25.04.2008 09:57
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AKTIE IM FOKUS 2: MAN ins Minus gedreht nach starken Zahlen

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von MAN  haben am Freitag  nach starken Erstquartalszahlen und einer angehobenen Umsatzprognose für 2008 unter Gewinnmitnahmen gelitten. Nachdem sie sich kurz nach Handelsstart an die DAX-Spitze gesetzt hatten und dort bis auf 97,70 Euro gestiegen waren, drehten sie bis 9.45 Uhr ins Minus und gaben um 0,37 Prozent auf 94,53 Euro nach. Der Leitindex DAX  gewann zugleich 0,54 Prozent auf 6.857,83 Punkte. Händler und Analysten äußerten sich zwar sehr positiv zum Zahlenwerk des Maschinen- und Nutzfahrzeugbauers, allerdings sei im Grunde bereits ein sehr starkes Quartal erwartet worden.

    "Das Überraschungsmoment war für viele wohl eher gering nach den vorangegangenen Spekulationen im 'Platow Brief'", sagte ein Händler. Daraufhin habe die Aktie schon zugelegt gehabt. Nun würden daher wohl eher Gewinne mitgenommen. Auch ein weiterer Händler sagte: "Die Zahlen sind super, aber wir hatten ja schon die Gerüchte im 'Platow-Brief', dass das Ergebnis über 400 Millionen Euro liegen wird."

    Ein dritter Börsianer sagte: "Vor allem der Auftragseingang und der Überschuss sind erfreulich." Zudem habe der Konzern seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben, was einer der Hauptgründe für das Kursplus sein dürfte. Analyst Dirk Netting von der Commerzbank hob vor allem das operative Ergebnis von 455 Millionen Euro hervor, das deutlich über seinen Schätzungen und denen des Marktes lag. Auch der Auftragseingang sei sehr stark gewesen. Netting bestätigte die Aktie mit "Buy" und einem Kursziel von 124 Euro und will nun seine Prognosen für den Lkw- und Maschinenbauer anheben. Analyst Robert Heberger von Merck Finck bestätigte die Aktie ebenfalls nach dem starken Quartalsbericht mit "Buy" und will seine Gewinnschätzungen nach oben revidieren.

    "MAN hebt sich klar ab von Daimler  und anderen Lkw-Herstellern, die etwa von Währungseffekten oder der Finanzkrise betroffen sind", hieß es von wieder anderer Seite. "Es würde mich nicht wundern, wenn die Studien des letzten Jahres über das Potenzial und den Bedarf der Osteuropäer an Lastwagen wieder herausgezogen werden."

    Neben den Zahlen wurde am Markt aber auch auf charttechnische Besonderheiten der Aktie hingewiesen. Das Papier, so hieß es, befinde sich in einer "fünften Welle nach oben". Damit sie weiter steigen könne, seien nun Anschlussorders nötig, denn bisher sei die gesamte Aktienbewegung noch als Korrektur der Abwärtsphase einzustufen. Die maximale Kursprojektion gehe bis 102,50/103,50 Euro.

    Die MAN AG meldete für das erste Quartal einen Umsatzanstieg auf 3,834 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 455 Millionen Euro. Damit lag der Konzern deutlich über den Marktprognosen. Zudem hob er seine Schätzungen für das Gesamtjahr an und rechnet nun für 2008 mit einem zehnprozentigen Umsatz. Das operative Ergebnis soll deutlich über dem Vorjahreswertes von 1,730 Milliarden Euro liegen. Bisher hatte MAN ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent prognostiziert sowie einen weiteren Anstieg des operativen Gewinns./ck/ag

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