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16.02.2012 17:51:19 | Euro Archivbericht | Ausgabe 03/12

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Geschliffene Gewinne

Die Preise von Diamanten steigen. Und ein Angebotsdefizit wird in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass der Trend andauert

von Petra Maier

Der britische Schauspieler Richard Burton († 1984) galt nicht unbedingt als Geschäftsmann. Mit einer Einschätzung lag er aber goldrichtig: „Diamanten sind eine Investition.“ So begründete der Schauspieler seine millionenteuren Schmuckgeschenke an Liz Taylor. Im vergangenen Dezember wurden 80 Preziosen aus Taylors Nachlass versteigert. Für einen Ring mit einem 33,19-Karat--Diamanten, den Burton für 300 000 Dollar erworben hatte, wurden auf der Auktion 8,8 Millionen Euro gezahlt.

Diamanten gelten — wie Gold — als sichere Anlage. Im Krisenjahr 2008 verlor der Diamantenindex gerade einmal ein halbes Prozent. 2011 legte der Preisindex für einen zertifizierten runden Diamanten mit einem Karat Gewicht in Topqualität um 19 Prozent zu. Halbkaräter brachten es auf ein Plus von 18 Prozent.

Für einen lang anhaltenden Aufwärtstrend am Diamantenmarkt sprechen sowohl Angebot als auch Nachfrage. Mit dem zunehmenden Wohlstand in den Schwellenländern steigt auch die Lust auf Edelsteine. So betrug der Marktanteil chinesischer Käufer 2005 nur acht Prozent. 2011 ging schon jeder vierte Stein nach China. Insgesamt wird die Nachfrage aus Asien und dem Nahen -Osten 2015 rund 40 Prozent der weltweit geförderten Diamanten ausmachen, schätzt De Beers, der frühere Diamantenmonopolist, der vom Minenkonzern Anglo American übernommen wurde.

Der steigenden Nachfrage steht eine sinkende Fördermenge gegenüber. Zwischen 2007 und 2010 fiel die Förderung von 162,9 Millionen Karat Rohdiamanten auf 128,3 Millionen Karat. Viele Minen arbeiten an den Kapazitätsgrenzen. Neue Förderweisen wie das Marine Mining in Namibia, bei dem der Meeresboden abgesucht wird, können den Rückgang nicht ausgleichen.

Wer in die edlen Steine investieren will, muss die vier C kennen: Carat (Karat), Colour (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff). Sie beschreiben neben der Größe und Farbe, ob der Stein Einschlüsse aufweist und wie gut der Schliff ist. Alle vier Komponenten bestimmen den Preis des Edelsteins. Ein Halbkaräter kann deshalb 200, aber auch 2000 Euro kosten. Es dürfte sich auszahlen, auf Topqualität zu setzen. Je größer und reiner ein Stein ist, umso seltener ist er. Im Diamantenmarkt gibt es aber auch schwarze Schafe, die Anleger abzocken. Besonders wichtig: Beim Kauf muss man auf ein Zertifikat bestehen, ausgestellt von einem anerkannten Institut, beispielsweise dem IGI International Gemmological Institut, HRD Hoge Raad voor Diamant oder dem Diamant Prüflabor in Idar-Oberstein. Sie wenden strenge Qualitätsmaßstäbe an.

Üblicherweise werden die Steine in einer verschweißten Plastikbox ausgeliefert. Damit wird eine Verwechslung ausgeschlossen sowie eine schnelle Überprüfung möglich, falls die Box unbeschädigt ist. Auch lose Steine können anhand des Zertifikates von einem Experten schnell identifiziert werden. Beson-ders Vorsichtige können die Zertifikats-nummer auch in den Rand des Steins per Laser eintragen lassen. Reine Diamantenanleger verzichten im Übrigen — anders als Burton — auf die Verarbeitung des Steins in ein Schmuckstück.