Aktien Frankfurt Schluss: Fest - Positive US-Daten sorgen für gute Stimmung
Die US-Wirtschaft ist zwar im vierten Quartal 2007 laut einer dritten Schätzung wie erwartet um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank betonte jedoch, dass die Kerninflationsrate nach unten revidiert wurde und der Konsum stärker zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen habe als zuvor prognostiziert. Beide Faktoren hätten die Sorge um eine Abschwächung der US-Wirtschaft gemindert und den DAX angetrieben.
Am Vormittag hatte der Leitindex bereits kräftig zugelegt, nachdem sich vor allem die von der US-Immobilienkrise am stärksten gebeutelten Finanzwerte von ihren jüngsten Verlusten erholt hatten. Am Nachmittag belasteten zwischenzeitlich Gerüchte über eine Schieflage bei der US-Investmentbank Lehman Brothers die Aktienmärkte. Der DAX sackte bis auf 6.527 Zähler. Nach einem entsprechenden Dementi der Bank hätten sich die Kurse wieder beruhigt, sagte ein Händler. Zudem habe der DAX, verglichen mit den US-Börsen, noch einen "starken Nachholbedarf", sagte ein Händler angesichts der positiven Entwicklung des Index. Marktstratege Hans Jürgen Delp von der Commerzbank sprach angesichts der jüngsten Erholung von einer "zwischenzeitlichen Stimmungsaufhellung", eine klare Trendwende sieht er bislang nicht.
Mit einem Kurssprung von 13,98 Prozent auf 16,96 Euro waren die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) der klare Favorit der Anleger im DAX. Zwischenzeitlich stiegen die Titel sogar bis auf 17,27 Euro. Die HRE schließt zwar nach den im Januar angekündigten Abschreibungen weitere Belastungen aus der Finanzkrise nicht aus, sieht die eigene Finanzierung trotz der Krise an den Kreditmärkten aber weiter als gesichert an. Allianz-Titel stiegen im Kielwasser der Meldung um 2,55 Prozent auf 122,46 Euro. Für Papiere der Commerzbank gaben die Anleger 2,26 Prozent mehr aus und bezahlten 19,47 Euro.
Die Aktien von SAP hingegen sanken am Indexende um 4,17 Prozent auf 31,28 Euro und litten damit Börsianern zufolge unter den enttäuschenden Umsatzzahlen des Wettbewerbers Oracle . Der US-Softwarekonzern belaste den ganzen IT-Service-Sektor, sagte ein Händler in Paris. Die enttäuschende Entwicklung bei den Softwarelizenzen würden wegen des derzeitigen makroökonomischen Umfeldes belasten, meinte Analyst Knut Woller von der UniCredit.
Im MDAX verteuerten sich die Titel von Premiere nach einer positiven Analystenstudie um 6,43 Prozent auf 13,25 Euro und zählten damit zu den gefragtesten Werten im Index. JPMorgan hatte die Titel von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft, das Kursziel aber bei 18 Euro belassen. Der Bezahlfernsehsender dürfte nach Meinung der Bank die nächsten Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga in jedem Fall erhalten. Nach der jüngsten Kursschwäche bis unter die charttechnische Unterstützung bei 12,50 Euro ermögliche der positive Analystenkommentar eine Reaktion nach oben, sagten Händler.
Die Aktien von STADA legten nach der Präsentation endgültiger Geschäftszahlen für 2007 um 2,82 Prozent auf 45,95 Euro zu. Das Zahlenwerk ist nach Auffassung von Analyst Andreas Theisen neutral zu bewerten. Während die Markensparte bei den Umsätzen und beim Gewinnmix positiv überrascht habe, sei die Generikasparte aufgrund einmaliger Aufwendungen hinter seinen Prognosen zurückgeblieben, so der Experte.
Q-Cells-Papiere schossen im TecDAX um 14,74 Prozent auf 59,24 Euro in die Höhe und waren damit einsamer Spitzenreiter in dem Technologiebarometer. Der angehobene Ausblick und der neue Vertrag des Solarzellen-Herstellers mit einem Siliziumanbieter habe positiv überrascht, sagte ein Analyst./sf/wiz
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