17.07.2009 10:07:58

von Klaus Schachinger
Das Ergebnis spiegele die sich verbessernden Bedingungen auf dem PC-Markt wider, sagte Unternehmenschef Paul Otellini im kalifornischen Santa Clara. Vor allem wegen der starken China-Nachfrage fällt die Bilanz für das zweite und der Ausblick für das laufende Quartal 2009 besser als erwartet, sagte Intel-Chef Paul Otellini. Für das dritte Quartal stellt der Intel-Chef 8,1 bis 8,9 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, Analysten hatten 7,8 Milliarden Dollar geschätzt. Zudem soll die Bruttomarge von 51 im zweiten auf 53 Prozent steigen.
“In Deutschland haben vor allem die steigende Nachfrage der privaten Verbraucher und der gute Absatz bei den tragbaren Computern zum Aufschwung beigetragen", sagte Hannes Schwaderer, Geschäftsführer der deutschen Intel GmbH in München gegenüber €uro am Sonntag.
Auch die von der EU kürzlich verhängte Milliardenbuße könnte die Euphorie der Anleger nicht bremsen. Die EU-Wettbewerbskommission wirft Intel vor, der Konzern habe seinen viel kleineren Rivalen AMD auf unerlaubte Weise ausbremsen wollen. Intel hat das Geld für die Zahlung an die EU im abgeschlossenen Quartal in der Bilanz zurückgestellt. Die Überweisung an die EU werde vermutlich im dritten Quartal erfolgen, sagte Schwaderer. Da Intel die Buße für ungerechtfertigt halte, werde sein Unternehmen jedoch wie angekündigt rechtlich dagegen vorgehen.
In Deutschland brummt vor allem das Privatkundengeschäft mit Notebooks, sagt der Intel-Deutschland-Chef im Gespräch mit €uro am Sonntag. Zudem sei im Geschäft mit Firmenkunden mit dem neuen Server-Prozessor Nehalem die bisher schnellste Produkteinführung in der Geschichte des Konzerns gelungen.
€uro am Sonntag: Herr Schwaderer, mit 21 Prozent mehr Umsatz im Raum Asien/Pazifik hat Intel im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres im zweiten Quartal vor allem in China stark zugelegt während der Umsatz in Europa im zweiten Quartal um 9,4 Prozent zurückging. Was bedeutet das für den deutschen Markt?
Hannes Schwaderer: Innerhalb des europäischen Marktes müssen wir zwischen Ost- und Westeuropa unterscheiden. Während die Umsätze in Osteuropa im Vergleich zum ersten Quartal deutlich zurückgingen, hat das Geschäft in allen westeuropäischen Ländern zugelegt. In deutschen Markt, dem zweitgrößten in Europa, vor allem wegen der anhaltend starken Notebooknachfrage bei Privatkunden. Die Notebook-Verkäufe haben in Deutschland um mehr als 30 Prozent zugelegt und wir gehen davon aus, dass dieser Trend bestehen bleibt. Da Rechner für den mobilen Einsatz in Deutschland 80 Prozent des Umsatzes mit Privatkunden ausmachen, hat das auch einen deutlichen Effekt auf den Gesamtumsatz. Bei Desktop-PCs kaufen Privatkunden, vor allem in Deutschland, überwiegend die Rechner mit den schnellsten, den core i7-Prozessoren. Da sind wir weltweit führend.
€uro am Sonntag: Wie stark ist das Geschäft mit Privatkunden in Deutschland?
Schwaderer: Während der ersten drei Monate waren es rund fünfzig Prozent. Wir gehen jedoch davon aus, dass die starke Nachfrage in diesem Segment anhält, so dass es bis Jahresende sogar 55 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland werden könnten.
€uro am Sonntag: Intel-Chef Paul Otellini geht allgemein davon aus, dass Firmenkunden erst ab 2010 wieder vermehrt Rechner ordern. Wie läuft das Firmenkundengeschäft in Deutschland?
Schwaderer: Allgemein verlängern die Kunden die Dauer für die Abschreibung ihrer Rechner über das gesetzliche Maß von drei auf vier Jahre. Die Nachfrage nach Servern (Netzwerkrechnern) bleibt hierzulande jedoch stark. Einer der Treiber ist auch der neu eingeführte Server-Chip Nehalem. Bei der meistverkauften Kategorie, Zwei-Wege-Server mit zwei Prozessoren, ist ein Drittel der verkauften Server mit Nehalem-Prozessoren ausgestattet. Weltweit wurde bisher kein anderer Intel-Prozessor so schnell in den Markt eingeführt. Der Grund dafür ist die höhere Leistung und der deutlich geringere Stromverbrauch im Vergleich zur Vorgängergeneration aus der Xeon-Prozessorfamilie. Wegen des geringeren Stromverbrauchs rechnet sich die Investition in neue Prozessoren bereits nach acht Monaten.
€uro am Sonntag: Rechnen Sie nach dem Start von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 7 Ende Oktober mit einem deutlichen Schub im Firmenkundengeschäft?
Schwaderer: Viele Unternehmen in Deutschland haben beim Windows Betriebssystemen eine Generation ausgelassen. Potential für einen deutlichen Schub ist also vorhanden.
€uro am Sonntag: Was erwarten Sie vom Debüt der ersten Cisco-Netzwerkrechner mit Nehalem-Prozessoren?
Schwaderer: Das wird uns vor allem im Servergeschäft mit Telekomkonzernen und Internetdienstleistern helfen, wo wir bisher nicht stark aufgestellt sind.