09.02.2009 15:18:13

von K. Schachinger und C. Batisweiler
Alles läuft nach Plan“, verkündete vergangene Woche ein Sprecher des Porsche-Konzerns. Sein Chef Wendelin Wiedeking hatte gerade bestätigt, dass der Sportwagenbauer 2009 seine Anteile an Volkswagen von aktuell 50,8 Prozent auf die per Option gesicherten 75 Prozent ausbauen werde. Die Verhandlungen mit den Banken über die Verlängerung des Zehn-Milliarden-Euro-Kredits zur Finanzierung des Deals seien gut vorangekommen.
Den Optimismus Wiedekings, das gewünschte Geld zügig zu erhalten, will UBS-Analyst Philippe Houchois indes nicht teilen und verpasste der Porsche-Aktie das frische Etikett Verkaufen. Begründung: „Die Nichtverlängerung der Kreditlinie oder zusätzliche Sicherheiten für die Finanzierung könnten eine Kapitalerhöhung erfordern.“ Ganz unabhängig vom Absatz der Autoindustrie, die tief in der Krise steckt, macht der UBS-Experte damit auf ein Problem aufmerksam, das vielen Unternehmen droht: Wer jetzt kein Geld hat, muss es sich teuer am Kapitalmarkt borgen – vorausgesetzt, es ist überhaupt zu bekommen.
Hohe Refinanzierungskosten
Hohe Refinanzierungskosten aber schmälern den Gewinn, Kapitalerhöhungen reduzieren ihn je Aktie. Und sinkende Gewinne in der Zukunft bedeuten an der Börse in der Regel schlicht sinkende Aktienkurse.