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Umweltbank-Gründer Popp: "Viele haben mich anfangs nicht ernst genommen"
02.03.2009 10:16:30

Umwelt-Bank-Gründer Horst Popp
Als Horst Popp 1997 seine Umweltbank gründete, prophezeite ihm die Konkurrenz ein schnelles Ende. Inzwischen sind die Kritiker verstummt.

von Daniela Meyer

Allen Banken geht es schlecht. Allen Banken? Nein, ein kleines Institut in Nürnberg trotzt – wie einst die Gallier den Römern – der Finanzkrise. Ein stärkender Zaubertrank ist dazu nicht erforderlich. Die Umweltbank investiert ganz einfach in deutsche Ökoprojekte – vom Biosupermarkt bis zum Solarkraftwerk. Damit verdient sie Geld und kämpft nebenbei aktiv gegen den Klimawandel, erklärt Gründer und Vorstandschef Horst Popp.

€uro am Sonntag: Derzeit wird viel über Nachhaltigkeit diskutiert. Wie nachhaltig ist denn das Konjunkturpaket der Bundesregierung?

Horst Popp: Nachhaltigkeit hat einen langen Betrachtungszeitraum von mindestens 100 Jahren. Diesen Horizont hat das Konjunkturpaket sicher nicht. Bei den meisten Aktionen geht es darum, Brände zu löschen.

€uro am Sonntag: Dazu gehört die Unterstützung angeschlagener Firmen. Was halten Sie davon?

Popp: Generell ist es nicht sinnvoll, einzelne Unternehmen zu retten. Wir haben aber derzeit die schlimmste Krise seit 100 Jahren und die Hilfsaktionen sind gerechtfertigt. Aber man muss sehen, dass Einzelmaßnahmen den Wettbewerb verzerren.

€uro am Sonntag: Gilt das auch für Hypo Real Estate? Der Staat will bei der Bank einsteigen und Großaktionär Flowers droht die Enteignung.

Popp: Die Rettung der HRE halte ich für gerechtfertigt. Sie ist ja quasi die Hausbank des Bundes. Die staatliche Unterstützung sollte aber über marktwirtschaftliche Mittel erfolgen und nicht etwa über Enteignung.

€uro am Sonntag: Wird Flowers sich mit seiner Forderung von drei Euro je Aktie durchsetzen können?

Popp: Nein, das wird ihm nicht gelingen. Die Bank ist pleite und wertlos. Der Börsenkurs beruht nur noch auf der Einstiegsspekulation.





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