25.07.2008 17:18
Drucken |

Schrift:

AUSBLICK/ÖL- und Gasgeschäft treibt Gewinn bei BASF in 2Q

   Von Heide Oberhauser-Aslan

   Dow Jones Newswires

   FRANKFURT (Dow Jones)--Steigende Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft werden dem Chemiekonzern BASF trotz Margendruck in einigen Chemiesegmenten zu einem erneuten Gewinnanstieg im zweiten Quartal verhelfen. Als größter deutscher Produzent von Öl und Erdgas profitiert der Ludwigshafener DAX-Konzern stark vom deutlich gestiegenen Ölpreis. Analysten erwarten im Upstream-Geschäft (Öl- und Gasförderung) einen deutlichen Anstieg des EBIT.

   Auch das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln dürfte nach Einschätzung der Beobachter das Ergebnis im Quartal im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert haben. Die Quartalszahlen will der DAX-Konzern am Donnerstag veröffentlichen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten rechnen im Mittel für den Berichtszeitraum mit einer Zunahme des Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen um 11% auf 2,253 Mrd EUR. Beim Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter sagen sie noch ein Plus von 7,7% auf 1,103 Mrd EUR voraus.

   Wegen ungünstiger Währungseffekte dürfte sich nach Ansicht der Beobachter auch der Konzern-Umsatz lediglich im einstelligen Prozentbereich im Quartal verbessert haben. Hier rechnen die Befragten im Mittel mit einem Plus von 6,6% auf 15,629 Mrd EUR.

   Die größten Gewinneinbußen wird nach Einschätzung von Analysten die Chemikaliensparte zeigen. Hier machten sich unter anderem die sehr schwachen Margen im Petrochemiegeschäft bemerkbar, sagte Analyst Ulle Wörner von der LBBW. Bereits im ersten Quartal hatte die Sparte im Vorjahresvergleich Einbußen hinnehmen müssen. Diese Entwicklung habe sich wohl fortgesetzt, sagte der Analyst. Vor allem der ölpreisbedingte Anstieg der Naphtakosten belastet die Margen im Crackergeschäft. Naphta, auch Rohbenzin genannt, ist ein wichtiger Rohstoff für die Petrochemie.

   Das EBIT der Kunststoffsparte "Plastics" wird nach Einschätzung von Wörner in etwa auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals liegen. Zur relativ stabilen Entwicklung dürfte seiner Einschätzung nach hauptsächlich das Segment Polyurethane beigetragen haben. Auch bei dem Wettbewerber Dow Chemicals sei dieser Bereich noch ganz gut gelaufen, sagte der Analyst. Pessimistischer gestimmt für "Plastics" sind Analysten von UniCredit. Sie rechnen wegen Anlagenstillständen beim hochmargigen TDI, einem wichtigen Zwischenprodukt der Kunststoffindustrie und negativen Währungseffekten mit einem fallenden Ergebnis in der Sparte.

   Im Bereich Veredlungsprodukte (Performance Products) hält Wörner im zweiten Quartal noch einen leichten Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen für möglich. Er werde jedoch nicht mehr so hoch ausfallen wie im ersten Quartal, als ein Zuwachs von 9% erzielt wurde, erklärte er. Analysten von UniCredt erwarten, dass der Bereich von der guten Performance des Segments Care Chemicals profitieren wird.

   Mit deutlichen Einbußen beim EBIT vor Sondereinflüssen im Vorjahresvergleich rechnen Analysten in der Sparte Functional Solutions. Der Bereich umfasst das Katalysatorengeschäft, die Bauchemikalien und das Farben- und Lacksegment Coatings. Die Bauchemieaktivitäten dürften unter der schwachen Baukonjunktur vor allem in Nordamerika gelitten haben, erklären die Beobachter. Coatings dürfte vor allem von der Schwäche in der Automobilindustrie belastet sein.

   Ihre Prognose für 2008 hat BASF am 8. Juli auf einer Investorenveranstaltung in London bekräftigt. Danach rechnet der Konzern weiter mit einem Umsatzanstieg und einer leichten Verbesserung des EBIT vor Sondereinflüssen. Allerdings geht BASF bei ihrer Vorhersage mittlerweile von einem höheren Dollarkurs und Ölpreis im Jahresdurchschnitt aus. Beim Ölpreis rechnet BASF für 2008 nun mit 120 (vorher 90) USD je Barrel im Jahresdurchschnitt, den Dollarkurs sieht das Unternehmen bei 1,55 (vorher 1,50) Dollar je Euro.

   Da sich ein höherer Ölpreis im EBIT der Öl- und Gassparte von BASF positiv niederschlage, BASF aber die Gesamtjahresprognose unverändert gelassen habe, spreche dies tendenziell dafür, dass BASF für die Chemiesparten im Gesamtjahr wohl pessimistischer geworden sei, sagte ein Analyst. Ihr Annahme für das Wachstum der Chemieproduktion in diesem Jahr hat BASF mittlerweile ebenfalls reduziert. Der Chemiekonzern rechnet nun mit 2,4% statt früher 2,8%.

   BASF wird über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal am Donnerstag berichten.

Webseite: http://www.basf.de

-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/cbr (END) Dow Jones Newswires

   July 25, 2008 11:14 ET (15:14 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 14 AM EDT 07-25-08

Aktien in diesem Artikel

BASF SE 39,2 -1,6%
Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle wirtschaftliche Situation?
Besser als vor einem Jahr
Schlechter als vor einem Jahr
Unverändert




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige