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18.10.2011 16:39:23 | Euro Archivbericht | Ausgabe 11/11

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Welt im Visier

Vor 85 Jahren gegründet und seit 50 Jahren unter dem Namen Uvex unterwegs, arbeitet der Fürther Familienbetrieb an einer neuen Vision

Marktführer in Deutschland – damit wähnt sich ein bundesrepublikanischer Mittelständler oft schon am Ziel. Doch wer den Namen dieser Fürther Firmengruppe hört, möchte meinen, sie wolle weltweit eine ganze Jahreszeit dominieren. Die Uvex Winter Holding, scheint es, will auf allen Pisten der Welt präsent sein. Dabei heißt die Unternehmerfamilie einfach so.

Im Jahr 1926, vor 85 Jahren, hatte der Großvater des heutigen Firmenchefs die Optische Industrie-Anstalt Philipp M. Winter gegründet. Seine Idee: die wachsenden Gemeinden der Motorrad- und Skifahrer mit Schutzbrillen zu versorgen. Die ersten Jahre fertigte er übrigens als Untermieter des späteren Quelle-Gründers Gustav Schickedanz. Doch bereits zehn Jahre nach Gründung rüstete Winter Teilnehmer der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen aus. Aber erst in den frühen 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts führte Philipps Sohn Rainer Winter die Firma in Richtung globale Vormachtstellung.

Während eines US-Aufenthalts 1959 hatte der Junior gelernt, dass Prägnanz Voraussetzung für Markenerfolg ist. Inspiriert vom bestimmenden Merkmal seiner Sportbrillen — die Ausfilterung der UV-Strahlung — prägte er den neuen Firmennamen: Uvex, kurz für: ultraviolet excluded. 1970 wagte sich Rainer Winter ins Ausland, zehn Jahre später auch nach Nordamerika. Da hatte Deutschland den Claim der Firma längst verinnerlicht: „Uvex heißt Skibrille“.

Lange her

Inzwischen mussten die Fürther von der fränkischen Vorbildfirma Adidas lernen, am frischen Image der Marke zu arbeiten. Denn Uvex mag von älteren Generationen noch als Synonym für Skibrillen verwendet werden, so wie Tempo für Papiertaschentücher. Das jüngere Publikum aber — und das sind die Konsumenten, die nicht nur für mittelständische Unternehmen aus der deutschen Provinz überlebenswichtig sind — gilt die Marke im besten Fall als altbacken, im schlimmsten ist sie ihm völlig unbekannt. Da reicht es nicht, wenn Ski-Cracks wie Felix Neureuther oder Lindsey Vonn den Weg ins Ziel durch Uvex-Brillen sichten. Stattdessen müssen hippe Stars – etwa aus der Freeride-Szene gewonnen werden.

An dieser Vision – neue Kundengruppen zu begeistern – wird in Fürth hart gearbeitet. Die Anstrengung dürfte sich lohnen. Und das, obwohl die Uvex Sports Group nicht der größte Umsatzbringer des Familienunternehmens ist. 40 Prozent steuert die Sportsparte zum Gesamtergebnis bei, das sich um die 300 Millionen Euro eingependelt hat. Den Löwenanteil macht eine Sparte aus, in der es nicht so sehr auf Coolness ankommt: Arbeitsschutz.


Michael Hannwacker

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