Aktien Frankfurt: Kräftige Gewinne - Aktienrückkäufe und Goldman treiben an
Neben Ankündigungen von Aktienrückkäufen diverser Unternehmen sorgen am Nachmittag besonders die überraschend guten Zahlen von Goldman Sachs für Erleichterung im Finanzssektor. Die etwas stärker als erwartet gestiegenen US-Erzeugerpreise rückten in den Hintergrund, zumal die wichtige Kernrate weniger stark gestiegen ist als erwartet.
Im DAX zogen Aktien von Daimler und Deutsche Börse dank der angekündigten Aktienrückkaufprogramme deutlich an. Deutsche Börse-Titel kletterten um 3,84 Prozent auf 86,80 Euro. Der Frankfurter Börsenbetreiber nimmt sein Rückkaufprogramm am 1. Juli wieder auf. Bis Jahresende sollen für bis zu 400 Millionen Euro eigene Aktien zurückgekauft werden.
Die Titel des Stuttgarter Autobauers legten um 4,03 Prozent auf 45,44 Euro zu. Daimler will bis April 2009 zehn Prozent der eigenen Aktien im Wert von bis zu sechs Milliarden Euro über die Börse erwerben. "Seit Tagen wird bereits über die Höhe und den Zeitpunkt für den neuen Rückkauf spekuliert. Jetzt kommt endlich die Ankündigung - früher und höher als erwartet", sagte ein Händler.
Aktien der Branchenkollegen wurden mit nach oben gezogen, da der Aktienrückkauf bei Daimler positiv für die Stimmung im ganzen Sektor sei, sagten Händler. Auch der deutliche Rücksetzer des Ölpreises nach dem am Vortag markierten Rekordhoch stütze. BMW gewannen 2,65 Prozent auf 34,07 Euro, Volkswagen legten um 3,55 Prozent auf 180,50 Euro zu.
Unterdessen gewannen Aktien der Deutschen Bank 3,16 Prozent auf 63,90 Euro, Commerzbank legten um 2,36 Prozent auf 21,67 Euro zu. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Zahlen vorgelegt und mit einem deutlich höheren Gewinn je Aktie als erwartet positiv überrascht. Am Vortag blieben bereits bei Lehman Brothers neue Hiobsbotschaften aus.
Im MDAX reagierten ProSiebenSat.1 Media nur kurz positiv auf eine Änderung im Vorstand, zuletzt standen wieder minus 3,25 Prozent auf 7,44 Euro zu Buche. Guillaume de Posch verlässt zum 31.Dezember 2008 das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Angaben zur Nachfolge machte das Unternehmen nicht, teilte jedoch mit, das Andreas Bartl mit sofortiger Wirkung in den Vorstand berufen werde. "Der Wechsel an der Führungsspitze ist an sich ein ein positives Signal", sagte ein Börsianer mit Blick auf die zuletzt unbefriedigende Geschäftsentwicklung. Dass es noch keinen Nachfolger gebe, stoße allerdings sauer auf.
Im TecDAX kletterten Solon um 9,01 Prozent auf 60,00 Euro. Bereits am Vortag hatte der Solarmodul-Hersteller den Einstieg beim neu gegründeten US-Unternehmen SpectraWattbekannt gegeben. Händler und Analysten bewerteten den Einstieg bei SpectraWatt positiv. "Die Investorenstruktur insbesondere mit Intel als Anteilseigner ist vielversprechend", schrieben die Analysten von Sal. Oppenheim./dr/gr
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