Aktien Frankfurt: Kursverluste - Atempause nach kräftigem Kursanstieg
Nach dem deutlichen Kursanstieg werde am Markt erst einmal abgewartet, sagte Helaba-Marktstratege Mirko Pillep. Das eingetrübte ifo-Geschäftsklima habe die Stimmung nicht wirklich gehoben. Der DAX könne aber durchaus Stärke für einen Angriff des nächsten Widerstands bei 6.630 Punkten sammeln. Der Handel sei nach wie vor sehr technisch geprägt, vor den anstehenden Quartalsberichten gebe es Short-Eindeckungen bei einzelnen Titeln. Daneben standen Börsianern zufolge vor allem die Quartalsberichte einzelner Unternehmen im Fokus.
Daimler stiegen vor den gegen Mittag erwarteten Quartalszahlen 1,76 Prozent auf 43,31 Euro. Analysten rechnen für den Autokonzern trotz Finanzkrise und hoher Rohstoffpreise mit einem soliden Quartalsergebnis. Infineon Technologies verloren vor den am Abend anstehenden Zahlen der Tochter Qimonda 2,17 Prozent auf 4,970 Euro.
Merck KGaA erholten sich nach positiven Analystenkommentaren von ihren Kursverlusten vom Vortag und stiegen an der DAX-Spitze um 3,41 Prozent auf 77,66 Euro. Deutsche-Bank-Analyst Holger Blum hob die Titel von "Hold" auf "Buy" und nannte die schwache Kursentwicklung "übertrieben. Auch WestLB-Analyst Oliver Kämmerer blieb bei seiner Kaufempfehlung, senkte aber das Kursziel von 109 auf 98 Euro. Das Jahr 2009 könne seiner Meinung nach eine Herausforderung werden.
Aktien der Deutschen Post stiegen nach den am Vorabend veröffentlichten Eckdaten zum zweiten Quartal um 1,00 Prozent auf 16,16 Euro. Der Logistikkonzern hat im abgelaufenen Jahresviertel trotz eines schwächeren Wachstums in der Luftfrachtbranche und im Expressgeschäft den operativen Gewinn zweistellig und den Umsatz um vier Prozent gesteigert. Commerzbank-Analyst Frank Skodzik bezeichnete die Zahlen als "sehr solide".
Bankenwerte profitierten nach Einschätzung von Börsianern von den Zahlen der Schweizer Bank Credit Suisse . Das Institut war im zweiten Quartal deutlicher in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt als von Experten erwartet. Morgan Stanley hat zudem den Sektor am Morgen von "Cautious" auf "In-Line" hochgestuft. Deutsche Bank stiegen um 1,79 Prozent auf 61,48 Euro. Commerzbank legten 0,49 Prozent auf 22,51 Euro zu.
An der Spitze des MDAX gewannen Aktien von SGL Group 6,00 Prozent auf 44,84 Euro. Der Kohlenstoffspezialist hat auf die weiter steigenden Rohstoffkosten reagiert und die Preise für sein Kernprodukt Graphitelektroden erneut angehoben. Außerdem hat DKIB die Titel von "Hold" auf "Buy" und das Kursziel von 40,50 auf 48,00 Euro angehoben.
Wincor Nixdorf rutschten nach Zahlen mit minus 4,51 Prozent auf 47,80 Euro ans Index-Ende. Die Zahlen wurden am Markt als "unspannend" eingestuft, nun komme es zu Gewinnmitnahmen nach den kräftigen Vortagesgewinnen. "Wincor ist oft zum Jahresstart sehr konservativ mit den Ausblicken, nach dem dritten Quartal hätte es aber etwas optimistischer klingen können", bemängelte ein Händler.
Premiere stiegen um 3,74 Prozent auf 11,92 Euro. Das Bundeskartellamt hat die geplante zentrale TV- Vermarktung der Fußball-Bundesliga für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 untersagt. Das von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegte Modell genüge nicht den kartellrechtlichen Anforderungen einer angemessenen Verbraucher-Beteiligung, sagte der Präsident des Kartellamts, Bernhard Heitzer. Nun droht der Vertrag der DFL mit der Kirch-Tochterfirma Sirius über drei Milliarden Euro zu platzen. "Damit steigt die Exklusivität für Premiere wieder", sagte ein Händler./gr/fat
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