24.04.2009 12:21:00

Von Christiane Habrich-Böcker
Euro am Sonntag: Dank Umweltprämie wurden über 30 Prozent mehr Peugeots im ersten Qurartal zugelassen, bewegen sich damit aber im unterem Drittel. Dabei bieten Sie doch die gefragten Kleinwagen an.
Oliver Dardart: Wir sind ein Gewinner der Prämie. Die 34,5 Prozent beziehen sich auf die Zulassungen. Wir haben aber noch eine Menge (Höhe) Kaufverträge, die noch nicht abgewickelt sind.
Euro am Sonntag: Was machen Sie, wenn der Kaufanreiz Abwrackprämie wegfällt?
Dardart: Wir wissen aus den Ländern, die Abwrackprämien hatten, dass die Verkäufe nach Ablauf zurückgehen. Wir setzen auf die Kunden - und das ist in Deutschland die Mehrheit - die Autos austauschen, die jünger als acht Jahre sind. Bisher haben diese haben den Kauf aufgrund der unsicheren Lage zurückgestellt.
Euro am Sonntag: Wie hoch ist Ihr Lagerbestand?
Dardart: Unser Bestand war schon zu Jahresanfang niedrig. Das war eines der Ziele 2008, das wir erreicht haben. Heute sind auf den Händlerhöfen nur Autos, die auch ausgeliefert werden.
Euro am Sonntag: Wie wirkt sich der angekündigte Stellenabbau auf den Standort Deutschland aus?
Dardart: Gar nicht.
Euro am Sonntag: Wie passt der Crossover 3008 zu ihrer Modellpalette?
Dardart: Wir bringen nur Autos zur Marktreife, die rentabel sind. Peugeot setzt z.B. nicht auf Billigautos. Nun komm zur rechten Zeit ein Crossover. Denn wir wissen aus der Marktforschung, dass der Kunde einen „kleinen“ SUV gepaart mit dem Komfort einer Limousine und eines Van wünscht. Wir glauben damit allein in diesem Jahr 6000 Stück in Deutschland absetzen zu können.
Euro am Sonntag: Die Produktionszahlen weltweit sinken. Heißt dass, das jahrelang zuviel Autos gebaut wurden?
Dardart: In der Tat konnte man von einer Überkapazität sprechen. Nun liegt die Kunst der Manager darin, dass so schnell wie möglich dem Markt anzupassen.
Euro am Sonntag: Wachstum wird in den kommenden Jahren hauptsächlich aus China kommen. Sie fokussieren aber auf Europa.
Dardart: Peugeot treibt den Aufbau in China extrem voran. Dort sind wir übrigens mit eigenen Modellen vertreten. In der Tat haben wir mit dem späten Einstieg Zeit verloren.
Euro am Sonntag: Sehen Sie eine Konsolidierungswelle kommen?
Dardart: Wir werden sicher in der kommenden Zeit noch Autohersteller sehen, die in Schwierigkeiten geraten.
Euro am Sonntag: Wie schützen Sie sich davor?
Dardart: Wir verstärken noch mehr die Synergien zwischen Citroen und Peugeot und halten unser Sparprogramm CAP 2010 – auch unter unserem neuen Vorstand bei.
Euro am Sonntag: Wann stabilisiert sich die Lage?
Dardart: Wir registrieren schwache Signale, wie die Stabilisierung des Immobilienmarktes, dass die Krise die Talsohle durchschritten hat.