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€uro am Sonntag Spezial

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Interview
Arnd Zinnhardt, Finanzvorstand der Software AG: Unsere Pipeline ist gut
20.03.2009 15:30:00

Arnd Zinnhardt Finanzvorstand der Software AG
   Quelle: Software AG
Die Software AG zählt sich zu den Gewinnern der Wirtschaftskrise. Das machte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt gegenüber dieser Zeitung deutlich. €uro am Sonntag sprach mit ihm über die Rezession, Akquisitionen und das aktuelle Geschäft.

Die Software AG sieht sich auf Kurs – Krise treibt laut Finanzvorstand Nachfrage nach Programmen für Großrechner

von Thomas Schmidtutz

EURO am Sonntag: Herr Zinnhardt, Ihr Vorstandschef Herr Streibich, hat zuletzt gesagt, die Software AG habe die Auswirkungen der Finanzkrise bislang noch nicht zu spüren gekommen. Macht die Finanzkrise immer noch einen Bogen um die Software AG?
Zinnhardt: Wenn man sich das operative Geschäft anschaut, ist es in der Tat so, dass uns die Finanzkrise bislang nicht tangiert. Das haben unsere Zahlen zum vierten Quartal gezeigt. Und wir sehen auch bislang im laufenden Quartal keine wesentliche Veränderung. Das Quartal ist jedoch noch nicht zu Ende. Natürlich lesen wir die Zeitung. Und wir bereiten uns auch auf entsprechende Szenarien vor. Aber bislang sehen wir das nicht. Unsere Pipeline ist gut.

EURO am Sonntag: Sie sehen dem bei Software-Unternehmen traditionell sehr wichtigen Quartalsende also einigermaßen entspannt entgegen?
Zinnhardt: Da bin ich genauso angespannt oder entspannt wie in anderen Quartalen. Ich sehe bislang keine wesentlichen Anzeichen dafür, dass dieses Quartal materiell anders sein könnte als die vergangenen vier Quartale.

EURO am Sonntag: Sie bleiben bei Ihrem Ausblick, wonach der Umsatz währungsbereinigt um vier bis acht Prozent steigen soll und die operative Marge bei 24,5 bis 25,5 Prozent soll?
Zinnhardt: Ja. Unsere Prognose steht und wird auch nur einmal pro Quartal kommentiert.

EURO am Sonntag: Aber die Branche tut sich gegenwärtig schwer. Nahezu alle anderen großen Software-Häuser stellen sich auf schwere Zeiten ein und geben häufig keinen Ausblick mehr. Wie erklären Sie sich, dass Sie bislang so glimpflich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise kommen?
Zinnhardt: Ich sehe da zwei Gründe: Wir hatten zuletzt ein sehr starkes Wachstum bei den Wartungsumsätzen. Das Wartungsgeschäft wird so viel Umsatz anschieben, dass wir alleine damit bereits den unteren Rand der Bandbreite beim geplanten Umsatzwachstum von vier bis acht Prozent erreichen können. Die zweite Komponente ist das Thema Brasilien, wo wir den Vertrieb im Vorjahr selbst übernommen haben. Da geht es für uns derzeit darum, Kunden unseres bisherigen Partners zu uns zu nehmen. Da der bisherige Partner keine Lizenzen unserer Produkte mehr verkaufen kann und auch die Wartung nicht mehr anbieten kann, haben wir da sehr gute Chancen. In Brasilien haben wir rund 150 Kunden, die unsere Technologie einsetzen, davon sind bereits 40 bis 50 Kunden direkt bei uns. Gemessen am Produktumsatz aus Lizenzen und Wartung dürfte Brasilien 2010 Deutschland in der Rangliste überholen und für uns zum zweit-wichtigsten Markt nach den USA werden. Und die Gewinnung von Neukunden oder der Verkauf weiterer Produkte in die bestehende Kundenbasis ist da noch nicht mal mit drin.

EURO am Sonntag: Das Brasilien-Geschäft hat im Vorjahr 40 Millionen Euro zum Gesamtumsatz beigetragen und war damit einer der Hauptwachstumstreiber für die Software AG. Welcher Umsatz ist in diesem Jahr drin?
Zinnhardt: Wir erwarten für 2009 einen Umsatz von über 50 Millionen Euro und für 2010 von bis zu 70 Millionen Euro.

EURO am Sonntag: Nun hat die Finanzkrise große Schwächen in der Risikosteuerung vieler Banken offengelegt. Erwarten Sie mehr Nachfrage nach Hochleitungsrechnern und damit nach ihren Programmen?
Zinnhardt: Das ist eine sehr spannende Frage. Wir sehen bei unseren ETS-Produkten, also der Software für Großrechner, Bedarf. Wenn ein Kredit nicht mehr bedient wird, werden die entsprechenden Rechenleistungen ja nicht gestrichen, sondern im Gegenteil: Es entsteht zusätzlicher Bedarf, um aus einem notleidenden Kredit einen nicht-notleidenden Kredit zu machen. Dazu dürften zusätzliche Geschäftspotenziale für unsere Integrationsprodukte um Webmethods entstehen.

EURO am Sonntag: Warum?




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