Aktien Frankfurt: Gewinne - DAX dreht wieder ins Plus - US-Daten überzeugen
Nach Meinung von Postbank-Aktienhändler Thomas Stengl stiegen die US-Einzelhandelsumsätze im April ohne Berücksichtigung der Erlöse aus dem PKW-Verkauf stärker als erwartet, was von den Anlegern positiv bewertet worden sei. Der Experte zeige sich aber weiterhin skeptisch mit Blick auf die positive Reaktion des DAX. So habe sich Öl der Sorte WTI zwar etwas verbilligt, sei mit einem Preis von über 123 US-Dollar je Barrel (159 Liter) aber immer noch sehr teuer. Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) stieg den fünften Handelstag in Folge auf einen neuen Rekordstand.
Am DAX-Ende verloren Deutsche Telekom-Papiere 2,51 Prozent auf 11,64 Euro. Die milliardenschwere Privatisierung des Konzerns geht in eine weitere Runde. Die staatseigene KfW-Bankengruppe bot institutionellen Investoren eine Umtauschanleihe in einem Volumen von bis zu 3,3 Milliarden Euro an. Ein Händler kommentierte: "Eine Wandelanleihe löst immer Druck auf die Aktien aus und entsprechend gibt Telekom auch nach."
Titel von ThyssenKrupp litten verbilligten sich um 1,72 Prozent auf 44,70 Euro. Händlern zufolge versilberten zahlreiche Marktteilnehmer vor Veröffentlichung der Halbjahresbilanz an diesem Mittwoch ihre Gewinne, nachdem es für die Titel des Industriekonzerns zuletzt stark nach oben gegangen war.
Deutsche Börse-Aktien hingegen gewannen an die DAX-Spitze 3,60 Prozent auf 100,92 Euro. Händler verwiesen auf erneut kursierende Spekulationen um eine mögliche Anteilsaufstockung durch den Investor Atticus als Unterstützung.
Im MDAX rutschten Celesio-Papiere nach Zahlen ab und gaben am Indexende 5,25 Prozent auf 25,64 Euro ab. Europas größter Pharmahändler hat im ersten Quartal schlechter abgeschnitten als von Experten erwartetet, den Ausblick für das laufende Jahr aber bestätigt. Die Gesundheitsreformen, nachteilige Währungsentwicklungen und das sich verändernde Marktumfeld hätten das Unternehmen signifikant belastet, diagnostizierte zum Beispiel equinet-Analyst Martin Possienke.
Aktien von K+S kletterten als einer der besten Werte im Index um 2,80 Prozent auf 292,50 Euro. Börsianer begründeten die Aufschläge mit positiven Analystenkommentaren und hohen Kurszielen. Titel von SGL Group setzten sich mit plus 7,60 Prozent auf 47,87 Euro an die Spitze des MDAX. Der Kohlenstoffspezialist hat auf die steigenden Rohstoffkosten reagiert und die Preise für sein Kernprodukt Graphitelektroden weiter erhöht. Kurzfristig hilft nach Meinung eines Börsianers aber vor allem die positive Charttechnik dem Papier. Nach dem Ausbruch über 46 Euro stecke Potenzial in dem Titel, sagte er.
Im TecDAX sorgten vorgelegte Unternehmensberichte für Bewegung. Titel des auf Augenheilkunde spezialisierten Medizintechnik-Konzerns Carl Zeiss Meditec schossen um 9,68 Prozent auf 10,42 Euro hoch. Umsatz und operativer Gewinn stiegen etwas stärker als prognostiziert. Versatel-Aktien hingegen verloren am Indexende 5,56 Prozent auf 17,50 Euro. Der Telekomanbieter ist im ersten Quartal tiefer in die Verlustzone gerutscht als erwartet. Händler und Analysten bezeichneten das Zahlenwerk als enttäuschend./la/gr
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