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13.12.2011 11:22:29 | Euro Archivbericht | Ausgabe 01/12

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Stand-Fest

Oft macht eine simple Idee Millionen Menschen glücklich. Alle Jahre wieder schaffen das Krinner-Christbaumständer

von €uro-Redakteur Mario Müller-Dofel

Wie haben wir das damals nur ausgehalten? Als der Weihnachtsbaum zwar auch irgendwie stand, allerdings ein bisschen („sehr“, schimpfte die Schwiegermutter) schief und potenziell umsturzgefährdet („Wenn der umfällt, Schwiegersohn, brennen meine Tochter und deine Kinder!“). Mit Ach und ohne Krach hat er dann doch bis Dreikönig gehalten. Aber es war immer ein Nervenkrieg. Jetzt nicht mehr. Dass Weihnachten endlich wieder ein harmonisches Fest ist, verdanken wir Klaus Krinner. Der hat uns 1989 den Christbaumständer mit „Rundum-Einseiltechnik“ beschert, der den Stamm nicht mehr mittels der jahrhundertealten Schraubenmethode in Stellung zu bringen versucht, sondern schlicht festzurrt und -krallt.

Anlass der Erfindung: Als Krinner im Alter von 50 Jahren erstmals selbst einen Christbaum aufstellen musste, weil sein Vater verstorben war, nervten ihn die Schraubentechnik und sein schiefer Baum derart, dass er die Einseiltechnik erfand. 27 000 Stück verkaufte Krinner im ersten Jahr, 65 000 im zweiten und doppelt so viele im nächsten. Klaus Krinner störte auch das Nadeln der Bäume, das oft schon nach wenigen Tagen im Wohnzimmer einsetzt. Die Wasserbehälter seiner Ständer wurden deshalb größer, und ein Schwimmer signalisierte den Wasserstand. Heute stehen die meisten Christbäume der Deutschen – pro Saison stellen sie rund 28 Millionen auf – in Krinner-Ständern. Und der Erfinder ist Multimillionär. Sogar bei Home Depot in den USA, der größten Baumarktkette der Welt, ist der Metallfuß gelistet.

Und so steht er mittlerweile in ungezählten Haushalten, meist -tannengrün (unten im Bild steht eine Edelvariante), und immer mit unbarmherzigem Griff um den Stamm des kerzengerade stehenden Nadlers. Nun ist unser Erfinder kein Ingenieur, sondern als Landwirt einfach bauernschlau – geboren auf dem elterlichen Hof im tiefsten Niederbayern, wo er noch heute daheim ist. Doch sein Heimatort Straßkirchen ist keine langweilige Provinz, sondern ein womöglich revolutionäres Biotop. Vor den Toren der 3000-Seelen-Gemeinde ging im vergangenen Jahr der zweitgrößte Solarpark der Welt ans Netz, ausufernd wie ein See und fähig, 15 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Der Initiator ist übrigens Klaus Krinner. Ein Unternehmer durch und durch.

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