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AUSBLICK/Lufthansa-Halbjahresergebnis über Vorjahr erwartet
Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Die Lufthansa AG, Frankfurt, hat nach Einschätzung von Analysten im ersten Halbjahr 2008 Umsatz und operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht. Deutschlands größte Airline will ihren Quartalsbericht am Mittwoch um 8.00 Uhr MESZ veröffentlichen. Es ist aber durchaus möglich, dass die Eckdaten bereits am Abend zuvor genannt werden. Diese Vorgehensweise hat der Vorstand in der Vergangenheit des öfteren gewählt.
"Ich erwarte sehr gute Halbjahresergebnisse", sagte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Es gebe keinerlei Gründe für schlechte Zahlen. Dabei habe er den "immensen" Anstieg der Treibstoffkosten in seiner Prognose einkalkuliert, fügte der Analyst hinzu. Da Lufthansa die Kerosinkostensteigerungen aber sehr gut absichere, hätten höhere Kosten nur einen sehr begrenzten Einfluss auf das Ergebnis.
Abgesehen davon hat Lufthansa Hellgren zufolge bereits für den Zeitraum von Januar bis Juni "sehr gute" Verkehrszahlen genannt. Die steigende Auslastung der Maschinen sei unter anderem entscheidend für den Erfolg des Geschäftes. "Bei Lufthansa sehen alle fundamentalen Daten sehr gut aus", sagte der Analyst.
Die von Dow Jones Newswires befragten elf Banken rechnen im ersten Halbjahr im Mittel mit einem Umsatz von 12,048 (10,089) Mrd EUR, einem operativen Ergebnis von 694 (486) Mio EUR und einem Konzernergebnis nach Anteilen Dritter von 415 (992) Mio EUR. Beim Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist zu beachten, dass Lufthansa ihre Tochter Swiss seit dem 1. Juli 2007 voll konsolidiert. In der Zeit zuvor waren die Zahlen der Schweizer Airline im Beteiligungsergebnis enthalten.
Außerdem sind im Vorjahresergebnis noch Daten aus der ehemaligen 50%-Beteiligung von Lufthansa an Thomas Cook enthalten. So beinhaltet das Konzernergebnis von 992 Mio EUR den Gewinn von 503 Mio EUR aus dem Verkauf der Thomas-Cook-Anteile an die KarstadtQuelle AG. Drittens ist auf Grund der Unternehmenssteuerreform die Steuerquote im Konzern gesunken. Sie beträgt derzeit 25%. Im Vorjahr lag sie noch bei 35%.
Die Auswirkungen der Warnstreiks sind nach Angaben des Analysten im Halbjahresergebnis noch nicht ablesbar. Auch der teilweise Rückzug von Air Berlin aus dem Langstreckengeschäft werde sich nicht auf die Lufthansa-Zahlen auswirken. Air Berlin sei ja erst beim Aufbau dieses Geschäftes gewesen und sei deswegen nur relativ wenig konkurrierende Strecken geflogen, begründete der Analyst seine Einschätzung. Die Wettbewerbsposition der Lufthansa erhöhe sich deswegen auch nur "minimal".
Mit Blick auf die weitere Konsolidierung der Fluggesellschaften zeichnet der Analyst für Lufthansa ein sehr positives Bild. "Lufthansa wird als kapitalstarkes Unternehmen vom Untergang anderer Airlines profitieren", prognostiziert er. Die Gesellschaft befinde sich zwar derzeit mit ihren Mitbewerbern im gleichen Boot und leide ebenfalls unter hohen Kerosinpreisen und den Auswirkungen der allgemein negativen Stimmung wegen der Hypothekenkrise. Sei diese Krise aber erst einmal überwunden, gehe Lufthansa gestärkt daraus hervor.
Aus diesem Grund kann Lufthansa Hellgren zufolge auch die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit ihrer Tochter Germanwings und der Airline TUIfly entspannt führen. Damit sich eine enge Verzahnung für Lufthansa rechne, müsste der zu zahlende Preis sehr niedrig sein, prognostiziert Hellgren. Lufthansa habe nämlich aus einem Zusammenschluss keine bemerkenswerten synergetischen oder strategischen Vorteile. So liege es auch nicht im Interesse von Lufthansa, hier Tempo zu machen, sagte der Analyst. Das Gegenteil sei der Fall. Je länger es dauere, desto günstiger werde TUIfly für Lufthansa.
Ob der Lufthansa-Vorstand seine Prognose für das laufende Jahr bekräftigt oder zurücknimmt, mag Hellgren nicht vorhersagen. "Dies ist eine strategische Entscheidung", sagte er. Es sei durchaus denkbar, dass der Vorstand an seinem Ausblick festhalte und seine Einschätzung bekräftige, dass die Kerosinpreise im zweiten Halbjahr wieder sinken werden.
Es sei aber genauso denkbar, dass das Management den erfolgten Aktienkurseinbruch nutze und den Gesamtjahresausblick reduziere. Der Aktienkurs der Airline sei ausschließlich wegen der allgemein negativen Sektorbewertung gesunken und nicht auf Grund fundamental bedeutender Nachrichten seitens Lufthansa.
Eine Reduzierung der Prognose wird nach Einschätzung von Hellgren deswegen derzeit keine weitere negative Veränderung des Kurses nach sich ziehen. Lufthansa hätte so den Vorteil, zu einem späteren Zeitpunkt die Prognose wieder zu erhöhen und damit positive Reaktionen des Marktes hervorzurufen, sagte Hellgren.
Webseite: http://www.lufthansa-financials.com-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/cbr (END) Dow Jones Newswires
July 25, 2008 09:00 ET (13:00 GMT)
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