29.05.2009 13:21:07

von Wolfgang Ehrensberger
Unter Missmanagement hat die staatliche Förderbank KfW schon vor dem 15. September 2008 gelitten. Mit der 300-Millionen-Überweisung an die US-Pleitebank Lehman jedoch schaffte sie es seinerzeit als „dümmste Bank Deutschlands“ sogar auf die Titelseite der „Bild“. Wenige Tage vor dem Desaster war Ulrich Schröder als Vorstandschef angetreten, die verkrustete Bank zu reformieren und moderne, effiziente Strukturen einzuziehen. Der 57-jährige promovierte Jurist hat eine KfW als „Blaupause“ für viele Förderbanken in der Welt vor Augen. Er will das Institut auf Kundenorientierung trimmen, die Risikokontrolle verbessern, das Wertpapierportfolio ausmisten. Handlungsbedarf sieht der Ex-WestLB-Banker beim 37-köpfigen Verwaltungsrat, den er für völlig überbesetzt hält. Auch deshalb fordert er ein neues KfW-Gesetz.
€uro am Sonntag: Die KfW verteilt gerade Kredite von 40 Milliarden Euro aus dem staatlichen Konjunkturprogramm. Gleichzeitig ziehen Sie mit einer Roadshow durchs Land und bewerben dieses Programm. Haben Sie denn Angst, dass Sie Ihre Konjunkturmilliarden nicht loswerden könnten?
Ulrich Schröder: Nein, das ist nicht der Grund für unsere Infotour. Die KfW will sich stärker an ihren Zielgruppen ausrichten. Das bedeutet, dass wir direkt zu unseren Kunden gehen. Wir steuern daher mit zwei Bussen innerhalb von sechs Wochen 64 Städte an, um vor Ort über das KfW-Sonderprogramm zu informieren. Wir führen auch abends zusam
men mit den IHKs und Handwerkskammern Informationsveranstaltungen für Unternehmer durch. Denn wir wollen gerade auch die kleinen und kleinsten Unternehmen und Handwerker erreichen, die wegen der Wirtschaftskrise mit Finanzierungsschwierigkeiten kämpfen.