13.03.2009 19:00:42
von Wolfgang Ehrensberger
Unter den Direktbanken ist Comdirect nach Orderzahlen nicht nur der größte Anbieter. Mit einem Vorsteuerergebnis von 78,8 Millionen Euro und einer Eigenkapitalrendite von 16 Prozent hatte die Commerzbank-Tochter 2008 auch eines ihrer bislang besten Jahre. Vorstandschef Michael Mandel über Mütter und Töchter, seine Pläne für 2009 und einsame Sonntagabende am Bügelbrett.
€uro am Sonntag: Sie haben sich als leidenschaftlicher Hemdenbügler geoutet. Was ist denn daran so spannend?
Michael Mandel: Ach, das war früher, als ich noch allein gewohnt habe. Da habe ich am Sonntagabend oft „Weltspiegel“, „Tagesschau“ und dann den „Tatort“ geschaut und dabei Hemden gebügelt. Ich fand das entspannend. Das Schöne am Bügeln ist: Man sieht sofort das Ergebnis, wenn man fertig ist. Als Vorstandschef der Comdirect Bank kommt das nicht jeden Tag vor – hier sind meine Aufgaben eher strategischer Natur.
€uro am Sonntag: Strategisch ist derzeit Ihre Mutter Commerzbank unterwegs – mit Dresdner-Übernahme und Staatshilfen. Was heißt das für die börsennotierte Tochter?
Mandel: Die Übernahme der Dresdner Bank sehen wir positiv. Dasselbe gilt für die Stärkung der Commerzbank-Eigenkapitalbasis durch den Finanzmarktstabilisierungsfonds. Denn letztendlich kann auch die Comdirect Bank von einer starken Konzernmutter profitieren, die gut 80 Prozent unserer Anteile hält. Darüber hinaus gibt es keine Veränderungen. Die Comdirect Bank agiert unverändert als eigenständige Aktiengesellschaft.
€uro am Sonntag: Die ganze Aufregung um die Commerzbank muss doch unglaublich nerven. Käme Comdirect nicht allein besser zurecht?
Mandel: Meine Arbeit bei der Comdirect Bank macht mir sehr viel Freude. Außerdem drückt sich die Verbindung zur Commerzbank nicht nur durch eine Beteiligung aus, sondern ebenso durch eine sehr gute Zusammenarbeit an vielen Stellen. Davon profitieren beide Unternehmen.