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Börsenweisheit
Verliebe Dich nie in eine Aktie!
31.03.2011 12:43:30

Klare Regeln mit Erfolgsgarantie - das wünscht sich jeder bei der Geldanlage. Einige Börsenweisheiten bieten tatsächlich einen Wegweiser durch den Finanzdschungel.

Was im ersten Moment nach rätselhaftem Insiderwissen klingt, bietet auch Privatanlegern wertvolle Tipps. Die Fondsgesellschaft Fidelity International erklärt in einer Serie die bekanntesten Börsenweisheiten – und welche Schlüsse Anleger daraus ziehen sollten.

Liebe macht bekanntlich blind. Sie trübt den Blick und benebelt die Entscheidungsfähigkeit. An der Börse haben Herzensdinge daher nichts zu suchen. Hier sind klare Köpfe gefragt. Zwar ist es menschlich, an Liebgewordenem festzuhalten, auch wenn es ums Geld geht. Aber wer eine zu tiefe Bindung entwickelt, wird eine Trennung unnötig hinauszögern. Dann kann es zu spät für einen Verkauf sein, weil die Verluste schon zu groß sind.

In einem Ratschlag zusammengefasst hat das einst die Fondsmanager-Legende Peter Lynch: "Verliebe Dich nie in eine Aktie“, empfahl er Anlegern. Ihr Urteil über Kauf, Halten oder Verkauf eines Wertpapiers sollten Börsianer also immer auf der Basis harter Fakten bilden. Denn wer zu emotional den Wirtschaftsteil, die Unternehmensnachrichten und die Kurse studiert, verliert schnell den Blick für Veränderungen in der Branche oder das Gespür für Anzeichen eines Abschwungs.

Daher bleiben Anleger besser emotional unabhängig - und sollten sich leichten Herzens von einer Aktie trennen können. Wer nur aus Liebhaberei eine Aktie im Portfolio behält, kann böse enttäuscht werden. Der Casanova, der vor allem seinen eigenen Vorteil sucht, kann in diesem Sinne der bessere Anleger sein – er ist unabhängig und nur sich selbst verpflichtet.

Ansonsten läuft man Gefahr, Alarmzeichen zu verpassen. Entwicklungen, die den Kurs abstürzen lassen können, werden nicht richtig wahrgenommen: Jede noch so unbedeutende Positiv-Meldung wird begierig aufgesogen und als Wende zum Guten interpretiert. Schlechte Nachrichten werden dagegen verharmlost oder ignoriert.

Einen Ausweg schafft dann nur die sachliche Analyse: „Suchen Sie in so einer Situation gezielt nach Gegenargumenten – möglicherweise sprechen die Argumente doch für einen Verkauf des Titels“, rät Philipp von Königsmarck, Geldanlageexperte bei Fidelity. Das stellt die Anlage wieder auf eine gerechtfertigte Basis. „Klar definierte Ziele sind für die erfolgreiche Aktienanlage unverzichtbar“, sagt von Königsmarck. „Die Anlagestrategie sollte nicht von persönlichen Vorlieben abhängig sein.

Wer die Entscheidung für oder wider eine Aktie nicht selbst treffen möchte, kann sie zum Beispiel einem Fondsmanager überlassen. Denn dann kann sich der Anleger sicher sein, dass die Investmententscheidung rein rational gefällt wird und auf Fakten beruht“, so Königsmarck.

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