06.03.2009 14:53:58

von Erhard Drengemann
Manch einer trägt ganz schön dick auf. Andere geizen eher mit dem Zuckerguss. So hat jeder Konditor sein eigenes Rezept, je nach Gusto.
Die Garnierung des Vorsorgeklassikers, der Kapitallebensversicherung, ist die laufende Überschussbeteiligung. Was nach Abzug der Risiko- und Kostenanteile übrig bleibt, fließt als Sparanteil in den Deckungsstock. Das Geld wird von den Kapitalanlagemanagern der Assekuranz auf dem Kapitalmarkt angelegt. Das bringt Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Ein Teil davon wird dem Versicherten vorab durch den Rechnungs- oder Garantiezins gutgeschrieben. In der Regel wird jedoch mehr erzielt – es entstehen Gewinnüberschüsse. Und daran werden Versicherte beteiligt. Wegen der von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Entwicklung der Zinsen und Aktienkurse schwanken die Überschüsse.
€uro am Sonntag hat nicht nur die aktuellen Deklarationen der Assekuranzen für 2009, sondern auch die Vergangenheit mit herangezogen. Dafür werden die laufenden Überschussbeteiligungen von 2008 bis 2004 bewertet – als Mittelwert aller Deklarationssätze. Ein aktueller Durchschnittswert von 4,28 Prozent über alle am Vergleich teilnehmenden Gesellschaften, die nach verdienten Bruttoprämien immerhin einen Marktanteil von über 97 Prozent repräsentieren, ist durchaus vorzeigbar. Topanbieter erreichen noch bis zu 20 Prozent mehr, schlechtere dagegen auch einen um rund 20 Prozent niedrigeren Wert.
Eine Spanne von 1,5 Prozentpunkten ist schon beachtlich. Beachten sollten Kunden auch die unterschiedlichen Werte je nach Tarifgeneration. Davon gibt es mittlerweile fünf. Je nach Abschlussdatum des Vertrags gibt es Kapitallebensversicherungsverträge mit einem Rechnungszins von 2,25 bis vier Prozent. Dieser wird per Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums festgelegt und richtet sich – vereinfacht ausgedrückt – nach der mittelfristigen Entwicklung der Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere, der wichtigsten Kapitalanlage bei Lebensversicherungen. Die Folge: Sinkt der Zins, sinken mit leichter zeitlicher Verzögerung auch die Rechnungszinsen. Nimmt man die aktuelle Zinsentwicklung als Basis, lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostizieren, dass auch der Rechnungs- oder Garantiezins für Lebensversicherungen bald auf zwei Prozent oder weniger sinken wird.
Daneben gibt es Schlussgewinne und Bewertungsreserven. Beide Positionen zusammen können bis zu einem Prozentpunkt Renditeschub bringen. Sie haben jedoch einen gravierenden Nachteil: Sie sind weder garantiert noch nachhaltig. Deswegen wurden sie bei der Untersuchung auch nicht berücksichtigt.