Aktien Frankfurt Schluss: DAX fest
"Die Erholung der Bankaktien hat dem gesamten Aktienmarkt zu einem Anstieg verholfen", sagte ein Aktienhändler. "Im Moment hängt die Stimmung und damit die Kursentwicklung täglich von einzelnen Meldungen ab." Richtungweisend seien vor allem Nachrichten aus dem US-Finanzsektor.
In den USA hatten die Bankaktien am Vorabend zu den größten Gewinnern gezählt, nachdem der Präsident der Federal Reserve eine Verlängerung der neu geschaffenen Liquiditätshilfen der US-Notenbank in Aussicht gestellt hatte. Das gab dann auch den Ausschlag für den Kursanstieg der deutschen Finanzwerte. So kletterten die Titel von Hypo Real Estate (HRE) um 4,48 Prozent auf 16,56 Euro, Commerzbank gewann 3,67 Prozent auf 19,21 Euro und die Aktien der Deutschen Bank stiegen mit plus 4,78 Prozent auf 55,69 Euro besonders deutlich.
An die DAX-Spitze stiegen allerdings die Papiere der Deutschen Börse AG mit plus 6,10 Prozent auf 69,39 Euro. Analyst Christian Muschik von equinet sagte, dass die Marktreaktion am Dienstag auf die schwachen Juni-Zahlen der Abwicklungstochter Clearstream übertrieben gewesen sei. Die Aktie war tags zuvor mit fast 8 Prozent Verlust aus dem Handel gegangen.
TUI-Aktien stiegen um 5,43 Prozent auf 15,35 Euro. Händler verwiesen auf Meldungen, denenzufolge der russische TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow sein Engagement bei dem Reise- und Schifffahrtskonzern weiter ausbaut. In Finanzkreisen hieß es, Mordarschows S-Group sei der Käufer von gut 4 Millionen Aktien, die der Hotelbetreiber Fiesta Hotels & Resorts außerbörslich verkauft hatte. Der Milliardär Mordaschow war zuletzt mit 10 Prozent an TUI beteiligt. Mit dem neuerlichen Zukauf würde der Anteil um rund 1,6 Prozentpunkte steigen.
Wenig gefragt waren hingegen Titel der Versorger. RWE fielen um 1,56 Prozent auf 79,93 Euro und waren damit der schwächste Wert im Index. E.ON verbilligten sich um 0,56 Prozent auf 127,35 Euro.
Im MDAX stiegen Klöckner & Co nach positiven Analystenkommentaren mit 8,73 Prozent auf 34,89 Euro erneut an die Indexspitze. Der Stahlhändler hatte tags zuvor für das zweite Quartal einen Gewinnsprung vermeldet.
Im TecDAX brachen die Aktien von Nordex nach einer Gewinnwarnung des Windkraftanlagenbauers für das Gesamtjahr um 16,23 Prozent auf 22,77 Euro ein. Während die Erwartung für den Umsatz unverändert bei 1,1 Milliarden Euro bleibt, geht das Unternehmen nun von einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 60 bis 66 Millionen Euro aus. Bisher hatte es mit 77 Millionen Euro gerechnet. Händler sprachen von einem Vertrauensverlust./sf/fj
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