum hat das Softwarehaus SAP starke Einbrüche zu verzeichnen?“, fragt er und gibt die Antwort selbst: „Weil die Banken derzeit wichtige Software- und Informationssysteme nicht bestellen.“ Auch in der Automobilindustrie schlägt die Finanzkrise nach Ansicht von Hickel insofern voll durch, als sich die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und in den USA abschwäche und deswegen weniger Autos gekauft und produziert würden.

Manche haben das Ausmaß der Krise nicht begriffen

„Ich habe das Gefühl, dass manche das Ausmaß der Krise nicht begriffen haben. Die glauben, wir hätten es mit einem Problem zu tun, das irgendwo im Himmel der Finanzmärkte stattfindet und nichts mit der Basis, nämlich der Produktionswirtschaft, zu tun hat“, sagte Hickel im Interview mit Euro am Sonntag Online. (ben)

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