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Interview mit Starökonom
Robert J. Shiller: „Manche Aktien fallen um weitere zehn bis 20 Prozent“
20.02.2009 14:50:32

US-Starökonom Robert J. Shiller
Der US-Wirtschaftsprofessor Robert J. Shiller über den Immobiliencrash und die weiteren Aussichten an den Aktienmärkten

Von Cornelia Heins

Wenn Sie das Wirtschaftsteam von Präsident Barack Obama in den ersten 100 Tagen seiner neuen Amtsperiode beraten sollten – was würden Sie empfehlen?

Robert J. Shiller: Wir benötigen eine wesentlich bessere Struktur der Kreditmärkte, nicht nur was die Vergabe der Darlehen betrifft, sondern einfach bezüglich der Mechanismen, um Konkurse zu vermeiden.

Was meinen Sie damit?

Derzeit verlieren Abertausende von Amerikanern ihre Häuser oder können ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Das nagt an der Psyche unserer Nation.

Wie wollen Sie dies in Zukunft verhindern?

Kleinanleger müssen besser darüber aufgeklärt werden, was sie unterschreiben, wenn sie einen Kredit aufnehmen. Es sollte auch ein Mechanismus im Darlehen eingebaut sein, der eine sogenannte «Work-out-Lösung» des Kredits ermöglicht, um einen Konkurs zu vermeiden.

Sie haben kürzlich behauptet, dass diese Rezession nicht «mechanisch» sei. Was meinen Sie damit?

Die globale Finanztalfahrt hat eindeutig bewiesen, dass der Wohlstand unserer Gesellschaften durch dominante psychologische Kräfte bedroht wird, angefangen beim blinden Vertrauen, dass Hauspreise stetig steigen, bis hin zur niederschmetternden Vertrauenskrise, unter der wir heute leiden. Die Märkte werden von Menschen und ihren «animalischen Trieben» bewegt, daher reagieren die Märkte nicht rational. Ich bin deshalb der Ansicht, dass Märkte sich nicht selbst regulieren können, sondern eine führende Hand benötigen, wie etwa die Aufsicht durch die Regierung.

Was für «animalische Triebe» sind das, die unsere Finanzentscheide beeinflussen und staatliche Eingriffe nötig machen?

Gier, Übermut, Korruption, mangelnde Fairness, der Glaube, dass die Bäume in den Himmel wachsen. Ja, die pure Annahme, dass Geld verdienen und reich werden einfach seien, basiert ebenfalls auf Grundemotionen.





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