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Heißer Herbst bei den Gaspreisen
24.08.2011

Über 160 Versorger erhöhen die Preise für die deutschen Haushalte. Wie man den Anbieter wechselt, wie man Geld spart

von Wolfgang Ehrensberger

Nach Recherchen des unabhängingen Verbraucherportals Toptarif.de kommen auf die deutschen Haushalte im Herbst zum Teil kräftige Gaspreis-Erhöhungen zu. Demnach heben mindestens 198 Grundversorger ihre Gaspreise im September und Oktober an. „Im Mittel steigen die Preise in den Tarifen der gesetzlichen Grundversorgung um 10,8 Prozent“, erläutert Toptarif-Sprecherin Janine Pentzold. „Das bedeutet für einen vierköpfigen Musterhaushalt bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden eine Mehrbelastung von durchschnittlich 143 Euro.“ Bereits in den vergangenen Monaten seien die Gaspreise bei mehr als 100 Grundversorgungsunternehmen im Schnitt um 10,8 Prozent gestiegen. In der Spitze kämen Preissteigerungen von 20 bis 29 Prozent auf die Kunden zu (siehe Tabelle). Für eine vierköpfige Familie könnten so zusätzliche Kosten von mehr als 400 Euro pro Jahr entstehen, sagt Pentzold. Toptarif weist allerdings darauf hin, dass es sich dabei um Grundversorgungstarife handelt. Je nach Anbieter könnten den Kunden möglicherweise auch günstigere Wahltarife der Grundversorger zur Verfügung stehen.

Die Gasversorger begründen die anstehenden Preiserhöhungen in der Regel mit den stark gestiegenen Ölpreisen. Nach deren Argumentation erhöht dies die Beschaffungskosten. Viele der Anbieter, die jetzt ihre Preise erhöhen, hatten ihre Tarife in den vergangenen Jahren mehrfach gesenkt oder zumindest über lange Zeiträume konstant gehalten. Inzwischen gibt es für die Versorger allerdings auch Alternativen, sich beispielsweise über die verschiedenen Spot- und Großhandelsmärkte mit Gas einzudecken. „Bei vielen Versorgern spielen jedoch in der Beschaffungsstrategie noch immer die langfristigen ölpreisgebundenen Lieferverträge eine entscheidende Rolle“, so Pentzold. „Hier folgen die Gaspreise der Entwicklung beim Öl mit etwa einem halben Jahr Verzögerung.“

Der drastische Sprung beim Ölpreis im Frühjahr erhöht deshalb vor Beginn der Heizperiode den Anpassungsdruck. Viele Unternehmen geben den Preisanstieg an die Endkunden weiter. „Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch, dass die momentan wieder etwas günstigeren Ölpreise erst zum Ende der anstehenden Heizperiode in die konkrete Preisberechnung einfließen würden“, so Pentzold. Anbieter, die ihr Gas dagegen eher kurzfristig über Spotmärkte eingekauft hätten, besäßen mehr Spielraum bei der Preisgestaltung, da sie das Gas in der Regel zu weitaus günstigeren Konditionen beschaffen könnten.
Die unterschiedliche Preispolitik der Versorger können Verbraucher auch zu ihrem Vorteil nutzen, indem sie die Preise verschiedener Gasanbieter auf Verbraucherportalen wie toptarif.de vergleichen und zu günstigeren Angeboten wechseln (siehe Kasten rechts). In vielen Fällen bieten preiswerte Wettbewerber ihr Gas 20 bis 25 Prozent günstiger an als der örtliche Versorger. Zudem profitieren Kunden von der stetigen Zunahme des Wettbewerbs am Gasmarkt. Lag die Zahl der verfügbaren Anbieter vor Ort Ende 2008 noch bei durchschnittlich sechs, so gibt es heute in vielen Regionen Deutschlands jeweils mehr als 40 Alternativen zum Grundversorger.

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