Aktien Frankfurt: Gewinne - Vorgaben stützen - ThyssenKrupp sehr fest
Händler sprachen von einem ruhigen Feiertagshandel. Die US-Börsen hatten zwar vor dem Wochenende nach enttäuschenden Nachrichten aus der Finanzbranche Verluste verzeichnet, der Future auf den Dow Jones stand zuletzt aber 32 Punkte höher als zum Xetra-Schluss am Freitag. Der Nikkei-225-Index ging etwas fester aus dem Handel.
ThyssenKrupp-Aktien gewannen an der DAX-Spitze 3,26 Prozent auf 45,64 Euro. Wie der "Platow Brief" ohne Angaben von Quellen berichtet, dürfte der Industriekonzern am kommenden Mittwoch einen leicht über den Analystenerwartungen liegenden Quartalsgewinn vor Steuern (EBT) melden. Einem Händler zufolge ist dies jedoch keine große Überraschung, habe die ThyssenKrupp-Titel aber dennoch gestützt.
Deutsche Post-Papiere hingegen verloren 0,20 Prozent auf 20,20 Euro. Nach dem US-Logistikkonzern United Parcel Service (UPS) hatte auch der zweite große amerikanische Paketzusteller FedEx am Freitagabend seine Gewinnerwartungen gesenkt. Der Gewinn je Aktie werde im vierten Quartal zwischen 1,45 und 1,50 US-Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Freitag in Memphis mit. Bisher war FedEx von 1,60 bis 1,80 Dollar ausgegangen. Analysten hatten zuletzt mit 1,69 Dollar gerechnet.
Merck-Titel gaben am Indexende 0,85 Prozent auf 87,07 Euro ab. Händler verwiesen als Belastung auf einen negativen Analystenkommentar. Morgan Stanley hatte die Pharmatitel von "Overweight" auf "Equal-weight" abgestuft. Die auf der ASCO-Konferenz anstehenden Erbitux-Daten zur Indikation nicht-kleinzelliger Lungentumore (NSCLC) und kolorektaler Tumore könnten die Markterwartungen enttäuschen, hieß es. Zudem betrug das Kurspotenzial bis zum fairen Wert im Basisszenario von 98 Euro zum Zeitpunkt der Studie lediglich knapp 10 Prozent.
In dem freundlichen Marktumfeld gehörten die im TecDAX versammelten Solaraktien zu den größten Gewinnern. So rückten die Papiere von Centrotherm um 2,01 Prozent auf 56,87 Euro vor, und die Aktien von ErSol gewannen 1,73 Prozent auf 67,18 Euro. Q-Cells-Titel verteuerten sich um 1,35 Prozent auf 71,96 Euro.
Außerhalb der großen Indizes verloren die im SDAX notierten Aktien von Air Berlin 3,63 Prozent auf 7,44 Euro. In einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hatte Ryanair-Chef O'Leary nach dem drastischen Anstieg des Ölpreises auf über 120 Dollar pro Barrel eine Pleitewelle bei Fluggesellschaften prophezeit. Nach seiner Ansicht steckt besonders Air Berlin in großer Not. Die Berliner wiesen die Mutmaßungen indes zurück. "Man muss nicht auf jeden Quatsch reagieren, den O`Leary erzählt", sagte der Sprecher Peter Hauptvogel am Sonntag in Berlin. Schließlich habe dieser auch vor einiger Zeit erzählt, die Lufthansa werde bald weg sein. Börsianern zufolge belasteten die Aussagen des Ryanair-Chefs die Air Berlin-Papiere gleichwohl./la/sf
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