OUTPERFORMANCE ZERTIFIKATE

 
 

Was sind Outperformance Zertifikate?

 
Ein Outperformance Zertifikat verbindet den Wunsch der Anleger nach einer höheren Rendite bei gleichem Risiko. Hiermit haben Anleger die Möglichkeit an der positiven Entwicklung eines Basiswertes stärker zu partizipieren als mit dem Basiswert selbst. Im Falle eines Verlustes ist dieser jedoch nicht höher als es der Verlust bei einem Direktinvestment im Basiswert wäre.
 

Wer gibt Outperformance Zertifikate heraus?

 
Outperformance Zertifikate sind im rechtlichen Sinne Inhaberschuldverschreibungen und werden von Banken emittiert. Aufgrund der hinter dem Zertifikat steckenden Inhaberschuldverschreibung unterliegt der Zertifikateanleger einem Bonitätsrisiko des Emittenten. Ähnlich wie bei anderen Zertifikatetypen auch, sind eine ganze Reihe an Basiswerten möglich, zumeist jedoch Aktien und Aktienindizes. Daneben gibt es Varianten zum klassischen Outperformance Zertifikat, wie beispielsweise Capped Outperformance oder Outperformance Plus Zertifikate.
 
 

Wie funktionieren Outperformance Zertifikate?

 

Die Konstruktion eines Outperformance Zertifikates beinhaltet einen konkreten Basiswert (z.B. eine Aktie XY), einen festgelegten Basispreis (z.B. 100 Euro), eine ganz bestimmte Partizipationsrate (z.B. 1,75), ein Bezugsverhältnis (z.B. 1) sowie eine definierte Laufzeit (z.B. 1 Jahr). Bei der Emission des Zertifikates wird der Basispreis des Outperformance Zertifikats in der Regel am aktuellen Kurs des Basiswertes festgesetzt. Ebenfalls wird mit der Herausgabe des Zertifikats die Partizipationsrate festgelegt. Diese gibt den Faktor an, mit dem die Gewinne des Basiswertes am Ende der Laufzeit erhöht werden, insofern der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende über dem Basiswert liegt. Die Partizipationsrate sollte umso höher ausfallen, umso höher die Dividende, umso höher der Basispreis und umso niedriger die Volatilität des Basiswertes sind. Notiert der Basiswert am Ende der Laufzeit über dem Basispreis, so wird dem Anleger der Differenzbetrag zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis – multipliziert mit der Partizipationsrate – sowie der Basispreis ausbezahlt.

Beispielsweise könnte die XY-Aktie am Laufzeitende bei 180 Euro stehen. Der Anleger – welcher ein Zertifikat besitzt – erhält somit 240 Euro überwiesen [(180-100) x 1,75 + 100]. Mit dem Zertifikat hätte der Anleger somit 140 Prozent gemacht, mit einer Investition in die Aktie lediglich 80 Prozent. Notiert das Zertifikat am Laufzeitende hingegen unter dem Basispreis, so erhält der Anleger je nach Bezugsverhältnis die Aktien geliefert oder einen Barausgleich, wie beispielsweise bei Indizes. Bei einem Stand der XY-Aktie von beispielsweise 70 Euro am Laufzeitende, würde der Zertifikateanleger bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 demnach eine Aktie in sein Depot gebucht bekommen, welche einen Wert von 70 Euro hätte. Der Verlust des Zertifikateanlegers beträgt somit 30 Prozent. Den gleichen Verlust hätte der Anleger jedoch mit einem Direktinvestment in der Aktie gemacht.

Während der Laufzeit des Zertifikats baut sich der Hebel durch die Partizipationsrate erst langsam auf, so dass Outperformance Zertifikate kaum ein geeignetes Anlageinstrument für kurzfristige Spekulanten sind. Sollte der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit unter den festgelegten Basispreis fallen, so kann es durchaus passieren, dass das Zertifikat auch mal stärker verliert als der Basiswert. Am Laufzeitende sollte das Outperformance Zertifikat dann jedoch genauso verloren haben wie der zugrundeliegende Basiswert. Bei einem beabsichtigten Kauf eines Outperformance Zertifikats während der Laufzeit wäre es klug auf solche Zertifikate zu setzen, bei denen der Kurs des Basiswertes zwar schon über dem Basispreis des Zertifikates liegt, der Zertifikatpreis jedoch noch nicht weit über den Preis des Basiswertes gestiegen ist. Dann hat sich der Outperformance-Mechanismus noch nicht besonders bemerkt gemacht und es steckt noch Potential im Zertifikat.
 
