09.07.2008 10:18
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Aktien Europa Eröffnung: Fest - US-Vorgaben und Alcoa-Zahlen stützen

        PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Mittwoch nach positiven Vorgaben aus den USA von ihren Vortagesverlusten erholt und deutliche Kursgewinne verbucht. Der EuroSTOXX 50  stieg um 1,12 Prozent auf 3.324,51 Punkte. Der STOXX 50  kletterte um 1,30 Prozent auf 2.874,60 Zähler. In London gewann der FTSE 100  1,31 Prozent auf 5.511,70 Punkte. Der CAC-40-Index  stieg um 1,05 Prozent auf 4.320,69 Zähler. Kursbewegende Konjunkturdaten stehen an diesem Tag nicht auf dem Plan. Der Ölpreis stieg nach seinem starken Rückgang am Vortag wieder leicht.          Vor allem die freundliche Tendenz an den US-Börsen stütze die Erholung in Europa, sagten Börsianer. Nach dem Ölpreisrückgang und der Ankündigung möglicher weiterer Liquiditätshilfen für Banken seitens der Fed-Chef Bernanke hatten die New Yorker Börsen am Dienstag fest geschlossen. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones  stand am Morgen mehr als 100 Punkte im Plus. Zudem bescherte der Aluminiumhersteller Alcoa   den US-Anlegern einen freundlichen Start in die Berichtssaison: Die Gewinne waren nicht ganz so stark eingebrochen wie von Analysten befürchtet.

    Bankenwerte erholten sich in ganz Europa von den Kursverlusten am Vortag. Societe Generale   legten um 2,56 auf 54,00 Euro zu. UBS   kletterten 3,96 Prozent auf 20,74 Schweizer Franken. Auch britische Banken standen trotz eines negativen Analysenkommentars deutlich im Plus. Lloyds TSB Group   stiegen um 6,47 Prozent auf 304,25 Pence und Royal Bank of Scotland (RBS)   gewannen 4,54 Prozenta auf 203,75 Pence.

     Titel der London Stock Exchange   zogen nach ihren deutlichen Verlusten am Vortag ebenfalls wieder an. Gestützt auf einen positiven Zwischenbericht gewannen die Titel 7,90 Prozent auf 724,00 Pence. Der Börsenbetreiber hat im ersten Geschäftsquartal trotz des turbulenten Finanzmarkt-Umfelds seinen Umsatz gesteigert. Das Unternehmen lag damit leicht über den Erwartungen von Merrill Lynch. Die Analysten wollen ihre Schätzungen nun leicht anpassen. Die Bewertung für die Titel laute aber weiterhin "Underperform".

    WPP Group   verloren nach einem feindlichen Übernahmeangebot für Taylor Nelson Softres (TNS)  2,91 Prozent auf 450,50 Pence. TNS sprangen um 5,65 Prozent auf 262,00 Pence hoch. Der britische Marketingkonzern WPP hat nach drei vergeblichen Versuchen, mit TNS in Gespräch zu kommen, ein formales Angebot über 1,08 Milliarden Pfund (1,35 Mrd Euro) vorgelegt. TNS hatte die damals noch unverbindliche Offerte bereits vor knapp einer Woche als zu niedrig zurückgewiesen. Stattdessen hatten die Briten an dem Zusammenschluss mit der deutschen GfK  festgehalten. Laut "Financial Times" (Mittwochausgabe) bereiten die Nürnberger bereits ein Gegenangebot vor.

    Tullow Oil  profitierten von einem positiven Zwischenbericht und zogen um 3,21 Prozent auf 900,95 Pence an. Das Ölunternehmen sieht der Zukunft angesichts des hohen Öl- und Gaspreise entspannt entgegen. Für 2008 rechnet der Tullow Oil mit einer Produktion von 70.000 bis 72.000 Barrel Öl-Äquivalenten pro Tag. Für die Analysten von Merrill Lynch entsprachen die Aussagen ihren Erwartungen und unterstütze ihre positive Einschätzung des Unternehmens.

    3i Group   gewannen ebenfalls nach einem Zwischenbericht 2,39 Prozent auf 812,00 Pence. Die Private-Equity-Firma hat nach eigenen Angaben mit dem ersten Geschäftsquartal einen positiven Start in das Jahr hingelegt. Zwar standen im ersten Quartal standen Investitionen im Wert von 775 Millionen britischen Pfund (Vorjahr 702 Mio. Pfund) Verkäufen in Höhe von 301 Millionen Pfund gegenüber, nach 605 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum. Auf das Gesamtjahr gesehen sollen Investitionen und Erlöse aus Verkäufen nach Angaben des Unternehmens im Großen und Ganzen ausgewogen sein. Daneben teilte die EU-Kommission mit, dass die Prüfung der Übernahme von Antichi Pellettieri, eine Sparte der Marriella Burani Fashion Group SpA durch 3i bis 11. August abgeschlossen sein soll.

    In Brüssel verloren InBev   1,19 Prozent auf 40,60 Euro. Der Übernahmekampf zwischen dem belgischen Brauriesen und dem US-Konzern Anheuser-Busch  wird zum Rechtsstreit: Anheuser-Busch hat den europäischen Rivalen wegen dessen milliardenschwerer Kaufofferte vor einem US-Gericht verklagt. InBev soll auf juristischem Weg davon abgehalten werden, bei den Aktionären von Anheuser-Busch um Unterstützung für einen Kauf zu werben./FX/gr/ck

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