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BRIC-Staaten
"China ist 2009 der attraktivste Aktienmarkt“
02.02.2009 10:06:26

Hongkong bei Nacht
   Quelle: pixelio Michael Lemke
Goldman Sachs‘ Chefvolkswirt Jim O‘Neill hat den Begriff BRIC geprägt. Im Interview spricht er über aktuelle Chancen und Risiken in Brasilien, Russland, Indien und China.

von Carsten Lootze

Jim O’Neill hat die Investmentwelt revolutioniert: 2003 veröffentlichte der Chefvolkswirt von Goldman Sachs die Studie „Dreaming with the BRICs: The Path to 2050“. Seine These: 2040 stellen die vier größten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China (kurz BRIC) eine stärkere Wirtschaftsmacht dar als die G 6-Staaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Die Studie löste einen BRIC-Boom aus. Weltweit gibt es heute 273 Investmentfonds, die speziell in Brasilien, Russland, Indien und China investieren. Diese verwalten insgesamt 11,5 Milliarden Euro, zeigt ein Blick in die Datenbank des Analysehauses Lipper. Auch die übrigen Schwellenländer in Asien und Lateinamerika erlebten durch die BRIC-Geschichte einen Investorenansturm.

Die globale Finanzkrise hat diesen Boom beendet: 2008 zogen Anleger aus Schwellenländerfonds knapp 68 Milliarden US-Dollar ab, schätzt der Datenanbieter EPFR Global. Das seien mehr als die Hälfte aller Mittelzuflüsse, die zwischen 2003 und 2007 angefallen sind. Ist die BRIC-Geschichte damit vorbei? „Nein“, sagt Jim O’Neill. €uro am Sonntag sprach mit ihm über die Folgen der Finanzkrise für die vier Staaten sowie aktuelle Chancen und Risiken für Bric-Investoren.

€uro am Sonntag: Weltweit senken Regierungen und Investmentstrategen ihre Konjunkturerwartungen. Müssen Sie nicht auch Ihre BRIC-Story überdenken?

Jim O‘Neill: Ja, denn langfri-stig ist der Traum von den BRICs durch die Finanzkrise noch wahrscheinlicher geworden. China hat Deutschland 2007 überflügelt, was das Bruttoinlandsprodukt angeht. Das war zwei Jahre eher, als wir vorausgesagt hatten. Und die Chance ist groß, dass die BRICs 2010 knapp 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringen werden. Das ist fast doppelt so viel, wie wir 2003 ursprünglich vorhergesagt hatten.

€uro am Sonntag: Aber liegt das nicht eher an der Schwäche des We-s-tens als an der Stärke der BRICs?

O‘Neill: An beidem. Bislang verkraften die Schwellenländer den globalen Abschwung doch wesentlich besser als die Industriestaaten. Bei zuletzt knapp sieben Prozent Wirtschaftswachstum in China und Brasilien sowie fast acht Prozent in Indien – wo ist denn da die Krise?





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