21.11.2008 09:42
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Aktien Frankfurt Eröffnung: Freundlich - Erholung und Tokio-Vorgaben

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den kräftigen Abschlägen der Vortage haben die deutschen Aktienindizes am Freitag zu Handelsbeginn Gewinne verzeichnet. Börsianer machten neben einer allgemeinen Erholung nach den teils deftigen Abschlägen der vergangenen Tage die uneinheitlichen Vorgaben der Börsen in den USA und Japan für die Entwicklung verantwortlich. Der deutsche Leitindex DAX gewann zuletzt 0,35 Prozent auf 4.235,00 Punkte, der MDAX mittelgroßer Werte legte um 0,67 Prozent auf 4.784,58 Zähler zu. Der Technologieindex TecDAX  kletterte gar um 1,95 Prozent auf 439,92 Punkte.

    An der Wall Street war der Leitindex Dow Jones  am Donnerstag mit einem Minus von 5,56 Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit März 2003 aus dem Handel gegangen. Sorgen um die Zukunft der angeschlagenen Autobauer zusammen mit überraschend schwachen Konjunkturdaten und einem weiter sinkenden Ölpreis waren für die Katerstimmung verantwortlich. Der Nikkei-225-Index konnte hingegen seine Verluste an diesem Freitag abbauen und schloss mit einem Plus von 2,70 Prozent. Auf Wochenbasis stand indes ein Minus von 6,52 Prozent zu Buche. Börsianer sprachen ebenfalls von einer Erholungsbewegung nach den herben Vortagsverlusten und Käufen von Anlegern, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hätten.

    Von der Erholung profitierten unter anderem die jüngst besonders belasteten Finanz- und Immobilientitel. So gewannen Aktien der Hypo Real Estate (HRE) an der DAX-Spitze 8,02 Prozent auf 2,29 Euro. Auch Titel der Commerzbank mit plus 2,59 Prozent auf 5,54 Euro und Deutsche Bank mit plus 1,81 Prozent auf 19,72 Euro gehörten zu den Erholungskanditaten. Zudem verwiesen Börsianer auf einen positiv aufgenommenen Pressebericht, laut dem der US-Finanzriese Citigroup   erwägt, Konzernteile oder das ganze Unternehmen zu verkaufen.

    Ein Wettbewerber von Infineon Technologies plant indes einen Zusammenschluss. Powerchip, der größte DRAM-Speicherchiphersteller in Taiwan, prüft einen Zusammenschluss mit Elpida Memory. Händler werteten die Nachrichten positiv, nachdem die Unternehmen auf diese Weise versuchten, sich entschlossen gegen die Krise in dem Sektor zu stemmen. Ein Händler: "Positiv auf die Stimmung wirkt auch Dell." Der Computerbauer hatte nach US-Börsenschluss deutlich besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorgelegt. Die Infineon-Aktie legte um 3,14 Prozent auf 1,805 Euro zu.

    Autowerte wie Daimler  mit plus 0,81 Prozent auf 20,65 Euro und BMW mit einem plus von 1,48 Prozent auf 18,80 Euro gewannen ebenfalls. Für die ums Überleben kämpfende US-Autoindustrie ist zwar vorerst keine schnelle Staatshilfe in Sicht und die geplante Finanzspritze in Milliardenhöhe droht an politischen Streitigkeiten in Washington zu scheitern. Wie US-Medien am Donnerstag berichteten, gehen die Demokraten im Senat davon aus, dass es angesichts des Widerstands der Republikaner keine Mehrheit für ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Dollar gibt. Ein Händler sagte jedoch: "Die Hoffnung auf eine Hilfe bleibt aber dennoch am Leben und das hat den Autowerten in den USA eine Stabilisierung ermöglicht." Unterdessen berichtet das "Handelsblatt", dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) einen Schutzschirm für die Autobranche ablehnt.

    Premiere  gewannen nach einem Medienbericht zu Bundesliga-Rechten 0,74 Prozent auf 2,71 Euro. Einem Agenturbericht zufolge ist der deutsche Kabelnetzbetreiber UnityMedia nicht an einem nationalen Exklusivrecht für die Bundesliga-Übertragung interessiert. Vielmehr sehe UnityMedia-Chef Parm Sandhu sein Unternehmen als Vermarkter für Bezahlfernsehen. Um dieses Ziel zu erreichen, könne sich Sandhu eine Partnerschaft mit Premiere vorstellen. Einem Händler zufolge sei die Meldung zwar positiv zu werten, allerdings gab der Börsianer zu bedenken, dass die Vergabe der TV-Rechte entscheidend ist und bisher noch nicht einmal begonnen hat.

    DEUTZ  erwartet im kommenden Jahr laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" einen Absatzrückgang von mehr als 20 Prozent. Die Aktie büßte in Folge 2,42 Prozent auf 2,02 Euro ein. Der Vorstand des Motorenbauers rechne in einem internen Szenario damit, im kommenden Jahr nur rund 200.000 Motoren zu verkaufen - 60.000 weniger als voraussichtlich 2008, berichtete die FTD. Ein Händler sagte in einer ersten Reaktion, ein Absatzrückgang in dieser Größe könne auch die bisherige Umsatzprognose gefährden.

    Aktien von Escada  profitierten von Aussagen des Vorstandschefs zu den Jahreszielen und legten 2,40 Prozent auf 3,84 Euro zu. Laut Vorstandschef Bruno Sälzer wird Escada trotz eines Einbruchs im Markt für Damenmode seine Ziele für das Geschäftsjahr 2007/08 erreichen. Obwohl die Nachfrage im Oktober drastisch zurückgegangen sei, sehe er keine Auswirkungen mehr auf das Ergebnis für das am 31. Oktober zu Ende gegangene Geschäftsjahr, sagte der Chef des krisengeschüttelten Modekonzerns der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). "Wir halten die Prognose auch heute noch aufrecht."/stb/la



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