FRANKFURT (dpa-AFX) - Bankenwerte haben am Donnerstag im vorbörslichen Handel zugelegt. Händler verwiesen neben den besser als erwarteten Zahlen der Schweizer Großbank Credit Suisse auch auf eine Branchenstudie von Morgan Stanley als Unterstützung. Deutsche Bank stiegen bei Lang & Schwarz um 1,30 Prozent auf 61,19 Euro (Xetra-Schluss: 60,40) Euro. Commerzbank gewannen 0,36 Prozent auf 22,48 Euro (Xetra-Schluss: 22,40) Euro. Der Gesamtmarkt wird unterdessen kaum verändert erwartet. Der X-DAX, der den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag kurz nach 8.00 Uhr bei 6.547 Punkten. Das entspricht einem Plus von 0,16 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss des Leitindex.
Die Credit Suisse war im zweiten Quartal deutlicher in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt als von Experten erwartet. Auch beim für Schweizer Banken wichtigen Nettogeldzufluss übertraf die Bank mit 14,0 Milliarden Franken die Erwartungen der Experten. Jedoch dürfte sich das Marktumfeld laut Einschätzung des Credit-Suisse-Chefs Brady Dougan "kurz- bis mittelfristig nicht verbessern". Vor allem habe die Bank bei den Abschreibungen überrascht, sagte ein Börsianer. Nachdem im ersten Quartal noch Abschreibungen auf CDOs angestanden hätten, sei bei forderungsbesicherten Wertpapieren nun eine positive Wertberichtigung vorgenommen worden.
Auch Commerzbank-Analyst Michael Dunst schrieb in einer ersten Einschätzung, insbesondere der Bereich Investmentbank habe dank stärkerer Erträge und geringeren Bewertungsverluste im Zusammenhang mit strukturierten Produkten seine Erwartungen übertroffen. Der Bereich Vermögensverwaltung habe mit einer stabilen Marge und stärkeren Nettogeldzufluss im Vergleich zum ersten Quartal positiv überrascht. Er ziehe die Aktien der Credit Suisse nach wie vor denen der UBS vor.
Morgan Stanley hat zudem den Sektor am Morgen von "Cautious" auf "In-Line" hochgestuft. Fundamental sei die Lage zwar weiter schwer und strukturelle Probleme blieben weiter bestehen, die Bewertung sei aber attraktiv. Die Bewertung vieler Aktien sei aber inzwischen bereits auf dem Niveau der frühen 90er Jahre angelangt. Die US-Banken und die frühen Berichte für das zweite Quartal seien so weit in Ordnung. Stärker kapitalisierte Banken hätten sich besser entwickelt und Liquidität bleibe das Schlüsselthema. Allerdings müssten einige Institute ihre Geschäftsmodelle überdenken oder wären von einer möglichen Konzentration in der Branche betroffen. Zu den kritischen Faktoren gehörten neben mehr Klarheit über angehäufte Kreditverluste, die Liquidität der Banken, ein höherer Renditeanstieg und die Möglichkeit zur Selbsthilfe./gr/dr