Aktien Frankfurt Schluss: DAX fest - Unternehmensberichte und Ölpreis
"Zahlreiche US-Quartalsberichte sind positiv ausgefallen. Außerdem sinkt der Ölpreis weiter. Das hat dem deutschen Aktienmarkt Gewinne beschert", sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Einen weiteren Rückgang beim Ölpreis auf 110 Dollar je Barrel WTI-Öl hält er inzwischen durchaus für möglich. Die Aufwärtsbewegung im DAX sieht er aber immer noch "auf dünnen Füßen". Es sei weiterhin zu früh zu sagen, dass das Schlimmste vorbei sei.
Kräftige Gewinne bei den deutschen Bankenwerten waren laut Händlern der Hauptgrund für das Plus im DAX. Erholungsbewegungen, Maßnahmen von Branchenkollegen zur Schadensbegrenzung aufgrund der Finanzkrise und ein Analystenkommentar von JPMorgan über ein allmählich absehbares Ende der Krise ließen die Finanztitel steigen: Die Aktien der Deutschen Bank legten an der DAX-Spitze um 6,32 Prozent auf 60,40 Euro zu, die der Commerzbank gewannen 6,26 Prozent auf 22,40 Euro und die Titel der Postbank rückten um 2,55 Prozent auf 48,58 Euro vor. Hypo Real Estate (HRE) stiegen um 5,18 Prozent auf 17,45 Euro.
Die Aktien von Volkswagen legten beflügelt vom Quartalsbericht des Autobauers an der DAX-Spitze um 6,90 Prozent auf 209,55 Euro zu. Trotz sich eintrübender Bedingungen auf den Automärkten im ersten Halbjahr setzte VW seinen Wachstumskurs fort. Zudem übertraf der Konzern beim Gewinn die Marktprognose deutlich. Im zweiten Halbjahr rechnen die Wolfsburger zudem mit einem stärkeren Absatzplus als in den ersten sechs Monaten 2008.
Die Aktien von Continental gaben wenige Minuten vor Handelsschluss nochmals bis auf 72,33 Euro nach und schlossen dann mit minus 0,58 Prozent auf 72,57 Euro. Der Aufsichtsrat des Autozulieferers wies am Abend kurz nach Börsenschluss das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe zurück, da der gebotene Preis nicht angemessen ist, wie es hieß.
Die Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck KGaA hat im zweiten Quartal zwar von der Nachfrage nach den wichtigsten Medikamenten und der Entwicklung bei den Flüssigkristallen profitiert, der starke Euro sorgte aber für kräftigen Gegenwind. Analysten sahen vor allem die Entwicklung im Geschäftsbereich Flüssigkristalle kritisch. Die Anteilscheine von Merck brachen am DAX-Ende um 7,17 Prozent auf 75,10 Euro ein.
Im MDAX büßten die Titel der Baumarktkette Praktiker nach Zahlen 2,00 Prozent auf 11,76 Euro ein. Ein Händler sagte: "Das Ergebnis im zweiten Quartal hat positiv überrascht, aber einen Dämpfer gibt es durch die gesenkte Umsatzprognose." Die Aktien der Software AG gewannen dagegen nach Bilanzvorlage im TecDAX 9,87 Prozent auf 46,19 Euro. Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller übertraf nach einem schwachen Start ins Jahr 2008 im zweiten Quartal nun teilweise die Erwartungen. Das Biotechnologie-Unternehmen MorphoSys hat seine Zusammenarbeit mit dem japanischen Pharmakonzern Astellas Pharma weiter ausgebaut. Die Aktie gewann 10,03 Prozent auf 45,95 Euro.
Wirecard gingen mit einem Plus von 9,28 Prozent auf 5,89 Euro aus dem Handel und bauten damit ihre frühen Gewinne nach dem Rücktritt des stellvertretenden Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) weiter aus. Ein Händler meinte zum Rücktritt von Markus Straub: "Das ist ein klarer Punktgewinn für Wirecard, wenn einer der Hauptinitiatoren der Vorwürfe nun seinen Hut nimmt."/ck/sk
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