Aktien Frankfurt: DAX am Mittag knapp behauptet - Autos und Banken im Fokus
Die Autoshow in Detroit lenkt die Aufmerksamkeit der Investoren auf die Titel der Branche. BMW-Aktien stiegen um 2,08 Prozent auf 22,855 Euro. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar.
Commerzbank-Aktien erholten sich leicht von ihrem drastischen Einbruch der Vorwoche. Sie stiegen um 1,07 Prozent auf 4,720 Euro. Die Bank plant für Jahre mit dem Bund als Großaktionär und verteidigte unterdessen den riskanten Kauf der Dresdner Bank trotz nötiger staatlicher Milliardenstütze. Der Kurs der Deutschen Bank fiel um 0,97 Prozent auf 24,07 Euro. Der heimische Branchenprimus wird nach einem Pressebericht kaum um die Inanspruchnahme der angebotenen Staatshilfe herumkommen. "Wenn es so weitergeht, dass Konkurrenten Regierungshilfen beziehen und einseitige Verhältnisse herrschen, wird sich auch die Deutsche Bank an den Staat wenden", zitiert die "Financial Times Deutschland" (FTD/Montagausgabe) aus Finanzkreisen. Noch aber sei es nicht so weit.
Die Titel von MAN fielen um 2,03 Prozent auf 39,58 Euro. Händler verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge MAN nicht die Absicht hat, ein Angebot für Scania vorzulegen. Stattdessen plane MAN nach Aussagen von Konzernchef Samuelsson den Markteintritt in Schwellenländern. "Das könnte negativ für die Aktie sein, da die Fusions-Spekulationen abflauen dürften", sagte ein Händler.
Die Aktien der Deutsche Börse fielen um 4,44 Prozent auf 47,95 Euro und weiteten damit ihre Verluste vom Freitag aus. Einem Händler zufolge drückt der Umsatzrückgang um sieben Prozent der alternativen Handelsplattform Chi-X auf die Stimmung für den Börsenbetreiber. "Derzeit sind die Handelsvolumina generell dünn. Wenn dann noch schwache Zahlen aus dem Sektor dazukommen, belastet das den Kurs", sagte der Börsianer.
Im MDAX verloren Fresenius im Einklang mit dem Gesamtmarkt 1,18 Prozent auf 40,13 Euro. Der Medizinkonzern plant über eine US-Tochter die Emission einer vorrangig unbesicherten Anleihe. Die Laufzeit der Anleihe soll sechs oder mehr Jahre betragen. Die finanziellen Mittel will Fresenius zur Ablösung der Zwischenfinanzierung für die Übernahme von APP Pharmaceuticals verwenden. Den Ausblick für 2008 bestätigte das Unternehmen und erwartet für 2009 Zuwächse sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. UniCredit-Analystin Silke Stegemann bezeichnete den Ausblick auf 2009 als wenig präzise und konservativ. Der hohe Preis sowie die Finanzierung der APP-Übernahme begrenzten weiterhin die Freude über die Transaktion. Sie hielt an ihrer "Hold"-Empfehlung fest.
Die Titel von EADS fielen um 3,22 Prozent auf 13,23 Euro. Der Flugzeugbauer Airbus kann die ersten Maschinen des neuen Militärtransporters A400M wohl frühestens im Jahr 2012 und damit mit einer Verspätung von weiteren zwei Jahren ausliefern. EADS drohen milliardenschwere Strafzahlungen bei verspäteter Lieferung des A400M, für den bereits knapp 200 Bestellungen vorliegen. Ein Händler sagte: "Das ist nach den ganzen Verzögerungen, die es bereits gab, nun auch keine Überraschung mehr. Positiv ist es aber erst recht nicht."
Aktien der GEA Group fielen um 1,65 Prozent auf 11,91 Euro. Händler verwiesen auf Aussagen des schwedischen Konkurrenten Alfa Laval als Belastung. Der Maschinenbauer kappte seine Kosten und die Kapazitäten aufgrund nachlassender Nachfrage und will im ersten Halbjahr 2009 etwa 1.000 Stellen streichen. Zudem sei der Auftragseingang im vierten Quartal um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen./sf/gl
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