25.07.2008 18:30
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Aktien Frankfurt Schluss: DAX fast unverändert - US-Daten und Ölpreis stützen

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach positiven Konjunkturdaten aus den USA und einem erneuten Rückgang beim Ölpreis hat der DAX am Freitag den Großteil seiner Tagesverluste wettgemacht. Allerdings belastete aber die gesenkte Gewinnprognose der Münchener Rück die Stimmung am Markt erheblich. Der deutsche Leitindex ging mit minus 0,06 Prozent auf 6.436,71 Zähler aus dem Tag, nachdem er zeitweise bis auf rund 6.331 Zähler gefallen war. Im Wochenverlauf gewann das Börsenbarometer damit 0,85 Prozent hinzu. Der MDAX  ging mit einem Abschlag von 0,64 Prozent auf 8.256,40 Punkte in das Wochenende. Der Technologieindex TecDAX legte dagegen um 0,50 Prozent auf 725,17 Zähler zu.

    Händler führten die allesamt besser als erwarteten Konjunkturdaten aus den USA als Grund für die späte Erholung im DAX an. Zusammen mit dem erneut gesunkenen Ölpreis, der nun immer näher an der 120 US-Dollar-Marke je WTI-Barrel notiert, habe dies für steigende Kurse im DAX gesorgt. Im Juni nahm in den Vereinigten Staaten der Auftragseingang für langlebige Güter stärker als erwartet zu und es wurden zudem deutlich mehr Häuser verkauft als prognostiziert. Außerdem hellte sich das Konsumklima im Juli, das von der Universität Michigan ermittelt wird, überraschend stark auf.

     In den Fokus der Anleger rückten vor allem die Titel der Versicherer, nachdem es negative Nachrichten von der Münchner Rück , ihrer Tochter Ergo und auch vom Branchenkollegen Hannover Rück gegeben hatte. Die Krise an den Kapitalmärkten hat den Münchenern wohl bereits jetzt die Bilanz 2008 verhagelt, denn nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal rechnet der Vorstand nun auch für das Gesamtjahr mit deutlich weniger Gewinn. "Eigentlich war es abzusehen, dass auch die Versicherer durch die Kapitalmarktentwicklung Probleme bekommen", sagte Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse. Die Titel der Münchener Rück schlossen mit minus 7,34 Prozent auf 107,88 Euro auf dem tiefsten Stand seit Juli 2006. Allianz  wurden in Mitleidenschaft gezogen und verloren 4,60 Prozent auf 109,13 Euro.

    Die Aussagen der Hannover Rück , dass das Gewinnziel "derzeit schwieriger zu erreichen sei", ließen deren Aktien im MDAX um 7,18 Prozent auf 29,97 Euro fallen, nachdem die Titel zeitweise bis auf 25,50 Euro abgestürzt waren.

    Die Anteilsscheine von Infineon  gewannen unterdessen an der DAX-Spitze 5,28 Prozent auf 5,085 Euro, nachdem sie am Morgen zunächst nach mit Enttäuschung aufgenommenen Quartalszahlen um mehr als vier Prozent gefallen waren. Der Halbleiterhersteller schloss sein drittes Geschäftsquartal in seinem Kerngeschäft leicht über den Erwartungen ab. Anfangs hatte vor allem die erneut hohe Abschreibung auf die Speicherchip-Tochter Qimonda   die Aktien auf Talfahrt geschickt.

    Bayer-Papiere  stiegen als zweitstärkster DAX-Wert um 3,63 Prozent auf 55,95 Euro. Der Europäische Ausschuss für Human-Arzneimittel (CHMP) empfiehlt die Zulassung des einmal täglich als Tablette einzunehmenden Gerinnungshemmers Rivaroxaban (Xarelto) bei Hüft- oder Kniegelenkersatzoperation en. Die endgültige Entscheidung durch die Europäische Kommission werde in wenigen Monaten erwartet.

    Der Stuttgarter Autobauer Daimler  erwägt die Möglichkeit einer Beteiligung an dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz. Im zweiten Quartal hat Daimler nach eigenen Angaben Verhandlungen mit der Investmentgesellschaft Troika Dialog aufgenommen, die 42 Prozent an Kamaz verkaufen möchte. Händler äußerten sich positiv darüber. "Russland ist einer der interessantesten Märkte für Lastwagen", sagte ein Börsianer. Die Papiere, die tags zuvor nach gesenkten Prognosen über den Jahresgewinn um knapp 10 Prozent eingebrochen waren, legten nun um 1,07 Prozent auf 38,88 Euro zu.

    Die Trennung von Real-Standorten und Abschreibungen auf die Adler Modekette haben beim Handelskonzern METRO  im zweiten Quartal das Ergebnis in dreistelliger Millionenhöhe belastet. Bis Anfang 2010 will der Konzern für 27 Märkte seiner Supermarkttochter Real nach Möglichkeit einen neuen Betreiber finden. Laut Analyst Alexander Schlipf vom Bankhaus Metzler sind die Sonderaufwendungen für Real bereits angekündigt gewesen. Die Aktie reagierte daher kaum auf die Mitteilung und ging mit minus 1,36 Prozent auf 37,73 Euro in das Wochenende./ck/sk

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