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Hersteller von Baumaschinen
Interview mit Wacker-Neuson-Chef Sick: "Unsere Investitionen wirken sich in einem Aufschwung gehebelt auf unseren Erfolg aus"
13.07.2009 10:15:40

Wacker-Neuson-Chef Georg Sick
   Quelle: Wacker-Neuson
Die Kurse der Hersteller von Baumaschinen sind im Keller. Doch die Milliarden der Regierungen für Infrastruktur bilden ein gutes Fundament für ein Comeback der Aktien.

€uro am Sonntag: Die Beurteilungen mancher Analysten oder Branchenkenner für die Wacker-Neuson-Aktie fielen nach der Jahreshauptversammlung nicht gerade gut für Sie aus.

Sick: Das liegt sicher daran, dass wir keine Prognosen gegeben haben. Wir sind hier zurückhaltend, auch weil wir in der Vergangenheit unsere Prognosen immer eingehalten haben. Auch in Anbetracht der Unsicherheiten hinsichtlich des Zeitpunkts des Aufschwungs haben wir diesmal darauf verzichtet und auf die Möglichkeit eines Verlustes im ersten Halbjahr hingewiesen. Erwartungsgemäß hat es offensichtlich nicht geholfen, dass wir darauf hingewiesen haben, dass sich der April ähnlich wie der März stärker als die Vormonate erwiesen hat.

€uro am Sonntag: Was spricht denn für die Wacker Neuson Aktie?
Sick: Nach 160 Jahren verlustfreien Wirkens haben wir in dieser Weltwirtschaftskrise nun immer noch einen positiven Cash-Flow, wir haben die ohnehin niedrige Nettoverschuldung im April noch einmal zurückgeführt und wir haben eine Eigenkapitalquote von weit über 70 Prozent. Man muss auch beachten, dass uns derzeit hohe Abschreibungen belasten, schließlich sind wir in einem Wachstumsmodus. So haben wir viel in die neuen Vermiet-Center investiert, in den Forschungsstandort München oder in neue Fertigungswerke z.B. von Weidemann in Korbach, Kramer Allrad in Pfullendorf, aber auch in USA und Manila.

€uro am Sonntag: Sie haben trotz der absehbaren Verluste eine Dividende von 19 Cent je Aktie ausbezahlt. War das ein Treuebonus für die Großinvestoren?
Sick: Erstens bezieht sich die Dividende auf das erfolgreiche Jahr 2008, zudem haben wir die Fusion mit Neuson Kramer wie versprochen durchgezogen und deshalb gemäß unserer Vereinbarung mindestens 30 Prozent der Nettoerträge an die Aktionäre – das sind ja auch die beiden Eigentümerfamilien der fusionierten Unternehmen – ausbezahlt. Und über 30 Millionen Euro gingen in die Gewinnrücklage. Natürlich mussten einige der institutionellen Investoren aus eigener Zwangslage heraus in den vergangenen Monaten Anteile verkaufen, was den Aktienkurs gedrückt hat. Aber viele Anteilsinhaber sind uns seit dem Börsengang treu.

€uro am Sonntag: Wo läuft es denn in diesem Jahr besonders schlecht?
Sick: Allgemein im Bereich Baumaschinen. Der neue Markt in Russland ist schnell wieder zusammengebrochen. In Spanien waren wir stark, die Immobilienkrise dort hat die Branche stark getroffen, auch im United Kingdom ging es uns so. Und die USA als wichtiger Markt befinden sich weiterhin in einer schlechten Phase. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz hingegen konnten wir die Umsätze halten und in China hat sich das Geschäft im 1. Quartal verdoppelt .

€uro am Sonntag: Wollen Sie denn in China eine Produktion errichten?
Sick: Die asiatischen Märkte werden bevorzugt aber nicht ausschließlich von unserer Produktion auf den Philippinen beliefert. Dort sind wir sehr zufrieden, wir haben Rechtssicherheit englischsprachige Mitarbeiter und keine kulturellen Probleme. Und trotz guter Qualifikation der Angestellten ist das Lohnniveau inzwischen niedriger als in China.





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