Quelle: DDV
 

Weitere Varianten von Outperformance Zertifikaten

 

Als erstes soll das Capped Outperformance Zertifikat näher beleuchtet werden. Diese Variante beinhaltet eine Gewinnobergrenze, bis zu dieser die Partizipationsrate ihre Wirkung entfaltet. Sollte der Kurs des Basiswertes am Ende der Laufzeit jedoch über dem Cap stehen, so gibt es lediglich den Maximalbetrag ausbezahlt.

Eine weitere mögliche Variante eines klassischen Outperformance Zertifikats ist ein sogenanntes Outperformance Plus Zertifikat. Hiermit erhält der Anleger einen gewissen Teilschutz, der jedoch über eine zumeist niedrigere Partizipationsrate erkauft wird. Sollte der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende unter dem Kurs zum Emissionszeitpunkt liegen, dann wird dennoch der Basiswert ausbezahlt, insofern niemals über die Laufzeit hinweg eine bestimmte Schwelle verletzt wurde. Wenn es mit den Kursen des Basiswertes hingegen nach oben geht und der Kurs des Basiswerts am Laufzeitende über dem Basispreis liegt, dann partizipiert der Anleger am steigenden Basiswert mit, unter Beachtung der Partizipationsrate sogar verstärkt.
 

Vorteile von Outperformance Zertifikaten für Anleger

 
Mit einer Investition in ein klassisches Outperformance Zertifikat können Anleger mit einem bestimmten Hebel (Partizipationsrate) an der positiven Kursentwicklung eines bestimmten Basiswertes partizipieren ohne diese Hebelwirkung bei fallenden Kursen befürchten zu müssen. Im Falle steigender Notierungen bis zum Laufzeitende wird somit die positive Kursentwicklung gehebelt mitgemacht, im Falle einer negativen Entwicklung der Notierungen ist der Anleger genauso gestellt, als hätte er den Basiswert direkt erworben. Neben der erhöhten Chance bei demselben Risiko wie bei einem Direktinvestment in den Basiswert, können Outperformance Zertifikate im börslichen oder außerbörslichen Handel erworben und veräußert werden. Dadurch gelten Outperformance Zertifikate zu den liquiden Anlageformen.
 

Nachteile von Outperformance Zertifikaten für Anleger

 

Nachteilig sind die wegfallende Dividende sowie ein möglicher Verlust des Anlegers über die Laufzeit hinweg und zum Laufzeitende, wenn der Kurs des Basiswertes unter den Emissionspreis fallen sollte oder ein gegebenenfalls bezahltes Aufgeld nicht mehr erwirtschaftet werden kann. Weiter hängt der Kurs des Zertifikates während der Laufzeit an verschiedenen Faktoren, die sich nachtteilig für den Anleger auswirken können. Hierzu zählen im Wesentlichen die Volatilität des Basiswertes, die Dividendenerwartung sowie die Restlaufzeit. Ferner besteht wie bei allen anderen Zertifikaten auch ein Emittentenrisiko.

Sollte der Zertifikateherausgeber in die Insolvenz rutschen, dann wäre mit großer Wahrscheinlichkeit auch das im Zertifikat investierte Kapital verloren. Bei Basiswerten in Fremdwährung sind ferner Wechselkursschwankungen ein mögliches Risiko. Weitere Risiken sind den Produktinformationen der einzelnen Emittenten zu entnehmen.
 

Wie und wo können Outperformance Zertifikate gehandelt werden?

 
Der Handel von Outperformance Zertifikaten ist auf dem börslichen oder außerbörslichen Weg möglich. Im börslichen und regulierten Handel fallen jedoch Maklercourtage (Börsengebühren) an, die im außerbörslichen Handel gespart werden können. Daneben sind die Handelszeiten im außerbörslichen Direkthandel mit dem Emittenten ausgedehnter als im üblichen Börsenhandel mit seinen festen Zeiten.
 

Outperformance Zertifikate in Kürze

 
Mit einer Anlage in Outperformance Zertifikaten können Anleger gehebelt an der positiven Kursentwicklung des gewählten Basiswertes partizipieren, wodurch höhere Renditen als bei einem Direktinvestment in den Basiswert möglich sind. Dies gilt insbesondere am Laufzeitende, da sich der Hebel bis dahin voll aufgebaut hat. Trotz der Hebelwirkung im positiven Fall, ist der Zertifikateinhaber im Verlustfall dem Direktanleger gleichgestellt. Aufgrund des Funktionsmechanismus stellen Outperformance Zertifikate ein Anlageinstrument für Anleger mit einer positiven oder leicht positiven Markterwartung für den gewählten Basiswert dar.
 

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