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18.01.2012 11:37:13 | Euro Archivbericht | Ausgabe 02/12

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„Wären wir wirklich Jobkiller, würden Betriebsräte schreien“

Ex-Arques-Chef Peter Löw hat mit Restrukturierungen geschätzt 250 Millionen Euro Vermögen angehäuft. Vielen gilt er deshalb als böser Kapitalist. Wie er das selbst sieht

Das Interview führte €uro-Redakteur Mario Müller-Dofel.

€uro: Herr Löw, über Sie steht geschrieben, dass Sie mit 18 Jahren drei Ziele gehabt hätten: Bundeswehrhauptmann, ein Doktor Löw und Millionär werden. Ziemlich ehrgeizig.
Peter Löw: Warum nicht? Ich habe mir immer Ziele gesetzt, von denen ich dachte, sie gerade so erreichen zu können. Deshalb bin ich mit 18 auch zu den Fallschirmjägern gegangen. Ich war in meiner Kompanie der einzige Abiturient unter ansonsten recht harten Jungs. Da wollte ich mich durchsetzen.

Und hat’s geklappt?
Löw: Ich wurde von ihnen zum Vertrauensmann gewählt. Heute bin ich Oberstleutnant der Reserve, habe den Hauptmannsrang also übertroffen.

Ebenso den Doktortitel, denn es sind zwei geworden — in Jura und Geschichte. Auch bei einer Million Euro Vermögen ist es nicht geblieben. Sind Sie gierig?
Löw: Quatsch. Dass es etwas mehr geworden ist, war so nicht geplant.

„Etwas“ ist gut. Ihr Vermögen wird auf bis zu 250 Millionen Euro geschätzt. Warum jagen Sie trotzdem noch dem Geld nach?
Löw: Nicht Geld treibt mich heute an, sondern geschäftliche Herausforderungen. Ich bin ja schließlich Unternehmer. Übrigens einer, der in den vergangenen 20 Jahren — 1992 haben mein Geschäftspartner Martin Vorderwülbecke und ich unsere erste Firma gekauft — sich auch regelmäßig eine Auszeit genommen hat. Wenn möglich, alle fünf Jahre. Dreimal habe ich das schon jeweils für etwa ein Jahr gemacht.

Was treiben Sie dann so?
Löw:
Dann ist Zeit, um zum Beispiel den Jakobsweg zu gehen, auf meiner Enduro eine Pilgerfahrt von München nach Jerusalem zu machen oder Bücher zu lesen. Man kann -alles machen, wozu man ansonsten nicht kommt — und vor allem viel nachdenken. Von einer Jagd nach Geld kann da eigentlich keine Rede sein. Aber ich gebe zu: Es treibt mich immer wieder zurück in mein Metier.

Sie haben in den vergangenen 20 Jahren rund 200 Unternehmen gekauft — und wieder verkauft. Welche Philosophie steckt hinter dieser erstaunlichen Drehzahl?
Löw:
Wir kaufen Firmen, die Verluste machen oder zumindest extreme Underperformer sind. Die werden nach dem Nettosubstanzwert, also ihrem meist geringen Vermögen, bewertet. Einen Ertragswert gibt es ja nicht, weil kein Ertrag da ist. Manchmal bekommen wir vom Verkäufer auch eine Zuzahlung auf erwartete Verluste. Wenn wir die Firma dann erfolgreich umstrukturiert haben, verkaufen wir sie wieder. Das gewöhnliche Tagesgeschäft ist langweilig.

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